„Im Wald gibt es mehr zu entdecken als auf Apps“
Die fahrende Erlebnisschule Wald und Wild des Jagdvereins Rheingau machte Station in Kiedrich

Die Kinder freuten sich, dass auch Bürgermeister Winfried Steinmacher die fahrende Erlebnisschule Wald und Wild besuchte.

Kiedrich. (mh) – Seit dem Kauf der fahrenden Erlebnisschule Wald und Wild durch den Jagdverein Rheingau (JVR) im Jahr 2015 hat dieser an cirka 20 Kindergärten und Schulen sowie im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen dank seiner zahlreichen Exponate viele interessierte Besucher erstaunt und fasziniert. In diesem Jahr sind, wie Gudrun Fehler, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit sagte, bis August weitere 14 Termine bereits fest eingeplant.

Am Montag und Dienstag konnten sich die Kinder der Kindertagesstätten „St. Valentin“

und „Hickelhäusje“ über den Schauwagen freuen, der am Jugendtreff Station machte. Zu verdanken war dieser Besuch zum einen Anne Kaller, Betreuerin in „St. Valentin“ sowie Christian Weimer, Mitglied des JVR und Vater eines Hickelhäusje-Kindes sowie Kerstin Walther, Waldpädagogin vom „Hickelhäusje“.

In der katholischen Kindertagesstätte finden zweimal pro Jahr „Waldwochen“ statt, an denen alle Kinder teilnehmen und dabei einiges über Wald und Wild erfahren. Dies gilt auch für alle Kinder der gemeindeeigenen Einrichtung, die den Waldkindergarten besuchen und dort bereits viele Tiere in freier Wildbahn gesehen haben.

Wie Gudrun Fehler in ihre Präsentation einleitend erklärte, ist die Erlebnisschule Wald und Wild eine Schule, „in der man nicht still sitzen, angestrengt zuhören und Hausaufgaben machen muss, sondern die den Teilnehmern Spaß und Freude bereiten soll“. Untergebracht ist die Schule an einem SUV-Anhänger, der mit einer umfangreichen Sammlung an Tierpräparaten, Holzobjekten, Wild- und Waldpostern, Spielen, Fühl- und Schnuppermaterial sowie mit den verschiedensten waldpädagogischen Objekten ausgestattet ist.

„Um unsere großen und kleinen Besucher mit dem Wald und den darin lebenden Tieren vertraut zu machen, stellen wir nicht nur tote Tiere auf den Regalen aus, sondern vermitteln einen ganzheitlichen Ansatz“, so Fehler. Dazu zähle nicht nur die Dekoration des Schauwagens, sondern auch großflächige und aussagekräftige Fotos, Schautafeln und Exponate. So konnten die Kinder unter anderem sehen, welche Spuren beispielsweise Borkenkäfer auf den Rinden von Fichten hinterlassen.

Wichtig sei auch, dem Betrachter unter anderem zu erklären, welche Tiere sich ein Nest in den Baumwipfeln bauen und welche sich ein Loch oder eine Höhle im Boden graben. Ferner, was die Tiere im Wald fressen, wie sie auf Beutejagd gehen, aber auch, ob und welchen Schaden sie anrichten. Deshalb gebe es „im Wald mehr zu entdecken als in den Apps eines Smartphones“. Wichtig sei auch die Arbeit der Jäger im Wald. Als Heger und Pfleger sorgten sie auch für einen angemessenen und artenreichen Wildbestand in ihren Revieren.

König des Waldes

„Das Interesse und der Wissensdurst vieler Kinder hat mich sehr beeindruckt“, freute sich Gudrun Fehler über eine reges Frage- und Antwortspiel, auf das sie stets die passende Antwort hatte. Nur einmal habe sie über eine Antwort eines Kindes schmunzeln müssen. Dieses habe ihre Frage, wer im Wald König ist, mit den Worten: „Das ist der Förster“ beantwortet.

Auch Bürgermeister Winfried Steinmacher hatte etwas Zeit genommen, um zum Schauwagen zu kommen. Dieser ist, wie er nachdrücklich betonte, „gerade in unserer heutigen mit Informationen überfluteten Zeit dank seiner reichhaltigen Auswahl an Exponaten ein wichtiges Instrument, um bei allen Menschen das Interesse an dem für sie so wichtigen Lebensspender Wald und die darin lebenden Tiere zu wecken“. Dafür sei er Fehler und dem Jagdverein Rheingau dankbar.

Dankbar waren auch die Kinder, die von ihrem Erlebnis sicherlich ihren Eltern berichten werden. Die fünfjährige Marie schwärmte noch lange vom ausgestellten Fasan, „weil der so schön bunt ist“. Der gleichaltrige Lukas zeigte sich vom leicht ergrauten Dachs begeistert, „weil der ein so schön glattes Fell hat“. Der vierjährige Pepe zeigte sich vom ausgestellten Fuchs begeistert und erzählte, „dass wir einen Fuchs in unserem Garten hatten, der dort ein Loch gegraben hat“. Die dreijährige Ella gibt zu, dass ihr die Wildkatze wegen ihres buschigen Schwanzes am besten gefallen hat.

„Ich bin sehr zufrieden darüber, dass die fahrende Erlebnisschule Wald und Wild zu den Bestrebungen zur Intensivierung unserer Kooperation einen Beitrag geleistet hat“, bewertete Susanne Vogel, Leiterin des „Hickelhäusje“, die Teilnahme von Kindern beider Einrichtungen an dem Projekt. Dieses habe auch Gelegenheit zum gegenseitigen besseren Kennenlernen und Erfahrungsaustausch gedient.

Zur Fortsetzung sei die Durchführung eines gemeinsamen „Heimatprojekts“ geplant mit der Zielsetzung, unter anderem durch den Besuch einer Mühle und der Basilika die Heimat besser kennen zu lernen. Bereits im Juni werde im Rathaus ein runder Tisch stattfinden, in dessen Verlauf auch über den zukünftigen Bedarf an Kindergartenplätzen in Kiedrich gesprochen werden soll. Zum Heimatprojekt würde sich, wie Gudrun Fehler sagte, „der Jagdverein Rheingau gerne mit einbringen“.

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