Buchvorstellung
Geheime Korrespondenz

Paul Christoph (Hrsg.). Maria Theresia & Marie Antoinette. Der geheime Briefwechsel; Lambert Schneider Verlag – WBG; 2017; 352 Seiten mit 15 Abbildungen, Preis: 24,95 Euro, ISBN 978–3–650–40197–7.

Rheingau. (mg) – Am 13. Mai jährte sich zum 300. Mal der Geburtstag von Maria Theresia, Kaiserin von Österreich, Mutter der berühmten Marie Antoinette und gefürchtete Gegenspielerin Friedrichs des Großen. Zu diesem Anlass ist aktuell die Neuauflage von „Maria Theresia & Marie Antoinette – Der geheime Briefwechsel“ im Lambert Schneider Verlag erschienen.

Die Briefe der Kaiserin und ihrer königlichen Tochter bieten einen einmaligen Zugang zur bewegten Epoche vor der französischen Revolution und sind gleichzeitig das intime Zeugnis einer schwierigen Mutter-Tochter-Beziehung.

Die österreichische Kaiserin Maria Theresia war einerseits eine erzkonservative Katholikin, die ihr Volk von einer „Keuschheitskommission“ überwachen ließ. Andererseits war sie eine starke Frau, die ohne Hilfe ihres Gatten allein ein Imperium regierte. Eines ihrer 16 Kinder war die berühmte Marie Antoinette, spätere Königin von Frankreich, mit der sie einen ständigen geheimen Briefwechsel führte. In den Briefen erschließt sich die Welt des absolutistischen Adels Europas in all ihren Facetten. Sie zeigen Intrigen und Ränkespiele am Hof des Königs und das komplizierte Leben unter der aristokratischen Etikette. Sie sind nicht zuletzt Ausdruck der schwierigen und doch liebevollen Beziehung zweier Frauen, die unterschiedlicher kaum sein konnten.

Der Geheime Briefwechsel der beiden Monarchinnen Maria Theresia und Marie Antoinette ist nicht nur eine aufschlussreiche Quellensammlung und eine Fundgrube an Erkenntnissen und Anekdoten sondern auch Sittenporträt einer Schlüsselepoche der europäischen Geschichte und eine kurzweilige, spannende Lektüre.

Mehr noch als die Inhalte der Briefe selbst, sind die ausführlichen Fußnoten dem Leser hilfreich, um sich historische Zusammenhänge zu erschließen und die Beeinflussung der französischen Königin durch ihre eigen Mutter zu verstehen, die sich auch anhand der Korrespondenz von Maria Theresia mit ihrem Vertrauten am königlichen Hof ergeben.

Breiten Raum nimmt die Frage der Nachkommenschaft ein. Maria Theresia als 16-fache Mutter kann dabei sicherlich Ratschläge geben. Doch scheint die Prüderie der Zeit vor dem Adel nicht Halt zu machen, wenn man bedenkt, dass erst sieben Jahre nach der Hochzeit von der Tochter „der Vollzug der Ehe“ gemeldet wird und es noch einige Zeit dauert, bis sich Nachwuchs einstellt.

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