Erster Spatenstich für neues Gemeindezentrum
Umzug für Ende des Jahres vom Josefhaus in den Pfarrhof geplant / Gemeinde finanziert Gebäude alleine

Der erste Spatenstich ist nach fünf Jahren Überlegung und zwei Jahren Planung endlich getan.

Winkel. (sf) – Was lange währt wird endlich gut: Einen Tag nach Ostern war es endlich soweit und der erste Spatenstich für das neue Gemeindezentrum im Pfarrhof der katholischen Kirche Sankt Walburga in Winkel erfolgte. „Fünf Jahre Überlegung, zwei Jahre Planung und jetzt ein halbes Jahr Ausführung“ fasste Christel Schönleber vom Verwaltungsrat der Großpfarrgemeinde St. Peter und Paul Rheingau, die für den Neubau in Winkel Ansprechpartnerin ist, zusammen.

Damit gab sie auch gleich der Hoffnung Ausdruck, das man bereits am Jahresende vom Josefhaus in die neuen Räumlichkeiten im Pfarrhof umziehen könne. Auch die katholische Pfarrbücherei und die Caritas Tafel sollen dann im neuen Gemeindezentrum einen Platz finden, die Räumlichkeiten sind bereit eingeplant. Den Neubau muss die Gemeinde ganz alleine stemmen. Nach dem Verkauf des nahe gelegenen Josefhauses in der Hauptstraße an den Geisenheimer Investor Thomas Horchler von der gleichnamigen Immobilienfirma in Eltville, der hier Wohnungen bauen will, ist das trotz 480.000 Euro Verkaufserlös für das Josefhaus ein Kraftakt: Ein rund ein Drittel der Kosten muss noch finanziert werden. Zwar seien mittlerweile auch viele Spenden eingegangen, doch für die Innenausstattung und Außengestaltung würden auf jeden Fall noch finanzielle Mittel und Hilfen gebraucht, erklärten auch die beiden Gattungsbevollmächtigten für den Neubau, Dr. Berthold Steinberg und Franz Plettner, die zusammen mit Christel Schönleber, Gemeindereferent Eberhard Vogt und der Architektin Zovinar Kalatas von Ad Novum den ersten Spatenstich vornahmen.

Das Eltviller Architektenbüro Ad Novoum, das auch bereits den Pfarrhof in Hallgarten an der Pfarrgebäude angrenzend gebaut hat, hat den Neubau in Winkel geplant und wird ihn auch betreuen. Wie in Hallgarten wie auch in Winkel das Pfarrhaus selbst mit Pfarrbüro in seinem historischen Ursprung komplett erhalten bleiben und nicht in den Neubau mit eingebunden.

Stattdessen entsteht auf dem hinteren freiliegenden Brachgelände, das bisher nicht genutzt wurde und an den Edeka-Markt anschließt, ein komplett neugebautes Gemeindehaus mit großem, teilbaren Saal. Die bestehende Garage im Hof wird abgerissen, die gegenüber liegende alte Scheune und das Bischof-Dierichs-Zimmer zu Nebengebäuden und zur neuen Bücherei umgebaut. „Aales wir barrierefrei sein“, erklärt Christel Schönleber stolz.

„Das zum größten Teil unterkellerte Gemeindehaus wird in Massivbauweise an die bestehende historische Scheune angebaut werden und ein begrüntes Flachdach erhalten. Das Gemeindehaus bietet Platz für etwa 75 Personen. Der historische Bestand soll im Zuge des Neubaus saniert werden und für die neuen Nebenräume des Gemeindehauses genutzt werden“, erklärte die zuständige Architektin. Das Gemeindehaus werde einen mineralischen Außenputz erhalten und passe sich mit der Farbgebung der Umgebung an. „Die auf dem Grundstück bestehende Garage wird abgebrochen. Die Säle 1 und 2 des neu geplanten Gemeindehaus der Pfarrei St. Peter und Paul sollen ausschließlich für Veranstaltungen der Kirchengemeinde genutzt werden. Hierzu zählen unter anderem Seniorentreffen, Sommerfeste, Weihnachtfeiern, Tauffeiern und Sitzungen. Die Säle werden durch eine Faltwand getrennt und können nach Bedarf zusammengeführt werden. Insgesamt bieten die Säle Platz für maximal 75 Personen. Die Nutzungszeiten der Säle sind temporär nach geplanten Veranstaltungen und liegen in der Regel nicht vor 10 Uhr morgens und nicht nach 22 Uhr Abends“, erläuterte die Architektin. Auch eine Holzterrasse an den Saal angrenzend ist vorgesehen.

Der Multifunktionsraumes im Untergeschoss solle hauptsächlich als Stuhl, Tisch- und Getränkekistenlager genutzt werden. Der Neubau werde durch einen gläsernen Durchgang mit der historischen Scheune versehen, die die bunten Glasbogenfenster aus der Kapelle des Josefhauses bekommen wird. In diesen Räumen werde dann auch die Caritas ihren Platz für die Lebensmittelausgabe an bedürftige Menschen finden. Angrenzend sind ein Cateringraum mit Küche und die Toiletten vorgesehen. Daran wiederum grenzt die neue Bücherei im ehemaligen Bischof-Dierichs-Zimmer direkt neben der Scheune an.

Trotz der Bauarbeiten soll in der Woche von 16. bis 25. Juni die beliebte Straußwirtschaft „Rabanuns zappt“ stattfinden, deren Erlös der Außengestaltung und Ausstattung des neuen Gemeindezentrums zu Gute kommen wird. Man hofft sogar, das man zu diesem Zeitpunkt bereits das Richtfest feiern kann.

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