Den traurigen Winter verkürzen
Vokalensemble „Opella Nova“ präsentierte A Cappella-Musik aus vier Jahrhunderten

Mit Poesie und glasklaren Singstimmen vertrieb das Vokalquintett „Opella Nova“ den Winter-Blues.

Geisenheim. (sm) – „Um des Winters Traurigkeit zu vertreiben, schau dorthin, wo die Nymphen, mit Fröhlichkeit verkleidet, erscheinen und übermütig Mummenschanz treiben.“ Thomas Weelkes' im 16. Jahrhundert, also der späten Renaissance, im Rahmen eines Madrigals komponiertes Werk war Motto für ein Konzert, zu dem am Sonntag zahlreiche Musikfreunde in den Geisenheimer Dom pilgerten. Über den großen Zuspruch erstaunt und sehr erfreut zeigte sich Bezirkskantor Florian Brachtendorf, der sie im Namen des Förderkreises „Freunde der Kirchenmusik am Rheingauer Dom“

begrüßte. Er habe gar nicht genug Programmhefte für alle, entschuldigte er sich. Das „Konzert zum neuen Jahr“, so verkündete das Heft, sei geeignet, „the Winter's Sadness“ zu verkürzen. Mit lupenreinen Stimmen füllten die Sängerinnen und Sänger des Vokalquintetts Opella Nova das hohe Gewölbe des Doms. Gegründet wurde das Ensemble im Jahr 2003 von Absolventen der Folkwang Universität der Künste in Essen, der Kirchenmusik-Hochschule Herford und dem Institut für Musik der Universität Dortmund. Bettina Auf'mkolk, Sopran, Susanne Riediger, Mezzosopran, Beate Jordan, Alt, Adrian Kroneberger, Tenor, und Bassbariton Stefan Wolf singen vorwiegend A Cappella, ihre Schwerpunkte sind die Musik des (frühen) Barock und zeitgenössische Kompositionen. Die 24 Konzertprogrammpunkte bestanden aus von den Sängern rezitierten Werken berühmter Dichter – Joseph von Eichendorff, Theodor Storm oder Eduard Mörike – ergänzt durch Beiträge zeitgenössischer Literaten wie Hildegard Aepli, Jahrgang 1963, oder Gerhard Valentin (1919–1975). Gesungen wurden Kompositionen unterschiedlichster Musikkünstler aus dem 16. und 17. Jahrhundert, wie Leonhard Lechner, Melchior Franck, Heinrich Schütz oder Giovanni da Palestrina. Aber auch Werke zeitnaher Komponisten, wie das „I wonder as I wander“ des 1945 geborenen John Rutter oder „So treiben wir den Winter aus“ von Harald Genzmer (1909–2007). Ein besonderes Highlight war Guiseppe Verdis Ave Maria. Den Hoffnung auf ein Ende des traurigen Winters verheißenden Abschluss des Konzerts bildeten „Die Vöglein singen“ von Johann Hermann Schein (1586–1630) und „Tanzen und Springen“ von Hans Leo Hassler (1564–1612).

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (1 Bewertung)

Kommentare

Konzert Opella Nova

Das war ein wirklich sehr gelungenes, anspruchsvolles und ansprechend vorgetragenes a cappella Konzert des Ensembles aus dem Ruhrgebiet, auf höchstem Niveau!
Einen Glückwunsch an Herrn Brachtendorf, für das glückliche Händchen bei der Suche nach solchen "Juwelen".
Die Dramaturgie des gesamten Konzerts war wie aus einem Guss. Ob rezitierte Lyrik oder a cappella Gesang, der Zuhörer konnte förmlich eintauchen in das, was die Musikerinnen und Musiker zu sagen hatten.
Bleibt die Hoffnung, dass OPELLA NOVA mal wieder den Weg in den Rheingau findet - vielleicht sogar innerhalb des gleichnamigen Musik Festivals!?
Mit freundlichen Grüßen
Bots

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