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Jogging im Rheingau Wald ist wie Dschungelcamp

Fans aus ganz Deutschland kamen zu Küblböcks erster Talkshow in der Brentanoscheune

Frank Förster verriet Daniel Küblböck, das Jogging im Wald wegen der Wildschweine so abenteuerlich sei wie das Dschungelcamp.

Winkel. (sf) Schon ab 15 Uhr deutete sich ein besonderer Abend in der Brentanoscheune an: Vier Stunden vor Einlass harrten die ersten Fans von Daniel Küblböck am Eingang aus, um günstige Plätze zu ergattern und ihrem Star so nahe wie möglich zu sein. Aus Hamburg, Berlin, München und Zürich reisten sie für ihren Schwarm an, zu 90 Prozent Frauen jeden Alters, manche mit Armbändchen, auf denen "Daniel" stand oder mit Kette mit strassbesetztem "D". Männer waren im Saal kaum zu sehen.

Erstaunt waren die Küblböck-Fans allerdings, wie die Premiere von "Daniels Bistro", das die Rheingauer Weinbühne in regelmäßigen Abständen öffnen will, begann: Der gemischte Chor vom Rüdesheimer Männergesangverein erfreute die Zuschauer mit zwei Liedern. Dann sprang der Moderator auf die Bühne, Küblböck war schon ein bisschen nervös am Anfang und warf gleich mal eine Flasche Wein um. Dem Wein und dem Rheingau wolle er sich an diesem Abend widmen, sagte der Bayer. Seine Fans machten es ihm leicht und jubelten, sobald er die Bühne betreten hatte.

Wie der Rheingau riecht und schmeckt, wollte er im Gespräch mit Frank und Andrea Förster erfahren und bat die beiden Winkeler vom Internetdienst "rheingau.de" zum ersten Interview. Beim Thema "Rheingau Parfum" und Rheingauer Schokolade stellte Küblböck dann seine Unterhaltungsqualitäten unter Beweis und lockte das Ehepaar durch spontane "Nachhaker" aus der Reserve und es entwickelte sich ein munteres Gespräch. Gefragt nach den drei Dingen, die man im Rheingau gesehen haben muss, empfahl ihm Frank Förster "Jogging im Rheingauer Wald", das sei wegen der Wildschweine fast so spannend wie ein Besuch im Dschungelcamp. Als er dann über seine drei Jahre Haft in einer Todeszelle in Malaysia vor 25 Jahren sprach, waren beim Moderator und den Zuschauern Betroffenheit und Ernsthaftigkeit spürbar und Küblböck zeigte, dass er sich auch auf die leisen Töne versteht.

Dann kam das, worauf die weibliche Fangemeinde gewartet hatte: Daniel Küblböck sang eines seiner neuen Lieder und die Fans waren überglücklich.

Anschließend schenkte Winzerin Desirée Eser dem Moderator kräftig ein und zwar nicht nur Riesling ins Glas, sondern auch verbal. Zwischen den beiden entwickelte sich ein spannender Schlagabtausch auf hohem unterhaltsamen Niveau: Zeigte sich die muntere Jungwinzerin zu Beginn noch beeindruckt von der Detailkenntnis des Moderators, hakte sie bei Versäumnissen gleich nach: "Da haben Sie aber nicht richtig gegoogelt!". Das Publikum jedenfalls ging johlend mit und fühlte sich prächtig unterhalten.

Nach der Pause gab es vom Rüdesheimer MGV ein Udo Jürgens Medley und diesmal sang der ganze Saal mit. Daniel Küblböck outete sich im Gespräch mit Chorleiter Carsten Diener als großer Udo Jürgens Fan. Dann stürzte er regelrecht in das nächste Abenteuer: Auf der Bühne erschien der üppig tätowierte Alexander Witowski vom Rheingauer Tattoo Studio. Im Gegensatz zu seinem ungewöhnlichen Äußeren erzählte er sehr differenziert über seine Arbeit und seine Einstellung dazu. Wie angekündigt, wollte Küblböck bei seiner Rheingau-Premiere eine Mutprobe bestehen und ließ sich auf der Bühne einen kleinen Stern tätowieren. Für alle in der Brentanoscheune dank einer Kamera in Nahaufnahme auf der Großleinwand sichtbar tätowierte Witowski einen schwarzen Stern auf Daniels Hals, vier Sterne hatte er schon. Das Interview dazu gab es unter erschwerten Bedingungen, ab und zu verzog der Moderator vor Schmerz das Gesicht, aber er hielt tapfer durch. Für viele im Publikum sicher eine gewöhnungsbedürftige Situation, die manche mit einer Mischung aus Faszination und Skepsis verfolgten. Daniels Lied "Normal warst Du nie" passte zu der ungewöhnlichen Vorstellung.

Nahtlos wechselte Küblböck danach wieder ins seriöse Fach und plauderte mit der HR Moderatorin und Wetterfee Simone Kienast über die Hochs und Tiefs in ihrem TV Alltag.

Zum Finale sang Küblböck noch ein spanisches Lied und die begeisterten Zuschauerinnen und wenigen Zuschauer dankten ihm mit standing ovations. Nicht nur seine angereisten Fans, auch die Rheingauer waren von der neuen Veranstaltung begeistert: "Das war Unterhaltung pur wie im Fernsehen", war zu hören. Bei der After Show Party im Hotel ADVENA Jesuitengarten feierten rund 100 Fans die gelungene Premiere mit Daniel Küblböck und freuen sich schon auf den nächsten Termin am 17. März.