Ehrungen und Beförderungen bei der Feuerwehr
Jahreshauptversammlung aller Stadtteilwehren / 109 Einsätze in 2016 / Stadt bietet Leistungsanreize

Neun Feuerwehrkameraden erhielten Anerkennungsprämien für langjähriges Engagement.

Oestrich-Winkel. (sm) – „Danke“ sagen für Tausende freiwillig geleisteter Einsatzstunden, das war Bürgermeister Michael Heil besonders wichtig bei seiner Grußrede anlässlich der Jahreshauptversammlung der Oestrich-Winkeler Feuerwehren. Auch für 2017 sind im städtischen Haushaltsentwurf wieder die nötigen Summen für die vier Ortsteil-Wehren bereitgestellt worden – 330.000 Euro an Investitionen und 434.000 Euro für laufende Ausgaben. Investitionen für Fahrzeuge und Geräte fallen je nach Bedarf an, also nicht regelmäßig für alle vier Stützpunkte.

Dieses Jahr sind ein neues Fahrzeug für die Winkeler und ein Mannschaftswagen für die Oestricher geplant. Oft werde er nach der wirtschaftlichen Rentabilität der Feuerwehr gefragt, sagte Heil. Dann könne er nur immer wieder betonen, dass er die diesbezüglich die Pflicht der Stadt zum wirtschaftlichen Handeln voll erfüllt sehe und dass in dem vor zwei Jahren gemeinsam mit der Feuerwehr aufgestellten Bedarfs- und Entwicklungsplan nichts stehe, was nicht notwendig sei. Oestrich-Winkel und der ganze Rheingau könne sich glücklich schätzen, von einer so gut ausgebildeten und engagierten Freiwilligen Feuerwehr beschützt zu werden. Damit das auch so bleibt, macht man sich nicht nur in Oestrich-Winkel Gedanken über mögliche Leistungsanreize für die Feuerwehrmänner und -frauen. Die Stadt Taunusstein hatte einen Anstoß gegeben indem sie diesbezüglich ein Punktesystem entwickelte, dieses erschien den Verantwortlichen in Oestrich-Winkel aber zu kompliziert. Die Diskussionen in der Stadtverwaltung sind noch nicht beendet, ein paar Maßnahmen wurden aber schon beschlossen. So wird die Stadt künftig bestimmte Aufgaben der Feuerwehren wie zum Beispiel Grundreinigung von Räumlichkeiten oder Fahrzeugen, übernehmen und Anerkennungsgelder zahlen für erfolgreich abgeschlossene Lehrgänge. In Betracht, so Heil, ziehe man auch allgemeine Vergünstigungen beim Besuch von öffentlichen Einrichtungen wie zum Beispiel Schwimmbädern. Seit 2013 wird bereits ein Teil der Netto-Einsatzstundengelder ausgezahlt, um damit beispielsweise Feste für die Einsatzkräfte und den Feuerwehrverein zu veranstalten. Sehr motiviert sind die Floriansjünger, wenn es um die Idee einer Kinder-Feuerwehr geht. Man wünscht sich für jeden der vier Stadtteile eine eigene, in der dann die Kleinsten spielerisch an die Aufgaben im Brand- und Katastrophenschutz herangeführt werden könnten. In Gruppen sollen jeweils Kinder aus zwei Stadtteilen zusammen üben, um den Einsatz von pädagogischen Fachkräften möglichst gering zu halten. Mit der in der Stadtverwaltung für solche Aufgaben zuständigen Stefanie Nikolai-Jagiela habe man bereits eine zu solch ehrenamtlicher Tätigkeit bereite Dame gefunden, berichtete Heil.

