Doro rockt – Rüdesheim schwitzt
Thomas „Völle“ Vollbrecht berichtet vom Doro Pesch-Konzert in Rüdesheim

Rüdesheim erlebte eine sehr gut aufgelegte DORO & Band.

Rüdesheim. – Keine Ahnung wie oft ich der gebürtigen Düsseldorferin und ihren hoch professionellen Mitmusikern, schon live beiwohnen konnte. Es ist immer wieder erstaunlich mit welcher Spielfreude alle fünf die Bühne sprichwörtlich entern.

Jede einzelne Bewegung ihrer Performance strahlt die Erfahrung und Professionalität von unzähligen Konzerten aus. Auch an diesem Freitagabend der Magic Bike 2017.

Die Konzertopener „Raise Your Fist“, „I Rule The Ruins“ und „Burning The Witches“

eröffnen einen flotten Dreier an DORO/WARLOCK-Klassikern. Die Stimmung im vollen Festzelt steigt sofort sprunghaft nach oben.

Nur scheint es mir, als gebe es vielleicht eine Lautstärkebegrenzung und das Konzert entwickelt sich zum leisesten Heavy Metal-bzw. DORO-Konzert, dem ich je beiwohnte. Selten konnte man sich mit seinem Nachbar bei einem Konzert dieses Genres so gut unterhalten!

Dadurch wirken auch die Gitarren nicht druckvoll genug – haben einfach keine Power und das Schlagzeug hat die Durchschlagskraft eines nicht aufgeblasenen Fußballes! Gerade diese ersten drei Songs verlieren für mich daher einiges ihres üblichen kraftvollen Charmes.

Die Stimmung bleibt trotz allem weiter im oberen Bereich und mit der Ballade „Without You“-bei der man u.a. der verstorbenen Ikonen „Lemmy“ von „Motörhead“ und „DIO“ gedenkt-können die Zuschauer erstmals durchatmen. Auch hier aber begeistert mich der Sound nicht, da das Gitarrensolo nicht nur in diesem Song von LUCA PRINCIOTTA viel zu leise wahrzunehmen ist. Der nächste Schmusesong ist einer der Höhepunkte der DORO-Fangemeinde-„Für Immer“. Dieser wird inbrünstig sich in den Armen liegend mitgesungen.Darauf steigt mit „Earthshaker Rock“ wieder der musikalische Härtegrad, auch wenn ich teilweise das Gefühl habe, dass DORO für die breite Masse der Magic Bike Besucher zu heavy ist. Drummer JOHNNY DEE glänzt in diesem Song mit einem Drumsolo, in dem er die Zuhörer mitreißt. In schnellen Schritten geht es nun im immer wärmer werdenden Festzelt dem Finale entgegen. „Breaking The Law“ von „Judas Priest“ wird begeistert angenommen wie auch mitgegrölt und beim folgenden „All We Are“ brechen dann alle Mitsingdämme.

„Hellbound“ & „Metal Tango“ bilden u.a. den Zugabenblock (hier legt auf einmal der Soundmann an Lautstärke zu) und mit „Night Of The Warlock“ werden glückliche Fans in die Nacht zum Weiterfeiern entlassen.

Im Großen und Ganzen hat Rüdesheim eine sehr gut aufgelegte DORO & Band erlebt, die ihr Publikum im Griff hatte, dieses von Anfang an voll abholte und das Publikum war mehr als bereitwillig dies mit sich geschehen zu lassen. Auch wenn ein Song wie „Herzblut“ in ihrer Playlist mir persönlich dann doch zu viel ist und der „Kitschgeigerzähler“ die höchsten Werte anschlägt.

Was mir leider störend aufgefallen ist, warum muss das FOH (Sound & Licht) so weit vor der Bühne stehen? Zu viele Besucher stehen dahinter quasi in einem toten Bereich was die Sicht zur Bühne betrifft. Auch das anscheinend jeder, auf diesen erhöhten Bereich springen, private Foto/Videoaufnahmen machen kann und seine eigene Party feiert, wirkt sehr unprofessionell. Dies ist eigentlich ein Arbeits- und kein Vergnügungsbereich! Man könnte sich daher die Kosten für den Mann von der Security an dieser Stelle auch sparen. Denn somit war garantiert gar nichts mehr zu sehen! Mir bestätigte jemand vom technischen Personal, dass man dies mit der Entfernung zur Bühne auch schon erkannt hätte und dass man im nächsten Jahr, wohl gut zehn Meter nach hinten gehen will. Der zahlende Zuschauer wird es dem Veranstalter sicherlich mehr als danken.

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Kommentare

Nach dem 5.Song gegangen!

Nach dem 5.Song gegangen! Nachdem der Dorf PA Verleiher der den FOH Platz fast direkt vor die Bühne gebaut hat (den auch noch extra Breit) anfing seine komplette Familie,Freunde und Bekannte auf den FOH Platz zu holen und auch noch mehrfach betonte das es ja sein Platz wäre und er das recht dazu hätte hatten wir genug!

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