Ohne guten Nachwuchs hat die Jagd keine Chance
Zwölf deutsche und 13 US-amerikanische Jungjäger erhielten ihren Jägerschlag

Immer wieder ein für alle Besucher spannender Moment: Der Jägerschlag nach einer jahrhundertelangen Tradition.

Rheingau. (mh) – Es gehört zur guten Tradition des Jagdvereins Rheingau, vor der jährlichen Hubertusmesse im Kloster Eberbach Jungjägerinnen und Jungjäger nach erfolgreich absolvierte Prüfung mit dem Jägerschlag in die Jägerschaft aufzunehmen. Dieser fand wegen der Bodenarbeiten im Kreuzgang erstmals in der Basilika statt.

 

In diesem Jahr konnte Thomas Grundler, stellvertretender Ausbildungsleiter, zwölf deutschen und 13 US-amerikanischen Frauen und Männern den Jägerschlag erteilten und ihnen die ersehnte Urkunde und den Bruch überreichen. Dabei wurde er von Alexander Kölblin und Florian Moll assistiert.

Zuvor hatte Erster Vorsitzender Werner Schütz die Zeremonie des Jägerschlags als „einen Höhepunkt“ eines jeden Jagdjahres bezeichnet, „denn ohne einen engagierten und gut ausgebildeten Nachwuchs hat die Jagd keine Chance“. Das Ritual des „Freischlagens“ nach der Ausbildung habe eine jahrhundertelange Tradition und orientiere sich am Ritterschlag, der Schwertleite zur Aufnahme in den Ritterstand.

Der oftmals heftige Ritterschlag sei heute nur noch eine leichte Berührung mit der Schwert- beziehungsweise Hirschfängerklinge auf die Schulter mit der überlieferten Formel: „Der erste Schlag soll Dich zum Jäger weihen, der zweite Schlag soll Dir die Kraft verleihen, zu üben stets das Rechte, der dritte Schlag soll Dich verpflichten, nie auf die Jägerehre zu verzichten“.

Nachdrücklich mahnte Schütz die Jungjägerinnen und Jungjäger, nach ihrer vom Gesetzgeber erteilten Privilegierung zum Jagen Verantwortung zu übernehmen. Sie bewegten sich nun im Rahmen des Jagdrechts, „in dem Hege und Jagd untrennbar miteinander verknüpft sind“. Dabei seien der Schutz der Lebensräume mit ihren Bewohnern und die Erhaltung eines ausgewogenen Wildbestandes gesetzlich vorgeschriebene Aufgabe mit der Verpflichtung, waidgerecht, will heißen, tierschutzgerecht und nachhaltig zu jagen. „Aber ausgelernt haben wir alle jedoch nie“, wies Schütz die Jungjägerinnen und Jungjäger darauf hin, „dass waidgerechtes Jagen lebenslanges Aus- und Weiterbilden bedeutet“.

„Unsere Familie beschäftigt sich seit Jahren mit der Imkerei und ist sehr naturverbunden. Mein Großvater war Jäger und mein jüngster Sohn Nico, ausgebildeter Gärtner, erklärt uns seit Jahren die heimische Flora“ präsentierte Christine Keller aus Hattenheim sichtlich stolz ihre Urkunde, die ihr ältester Sohn Marco gleichzeitig erhalten hatte.

Ihren Entschluss, die Jägerprüfung zu absolvieren, habe sie bei einem sonntäglichen Familienmittagessen gefasst. Dabei habe ihr Marco mitgeteilt, dass er vorhabe, den Jagdschein zu machen. Darauf habe sie als leidenschaftliche Köchin ganz spontan geantwortet: „Ich auch“.

Begonnen habe ihr Weg zur Jungjägerin mit einem Vortreffen der Jungjäger im April 2016 im „Grünen Baum“ in Oestrich Winkel. Bis zur Prüfung im Mai 2017 habe sie zwei-bis fünfmal wöchentlich in einer breit aufgestellten Ausbildung mit Unterricht sowie an Einweisungen im Wald und an Schießübungen teilgenommen.

„Nach erfolgreich bestandener Prüfung freue ich mich und auch mein Sohn Marco, so Christine Keller abschließend, „über jagdlichen Anschluss“. Die Wilddichte sei gut, die Reviere hervorragend ausgestattet und die Jäger sehr hilfsbereit und aufnahmefreudig.

 

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