Berührendes Konzert
Neue Rheingauer Kantorei fasziniert mit Musik zeitgenössischer komponistischer Meister

Donnernde Bässe und tiefe Trommelschläge genauso wie zarte Töne schlugen die Lauscher in den Bann.

Geisenheim. (sm) – Donnernd mit seinen Bässen und Trommeln beginnt es. Wird leiser, zarter, schwillt wieder an und trägt die Lauscher auf wundervollen Wogen der Harmonie mit sich fort. Die Rede ist von der musikalischen Wirkung zweier Ausnahmewerke zeitgenössischer Komponisten – von dem „Requiem for the Living“ von Dan Forrest und „Mass of the Children“ von John Rutter. Beide wirken ungemein faszierend. Seit mittlerweile 15 Jahren verschönert die Neue Rheingauer Kantorei die Rheingauer Musiklandschaft mit ihren Auftritten. Für ihr „kleines“

Jubiläum standen jetzt Anfang September zwei besondere Werke auf dem Programm, die nicht nur Freunde klassischer Chormusik ansprachen. Unter der Leitung von Tassilo Schlenther und zusammen mit dem Kammerorchester Glob'Arte sowie den Solistinnen Janina Moeller (Sopran) und Hans-Helge Gerlik (Bariton) wurde zunächst das „Requiem for the Living“ aus der Feder von Dan Forrest gespielt. Der 1978 geborene Amerikaner versteht es wunderbar, mit seinem 2013 fertig gestellten Stück die Lauscher unmittelbar in seinen Bann zu ziehen. Ein Requiem ist in seinem Kern ein Gebet um Ruhe (wie ja der lateinische Name bereits besagt) und traditionell bestimmt für die ewige Ruhe der Verstorbenen. Forrest aber möchte sich gezielt den Lebenden zuwenden, die in seiner Musik stille Einkehr und Frieden finden sollen, Trost in ihrem Schmerz, ihrem Verlust und ihrer Trauer. Nicht zufällig wurde so mancher Konzertbesucher bei den großen hymnenartigen Klangkulissen an Filmmusik erinnert, versteht sich der Komponist doch als Künstler, der mit seiner Musik lebendige Bilder in seinen Zuhörern entstehen lassen möchte – ähnlich wie erst eine Filmmusik den über die Leinwand flimmernden Bildern Leben verleiht. Für das Rhein-Main-Gebiet war das in der ganzen Welt bereits frenetisch gefeierte Werk eine Uraufführung und eine besondere Gelegenheit, diesen Ausnahmekomponisten kennen zu lernen.

Wesentlich bekannter und ein moderner Klassiker ist der Engländer John Rutter, dessen „Mass of the Children“ 2003 in der New Yorker Carnegie Hall uraufgeführt wurde und dessen Deutschlandpremiere 2004 in Wiesbaden eine begeisterte Zuhörerschaft fand. Für dieses Stück und seine Aufführung wurde die Neue Rheingauer Kantorei um den Kinder- und Jugendchor am Rheingauer Dom erweitert. Angelehnt an den Text der lateinischen „Missa Brevis“ begeisterte Rutter mit einem Zusammenspiel aus klassischen Satztechniken und populärer Harmonik, aus Schlichtheit und Fülle mit Anklängen an die Rhythmik der Weltmusik und an die Melodieführungen klassischer Musicals. Und bei all dem hatten die Gäste Gelegenheit, im Rheingauer Dom einem Traditionalisten sakraler Chormusik im besten Sinne des Wortes zu lauschen. Am 19. September gibt es eine zweite Aufführung im Rheingauer Dom – wer sakrale und außergewöhnliche, durch zusätzliche Elemente angereicherte Musik liebt, sollte diese nicht versäumen.

Beeindruckend sind die Kantorei-Sänger nicht nur musikalisch, sondern auch optisch in ihrer blauschwarzen Kleidung.

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