Eltviller Rosenfreunde waren live im hr4
„Mein Verein“ wurde aus dem Burgsaal gesendet / Einziger Rosenverein in Hessen

hr4-Moderatorin Britta Wiegand interviewte Rosenkavalier Volker Waizenegger und seine zur „Rosenprinzessin“ ernannte Frau Jacqueline Waizenegger, Schriftführerin des Rosenvereins.

Eltville. (chk) – Jeden Sonntag ist hr4 bei einem hessischen Verein zu Gast und stellt ihn live im Radio vor. Normalerweise müssen sich Vereine dafür bewerben, doch im Falle der Eltviller Rosenfreunde lief das anders. Sie wurden ausgewählt und angefragt, weil der Sender passend zum Valentinstag einen Rosenverein suchte, und den gibt es in ganz Hessen nur einmal, nämlich in Eltville. Der 2008 gegründete „Verein Rosenfreunde Eltville“, oft auch kurz „Rosenverein“

genannt, hat es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Bedeutung Eltvilles als Rosenstadt zu erhalten und weiterzuentwickeln.

„Wir freuen uns, dass wir heute in dieser schönen Burg sind und aus dem Raum senden dürfen, in dem sonst standesamtliche Trauungen stattfinden“, verkündete hr4-Moderatorin Britta Wiegand. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Conny Bächstädt moderierte sie das Programm und führte Interviews. Wichtigste Gesprächspartner waren die Rosenexperten Steffen Müller, Erster Vorsitzender des Vereins Rosenfreunde Eltville, und Stadtgärtner Andreas Hilleberg, der als Kassierer im Vorstand des Rosenvereins ist. Auch Gäste im Burgssal wurden interviewt, und dabei stellte sich heraus, dass keineswegs nur Eltviller gekommen waren. Die unterhaltsame Sendung hatte durch die Ankündigung im Vorfeld unter anderem auch Gäste aus Frankfurt angezogen, war also nicht nur eine gute Werbung für den Verein, sondern auch allgemein für die Stadt und ihre Rosen. Auch einige der Gäste, die zwischendurch noch neu in den Burgsaal kamen, wurden befragt und berichteten, dass sie im hr4 gerade die Sendung gehört haben und sich nun selbst ein Bild machen wollten.

Das Bild war ein gemütliches: In lockerer Atmosphäre verfolgte das Publikum das Programm, und dazu spendierten die Rosenfreunde Sekt, Wasser und Kuchen. Auch die Musikeinspielungen waren im Burgsaal zu hören. Die hr4-Zuhörer erfuhren von Steffen Müller und Andreas Hilleberg, dass Eltville sich mit rund 22.000 Rosenstöcken in 350 Sorten schmückt, und dass darunter viele Raritäten, alte Rosen und neue Züchtungen zu finden sind. Die Rosensorten tragen Namen wie „Artemis“, „Edenrose“, „Johann Wolfgang von Goethe“, „Schwanensee“, „Stadt Eltville“ oder „Zauber der Loreley“. Die „Johann Wolfgang von Goethe“ beispielsweise sei erst fünf Jahre alt, fliederfarben und wunderbar duftend, erklärte Hilleberg. „Und welche Rose würden Sie mir für den Balkon empfehlen“, wollte die Moderatorin wissen? „Auf jeden Fall eine ADR-Rose“, betonte der Stadtgärtner. „ADR ist ein Prüfsiegel für Rosen mit besonderer Widerstandsfähigkeit.“

Steffen Müller beantwortete Fragen zu Rosenpatenschaften. „Mit einer Rosenpatenschaft können Bürger die Pflege der Rosenanlagen in der Kurfürstlichen Burg unterstützen. Eine Patenschaft für eine Rose im Jahr kostet 25 Euro, die Patenschaft für ein Rosenbeet 400 Euro im Jahr. „Sie können auch eine Rosenpatenschaft verschenken“, empfahl Müller. „Sie können die Patenschaft bei der Stadt Eltville beantragen oder bei den Rosenfreunden, und wir leiten es weiter an die Stadt.“ Die Rosenpatinnen und -paten erhalten eine Urkunde und einige andere Privilegien.

Mit der Präsentation im HR4 ist Information und Unterhaltung verbunden, und dazu gehört es auch, dass der präsentierte Verein drei Aufgaben löst. Die erste Aufgabe, die sogenannte 48-Stunden-Aufgabe, bestand darin, dass der Verein alle Rosen innerhalb der Kurfürstlichen Burg bis am Sonntag mit Namensschilder versehen müsse. „Im Vorgespräch zu dieser Sendung haben wir erfahren, dass einige der Namensschilder immer wieder verschwinden, einfach von Gästen mitgenommen werden, und wir wollten sie alle komplett haben“, erklärte Britta Wiegand den Hintergrund für diese Aufgabe. Stadtgärtner Hilleberg konnte in der Sendung Vollzug melden: „Wir haben alle fehlenden Schildchen ersetzt und auch alle anderen erneuert: Es waren genau 143“, gab er bekannt. Für 143 Rosensorten in der Burg und für die Lösung der Aufgabe, donnerte stürmischer Applaus über den Äther.

