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Optische Aufwertung im Kirchspiel

Förderbescheid des Landes über knapp 200.000 Euro

Nur die großen Einlaufgitter zeugen von dem unterirdischen Bachlauf im Kirchspiel. Jetzt soll der Bach dort offen gelegt und die Parkplätze auf der gegenüberliegende Straßenseite ausgewiesen werden.

Geisenheim. (mg) Das Land Hessen fördert die Offenlegung des Blaubachs auf eine Länge von rund 60 Metern im Bereich Kirchspiel. Staatssekretärin Petra Müller-Klepper übergab am Monat im Rathaus den entsprechenden Bewilligungsbescheid über 193.640 Euro. Das entspricht 50 Prozent der förderfähigen Kosten der Baumaßnahme, in deren Zug auch die Hausanschlüsse und Straßendecke erneuert werden, was nach Auskunft von Bürgermeister Frank Kilian insgesamt Kosten von 1,4 Millionen Euro verursacht. Im Zuge der Baumaßnahme wird auch die direkte Zufahrt zum Nordring im Einbahnverkehr geöffnet.

Die Hessische Landesregierung unterstützt die Stadt Geisenheim bei der Offenlegung des Blaubachs mit Mitteln aus dem Landesprogramm Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz, die das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bewilligt hat. Staatssekretärin Müller-Klepper sieht in der Umgestaltung neben einer sinnvolle Gewässerentwicklungsmaßnahme die Umsetzung städtebaulicher Ziele.

Derzeit fließt der Blaubach in der Straße "Kirchspiel" unterirdisch bis hinter die Blaubachstraße, von wo aus er zum größten Teil offen bis zur Mündung in den Rhein verläuft.

Das gemauerte Gewölbe, durch das er im "Kirchspiel" fließt, muss erneuert werden. Dies muss nach dem hessischen Wassergesetz zwingend durch die Offenlegung erfolgen. Nur in besonderen Fällen gibt es eine Ausnahmegenehmigung, um von der Vorgabe abzuweichen.

Die städtischen Gremien haben sich dafür ausgesprochen, dass in diesem Zusammenhang der Bachlauf wieder offen gelegt wird. Der Bach ist laut Auskunft des Bauamtes bis Anfang des 20. Jahrhunderts in einem offenen Gerinne verlaufen, bis dann ein Gewölbe aufgemauert und die Oberfläche verschlossen worden sei.

Auf dem betreffenden Straßenabschnitt soll nun ein U-Profil mit einer Breite von zwei Metern und einer Höhe von 1,8 bis 2,45 Meter eingebaut werden. Die Bachsohle und die Oberfläche des Profils werden strukturiert und an den Seiten als Mauerwerksimitation ausgeführt. Zusätzlich werden Steinschüttungen zur Gestaltung einer naturnahen Sohle eingebracht. Damit das Geschiebe sich nicht verlagert, werden in die Sohle mehrere Querriegel eingearbeitet. "Das Profil wird so ausgelegt, dass es auch größere Hochwasserabflüsse schadlos abführen kann", so die Staatssekretärin, woraus auch die Förderung der Maßnahme abgeleitet wird.

Nach umfangreichen Abstimmungsgesprächen mit dem zuständigen Umweltamt des Regierungspräsidiums Darmstadt, Abteilung Arbeitsschutz und Umwelt in Wiesbaden hatte die Stadt diesbezüglich einen Antrag für die Förderung gestellt.

Des weiteren wurde eine wasserrechtliche Plangenehmigung beantragt, welche am 16. Februar von dem Regierungspräsidium Darmstadt beschieden wurde. Unter Berücksichtigung der vorzeitigen Ausschreibung des Projektes und notwendiger Vorlaufzeiten für diese umfangreiche Maßnahme in Verbindung mit Kanal-, Wasserleitungs- und Straßenbauarbeiten erhielt die Stadt Geisenheim am 16. Juli einen vorläufigen Zuwendungsbescheid, welcher ermöglicht, dass bereits vorab Aufträge für die Maßnahme erteilt werden können, wie Bürgermeister Kilian erläuterte.

Mit den Bauarbeiten wird noch im September begonnen. Es ist mit einer Bauzeit von einem Jahr zu rechnen. Die Anlieger werden vor Beginn der Arbeiten in einer Anliegerversammlung über das Bauvorhaben umfassend informiert.