Ehrungen und Beförderungen

Stadtbrandinspektor Christian Ringel fiel bei der Jahreshauptversammlung wie immer die Aufgabe zu, den Bericht über das zurückliegende Jahr zu verlesen. Anfang 2016 bestand die Oestrich-Winkeler Einsatzabteilung aus 146 aktiven Mitgliedern, im Laufe des Jahres konnten elf Kameradinnen und Kameraden aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung aufgenommen werden. 18 traten aus dem aktiven Dienst aus, zwei davon wechselten in die Alters- und Ehrenabteilung. Der größte Teil der Austritte kam dadurch zustande, dass sich die Feuerwehr trennen musste von Mitgliedern, die über längere Zeit zu wenig Engagement im Übungs- und Einsatzdienst zeigten, erklärte Ringel. Damit sind aktuell 21 Frauen und 118 Männer in einem Durchschnittsalter von 30 aktiv im Einsatzdienst. 2016 wurde die Feuerwehr 109 Mal alarmiert, davon 14 Mal zur Brandbekämpfung. Den stärksten Einsatz erforderte ein Großbrand auf dem städtischen Baubetriebshof, zu Hilfe geholt wurde die Feuerwehr aber auch, als auf einem Lkw Dämmplatten Feuer fingen oder bei einem Kaminbrand. Die Oestrich-Winkeler Drehleiter wurde zu drei überörtlichen Einsätzen gerufen. „Natürlich durften auch die Klassiker, wie zum Beispiel angebranntes Kochgut, nicht fehlen“, bemerkte der Stadtbrandinspektor augenzwinkernd.

Eine stattliche Reihe von Urkunden wartete bei der Versammlung darauf, an ihre Empfänger übergeben zu werden. Christoph Ringel und Michael Heil freuten sich, Steffen Nink von der Mittelheimer und Ingo Platz von der Oestricher Abteilung zu Brandmeistern zu befördern. Anerkennungsprämien von 100, 200, 500 und 1.000 Euro für Jubiläen im Einsatz für die Sicherheit der Bürger gingen an neun Kameraden: Für zehn Jahre an Markus Bungert (Winkel), Leander Szeiler (Winkel), Oliver Brohm (Mittelheim), Sönke Klopries (Oestrich) und Sebastian Winkler (Hallgarten), für 20 Jahre an Markus Kreis (Oestrich), für 30 an Wolfgang Gräf und Rainer Wolf aus Hallgarten und für 40 Jahre an Claus-Werner Vogt, Oestrich. Die feierliche Verleihung der Brandschutzehrenzeichen am Bande, ein Mal in Silber und fünf Mal in Gold, übernahm der bei der Versammlung anwesende Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises, Burkhard Albers. Zum letzten Mal besuchte er die Jahreshauptversammlung der Oewi-FFW, am 5. Juli übergibt er sein Amt an Frank Kilian. „Ich habe mich bei euch immer sehr wohl gefühlt“, sagte Albers, lobte den hohen Ausbildungsstandard und die Motivationsstärke der Oestrich-Winkeler Feuerwehr und bedankte sich für viele Jahre freiwillige Arbeit bei heimischen, aber auch Ortsteil- und Gemeinde-übergreifenden Einsätzen. Natürlich erinnerte er auch noch einmal an den spektakulärsten Fall in der Oestrich-Winkeler Feuerwehrgeschichte, im Jahr 2013, als nach dem Giftgas-Unfall bei der Firma Koepp die Kameraden wochenlang im Einsatz waren. „Viele halten es für selbstverständlich, dass bei Bränden, Unfällen, Personen-, Tier- oder Sachrettung die Feuerwehr kommt“, sagte Albers. Aber es sei eben nicht selbstverständlich, denn es handle sich um lauter Freiwillige, die jederzeit, sogar nachts, abrufbar sind, ohne zu wissen was sie an einem Einsatzort erwartet. Eine Freiwillige Feuerwehr gibt es außer in Deutschland nur noch in Österreich und der Schweiz. Und das auch nur in eher ländlichen Gemeinden, die größeren Städte haben ihre Berufsfeuerwehr. Albers heftete den Empfängern der Ehrenurkunden die dazugehörigen Orden persönlich an die Uniformjacken – Silber für 25 Jahre ging an Manfred Kühn (FW Oestrich), Gold für 40 Jahre an Claus-Werner Vogt (FW Oestrich), Jens Semmler (FW Hallgarten), Werner Radunz (FW Winkel), Uwe Prinz (FW Hallgarten) und Michael Grundel (FW Hallgarten).

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