Endlich eine dauerhafte Bleibe
Fachschule für Sozialwesen Fachrichtung Heilerziehungspflege des St. Vincenzstifts pachtet „Rotes Haus“

Dr. Caspar Söling (im Hintergrund) freute sich, die Schule für Heilerziehungspflege in ihrem neuen Domizil eröffnen zu können.

Geisenheim. (sm) – „Schwedenrot“ wird sie genannt, die wunderschöne warme Farbe, in der das große Haus in der Steinheimer Straße in Geisenheim vor etwa zwei Jahren vom Eigentümer selbst gestrichen wurde. Jetzt hat es das Sankt Vicenzstift Aulhausen gepachtet um dort seine Fachschule für Heilerziehungspflege einzurichten. Am Dienstag fand die feierliche Einweihung statt, auch mit kirchlichem Segen für alle Räume.

Das Gebäude hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Erbaut im Jahr 1900, wurde es von Vereinen genutzt, war Kino, Gästehaus und Tagungsort, Studentenwohnheim und Unterkunft für Asylbewerber. Seit Anfang des Jahres ist das Rote Standort der Fachschule für Sozialwesen, Fachrichtung Heilerziehungspflege des Sankt Vincenzstiftes.

„Wir sind froh, dass wir hier nun endlich eine dauerhafte Bleibe für unsere Fachschule gefunden haben, Dank gebührt dabei vor allem der Beharrlichkeit des Schulleiters, Diakon Dr. Christoph Beuers“, freute sich Dr. Caspar Söling, Sprecher der Geschäftsführung des Sankt Vincenzstiftes. Die Schulleitung, das Kollegium, die Studierenden und viele geladene Gäste, darunter Bürgermeister Frank Kilian und CDU-Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper, freuten sich mit ihm. Mit der Ankunft im Roten Haus endet eine Suche, die 2013 mit dem Umzug der Schule von Aulhausen nach Geisenheim begann, zunächst in die ehemalige Leopold-Bausinger-Schule. Die bis dahin genutzten Räume im St. Vincenzstift hatten wegen Sanierungs- und Umbauarbeiten nicht mehr genutzt werden können. Das Rote Haus wurde vom Sankt Vincenzstift mit 400.000 Euro aufwändig saniert und umgebaut, genügt jetzt den Anforderungen einer modernen Ausbildungsstätte und bereichert die Lindenstadt um eine weitere Attraktion. Bewerber- und Schülerzahlen, so Söling, sind seit 2013 kontinuierlich angestiegen. Die Stadt biete für junge, meist nicht über ein Auto verfügende Menschen viele Möglichkeiten, dennoch hätten sie es von dort aus nicht weit um ihre Praktikumswochen im Sankt Vincenzstift zu absolvieren.

„Der Umzug aus der bereits gut nutzbaren ehemaligen Leopold Bausinger-Schule bedeutet einen atmosphärischen Qualitätssprung“, so beurteilt Dr. Christoph Beuers die Erfahrungen der ersten Monate. Er geht bald in den Ruhestand und freut sich, davor noch der Fachschule eine gute Zukunftsperspektive geben zu können. Im Roten Haus gebe es nun auch passende Räume für die mobile Fachstelle Inklusion, die auf Initiative der Fachschule gemeinsam mit dem Kreis entwickelt wurde, und auch die geplante Inklusionsakademie werde hier ihr Zuhause finden. Das Thema Inklusion sei zudem auf anderer Ebene weiterentwickelt worden. „Wir werden ab dem Sommer auf zwei Etagen über je sieben Zimmer mit Bad verfügen, die an Studierende der Fachschule, an Studenten der Hochschule Geisenheim und an Menschen mit Beeinträchtigung vermietet werden, und darüber hinaus über zwei Mietwohnungen im Dachgeschoss“, sagte Beuers. Das Erdgeschoss beherbergt ein Foyer für Veranstaltungen sowie zwei Klassenräume. Einen davon teilen sich Ober- und Mittelkurs, möglich ist dies, weil die Studierenden der beiden Kurse im Wechsel ihre Praxiswochen haben. Ein Mehrzweckraum, in dem praktische Übungen wie das Nutzen eines Personen-Lifters im Mittelpunkt stehen, sowie das Büro der mobilen Fachstelle Inklusion befinden sich ebenfalls im Erdgeschoss. Ein weiterer großer Raum steht für Fortbildungen des Sankt Vincenzstiftes und der künftigen Inklusionsakademie zur Verfügung. Das erste Obergeschoss beherbergt zudem die Büros der Schulleitung und das Lehrerzimmer für die 19 Lehrer und Dozenten, die aktuell im Unter-, Mittel- und Oberkurs rund 90 Studierende unterrichten.

Die Fachschule für Sozialwesen bildet mit ihren Vorläufern als Seminar für Heilpädagogik und Ergänzungsschule seit über 30 Jahren aus. Sie ist die zweitgrößte ihrer Art in Hessen. Seit der Neuordnung, die sich in den vergangenen Jahren stufenweise vollzog, gilt sie als eine berufliche Schule, die nicht mehr nur für die Mitarbeit im Sankt Vincenzstift, sondern auch für den allgemeinen Arbeitsmarkt qualifiziert. Die Ausbildung ist somit auf der gleichen Ebene angesiedelt wie die eines staatlich geprüften Betriebswirtes oder Technikers. Sie wirkt auf der Grundlage eines christlichen Menschenbildes für Menschen mit Beeinträchtigungen. Für den neuen Unterkurs nach den Sommerferien haben sich bereits 24 Schüler angemeldet, mehr Infos gibt es unter www.fshep.st-vincenzstift.de.

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