Bevor die nächsten beiden Aufgaben gelöst wurden, gab es weitere Interviews aus dem Sendesaal der Burg. Auch Bürgermeister Patrick Kunkel wurde interviewt und zu seiner Lieblingsrose befragt. „Das ist tatsächlich die Rose ‚Stadt Eltville‘, die blüht auch in meinem Garten“, verriet er und bedauerte, dass er leider viel zu wenig Zeit für Gartenarbeit habe. Befragt wurde auch der Eltviller Rosenkavalier Volker Waizenegger, der von seinen Aufgaben als Repräsentant der Rosenstadt berichtete, die er seit dem letzten Sommer wahrnimmt, und die unter anderem auch darin bestehen, bei Festen wie den Eltviller Rosentagen oder dem Sektfest Rosen zu verteilen. Mit ihm befragt wurde auch seine Frau, Jacqueline Waizenegger, Schriftführerin des Rosenvereins. Als das malerische Paar – der Rosenkavalier in Uniform und seine Frau im langen, glitzernden Kleid – am hr4-Moderationstisch standen, war es zu bedauern, dass nicht auch das Bild zu den hr4-Hörern transportiert werden konnte. Britta Wiegand bezeichnete Jacqueline Waizenegger als „Rosenprinzessin“.

In der zweiten Aufgabe, dem Musikquiz, sollte der Verein beweisen, wie gut er sich mit dem deutschen Schlager auskennt. Als Experten hatten die Rosenfreunde Charly Nägler ausgesucht. Nachdem auch er einige Fragen zu seiner Person und zu seiner Schlagerkompetenz beantwortet hatte, wurden ihm fünf Musiktitel aus dem Programm von hr4 in einem Mix vorgestellt. „Alle hier im Saal dürfen mitraten und die Antworten reinrufen“, erklärten die Moderatorin. Und obwohl Charly Nägler und einige Mitstreiterinnen, die zu ihm nach vorne stürzten, alle Schlager erkannten, reichte die vorgegebene Zeit kaum, um alle Titel und Interpreten auch schriftlich festzuhalten, wie es in der Aufgabe vorgeschrieben war. In dem Schlagerquiz waren kurze Ausschnitte alter und neuer Titel bunt gemischt, von Bata Ilic „Mit verbundenen Augen“ bis zum „Phänomen“ von Helene Fischer. Als Belohnung für die Bewältigung der Aufgabe dürfen die Rosenfreunde ihre Musikwünsche nennen, die am kommenden Sonntag um 14 Uhr eine Stunde lang in hr4 erfüllt werden.

Die dritte und letzte Aufgabe, die in der laufenden Sendung unter dem Motto „Ausgedacht – hergebracht“ gestellt wurde, lautete: „Woher hat die Teerose ihren Namen? – Bitte szenisch darstellen!“ Dafür gab es 60 Minuten Vorbereitungszeit. Dazu beauftragten die Rosenfreunde das Eltviller Puppentheater, das an diesem Nachmittag zwei Vorstellungen im Burgkeller hatte und glücklicherweise über die notwendigen Requisiten und Fertigkeiten verfügte. Kurz vor Ende der Sendung kamen die hr4-Hörer in den Genuss einer kleinen Puppentheateraufführung, die wenigstens die Gäste im Burgsaal auch visuell erleben durften. Ulrike Bachmann, die nicht nur im Vorstand der Rosenfreunde für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, sondern auch Akteurin im Eltviller Puppentheater ist, spielte die chinesische Teerose Lady Hillingdon, die von Theaterdirektor Rolf Lang vorgestellt wurde – und bei ihm als Direktor des Eltviller Puppentheaters stimmte sogar die Rolle mit der seiner Puppe überein. „Lady Hillingdon, warum tragen Sie denn einen englischen Namen?“, wollte der Direktor wissen. „Meine chinesische Vorfahrin war die erste gelbe Teerose, die von der Königlichen Gartenbaugesellschaft 1823 aus China nach England gebracht wurde“, antwortete die gelbe Rose. „Aber China liegt doch weit weg! Wie ist denn Ihre Vorfahrin nach Europa gekommen?“, war die nächste Frage, auf die die gelbe Teerose Lady Hillingdon wieder die perfekte Antwort hatte: „Sie wurde mit einem der englischen Tee-Schiffe nach England gebracht. Auf diese Weise kamen noch andere chinesische Rosensorten nach Europa. Hier im Eltviller Rosengarten habe ich schon einige entdeckt.“ Mit dieser kleinen spielerischen Unterweisung in Rosenkunde, die von Rolf Lang auf der Mundharmonika begleitet wurde, kam die zweistündige Sendung „Mein Verein“ live aus Eltville zum Abschluss. Noch ein letztes Mal vor den 17-Uhr-Nachrichten ging der Applaus aus dem Burgsaal durch ganz Hessen und darüber hinaus.

Weitere Informationen zum Verein gibt es unter www.rosenfreunde-eltville.de. Wer seinen Verein live in hr4 vorstellen möchte, kann sich bewerben unter www.hr-online.de.

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