Nun reicht es endgültig .....
Erneuter Ausfall einer Schrankenanlage sorgt für massiven Ärger

Nach einem kurzen und heftigen Gewitter war am Bahnübergang mitten in Lorchhausen die automatisch gesteuerte, fernüberwachte Schrankenanlage ausgefallen. Der Vorfall hat für heftigen Ärger gesorgt.

Lorchhausen. (av) – Die Bahnanlieger in Lorchhausen sind verärgert und sie haben die Nase gestrichen voll. Am vergangenen Freitag sei es in den Nachmittagsstunden nach einem kurzen und heftigen Gewitter zum Ausfall der automatisch gesteuerten, fernüberwachten Schrankenanlage am Bahnübergang im Ortskern von Lorchhausen gekommen, so berichtet einer der Bahnanlieger. Diese habe sich nach Zugdurchfahrt nicht mehr geöffnet und für rote Signale auf der Zugstrecke und Warteschlangen für den Autoverkehr gesorgt.

In Folge kam es zu einer erheblichen Beeinträchtigung des sonst so flotten Schienenverkehrs.

Weil für die Bahn ein wirtschaftlicher Schaden drohte, seien schnell zwei Techniker der Deutschen Bahn vor Ort erschienen, die sich bemühten, die Störung zu beseitigen. Trotz intensiver Bemühungen sei nach einigen fehlgeschlagenen Entstörungsversuchen erkennbar gewesen, dass die Fehlerquelle nicht einfach zu finden war. Auch ein weiterer hinzu gerufener Kollege mit Spezialausbildung habe die Betriebsbereitschaft der ausgefallenen Anlage nicht wieder herstellen können.

Die Ereignisse riefen einen unmittelbaren Anwohner auf den Plan. Nach Rücksprache mit den Technikern und ein wenig Sachverstand war der weitere Verlauf vorhersehbar. Die Nachtruhe seiner Familie und aller Nachbarn stehen, wie schon so oft wieder einmal, auf dem Spiel.

Eine interne Dienstvorschrift der DB, möglicherweise in einer dringend überarbeitungswürdigen Fassung, gebietet den Lokführern zunächst ihren Zug vor dem gestörten Bahnübergang zu stoppen, gleichgültig ob dieser geschlossen oder geöffnet ist. Nach Betätigen eines neben dem Gleis stehenden Schlüsselschalters rollt der Zug im Schritttempo an und muss zusätzlich vor der Querung des einmündenden Straßenbereichs ein Warnsignal abgeben. „Die Signallautstärke befindet sich bei den aktuell fahrenden Lok-Modellen im schmerzempfindlichen Bereich, zwischen 110 und 130 dB“, so wird berichtet. „Diese kommen wegen Lüftungsöffnung von Fenstern unvermindert in den Schlaf- und Wohnräumen der Anlieger hörbar an.“ Und dies bei jedem Zug, meist im zwei bis drei Minutentakt, vollkommen gleichgültig zu welcher Uhrzeit, also Tag und Nacht.

Da fällt es eigentlich nicht schwer sich vorzustellen, was es bei Menschen auslöst, wenn sie versuchen Schlaf zu finden. Hinzu kommt, dass in zwei unmittelbar neben dem Bahnübergang liegenden Häusern Ferienwohnungen eingerichtet sind, die wirtschaftlichen Schaden davon tragen, und das im Weltkulturerbe „Oberes Mittelrheintal“.

Um das bevorstehende Unheil abzuwenden, hat einer der Anwohner die für Störungsfälle an der Bahnampel angegebene Telefonnummer angerufen. Von dieser Dienststelle erhielt er die Auskunft, dass man von der Störung bereits Kenntnis hat und Techniker vor Ort seien, um die Situation zu beseitigen. Dies habe allerdings erkennen lassen, dass man scheinbar dort nicht auf dem aktuellen Stand war. Daher nochmals die eindringliche Bitte des Anrufers, geeignete Maßnahmen zu veranlassen, um die Anwohner am Bahnübergang durch die nicht lösbare Situation nicht zusätzlich zu belasten. „Das haben wir hier nicht zu entscheiden“ – so die Antwort. Daraufhin verlangte der Anrufer ein Gespräch mit dem nächsten Vorgesetzten. Nachdem auch dieser Bitte nicht entsprochen wurde, beendete man das Gespräch.

Und so kam es erwartungsgemäß für viele Anwohner zu einer schlaflosen Nacht. Am späten Samstagvormittag wurde ein weiterer Versuch der Störungsbeseitigung unternommen. Nachdem erneut das Problem nicht gelöst werden konnte, habe man sich endlich entschieden, den Bahnübergang mit Unterstützung und Absperrmaterial vom Bauhof der Stadt Lorch zusätzlich erkennbar abzusperren. Lange Autoschlangen blieben jetzt aus und der Zugverkehr rollte wieder wie immer, ohne Signalgabe und mit normaler Geschwindigkeit.

„Warum also nicht gleich so….. und nicht erst 24 Stunden später?“, fragen sich die Lorchhäuser Bahnanlieger. „Das hätte tatsächlich viel Ärger vermieden und den Anliegern nicht den Schlaf geraubt.“ Der Vorfall sei eine Offenbarung und zeige eigentlich, wie schlecht das Krisenmanagement der Bahn funktioniere. „Dort entscheiden Dienststellen ausschließlich über Maßnahmen für einen ungestörten, wirtschaftlichen Bahnbetrieb. Entscheidungskräftigere Vorgesetzte verstecken sich und sind für Außenstehende nicht erkennbar und noch weniger erreichbar. Dies lässt die Vermutung zu, dass Anliegerinteressen eher als Störfaktor gesehen werden.“ Aufgrund dieses Vorfalls wird von den Anliegern derzeit geprüft, ob gegen die Deutsche Bahn als Schienennetzbetreiber eine Strafanzeige erstattet wird. „Falls es dazu kommt, wird die Deutsche Bahn sich wegen bewusster Unterlassung zur Vermeidung von unnötiger, vorsätzlicher Lärmerzeugung und nächtlicher Ruhestörung verantworten müssen.“

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