Heinz Erhardt – Leben und Wirken
Szenisches Lesung mit Musik im Weingut Hirt-Albrecht

Schmunzelmeister Heinz Erhardt war ein Abend im Weingut Hirt-Albrecht gewidmet.

Eltville. (jh) – „Noch’n Gedicht“. Wer das hört, weiß was folgt und von wem dieser Ausspruch kommt. Klar. Heinz Erhardt. Komödiant, Komponist, Schriftsteller, Dichter und Interpret seiner eigenen Lieder. Später wurde er Fernsehliebling der Nation. Heinz Erhardt, vor nunmehr 38 Jahren verstorben, ist immer noch aktuell und seine Texte, Geschichten und Vierzeiler beliebt. Das machte die gut besuchte Veranstaltung im Hof des Weinguts Hirt-Albrecht deutlich.

Allerdings wurde hier nicht – wie in anderen Veranstaltungen – Heinz Erhardt mit seiner Sprache und Mimik nachgemacht. Die „Junge Bühne Schlangenbad“ bot eine szenische Lesung mit gesungener Musik – diese kam von Michael Kopp. Die Mitglieder der „Jungen Bühne Schlangenbad“ boten einen Querschnitt durch das Leben und Schaffen von Heinz Erhardt. Seine Anfänge auf den Brettern, die die Welt bedeuten, waren alles andere als glücklich. Der Deutsch-Balte kämpfte jahrelang am Existenzminimum.

1928 bis 1938 arbeitete Erhardt in Riga in der Kunst- und Musikalienhandlung des Großvaters Paul Neldner. In Riga trat er auch mit selbst komponierten und komischen Texten und Liedern in den Kaffeehäusern der Stadt auf. 1937 trug er eigene Lieder in Programmen der Reichssender Königsberg und Danzig vor.

1938 holte Willi Schaeffers Heinz Erhardt in Berlin an das Kabarett der Komiker. Im Zweiten Weltkrieg wurde Erhardt 1941 zum Kriegsdienst einberufen. Bei zwei Musterungen war er durchgefallen, bei der dritten kam er – als Nichtschwimmer und Brillenträger – nach Stralsund zur Kriegsmarine, die für ihr Orchester einen Klavierspieler suchte. Diese Musterungen wurden szenisch vom Ensemble Sabine Spalding, Petra Roethe, Nicolai Netz,Peter Müller, Oliver Netz, Dieter und Ute Brenner sowie Michael Kopp humorvoll dargeboten. Während des Krieges schrieb er Friedensgedichte, die an diesem Abend ebenfalls zu Gehör kamen und Heinz Erhardt von einer ganz anderen Seite zeigten: Nachdenklich, tiefschürfend. Nach dem Krieg ließ sich Erhardt mit seiner Familie in Hamburg-Wellingsbüttel nieder. Seine größten Erfolge feierte er ab 1957 im Kino als Hauptfigur in verschiedenen Filmkomödien. „Drei Männer in einem Boot“ wurde vom Ensemble knackig in Szene gesetzt. Dem Medium Fernsehen trat er skeptisch gegenüber, erfuhren die Besucher der Hirt-Albrecht Veranstaltung. Er kam aber daran nicht vorbei und wurde Publikumsliebling.

Erhardts Humor baut in erster Linie auf Wortspielen und verdrehten Redewendungen auf. In dem Gedicht „Ganz zuletzt“ bekannte er sich zu den Vorbildern Erich Kästner, Christian Morgenstern und Joachim Ringelnatz. Es bildete das vorläufige Ende des „Noch’n Gedicht & ‚n Schoppen“ überschriebenen Abends. Denn das Publikum forderte eine Zugabe. Die gab es mit Ohrwurm „ Fährt der alte Lord fort…“

Weitere Artikelbilder:

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (1 Bewertung)

Neueste Kommentare

„Bunter Rheingau statt braune Suppe“
9 Wochen 5 Tage
Galakonzert im Kiedricher Bürgerhaus
13 Wochen 6 Tage
Bei 4,91 Promille kam die Wende
15 Wochen 1 Tag
Den traurigen Winter verkürzen
19 Wochen 23 Stunden
Frank Kilian ist der neue Landrat
19 Wochen 4 Tage


X