„So können wir zu Schutzmantel-Menschen werden“
Festwoche im Kloster Marienthal startete mit der Bezirkswallfahrt der Rheingauer Gemeinden

Haupt- und Ehrenamtliche der Pfarrei Heilig Kreuz Rheingau gestalteten die Messe zur Rheingauer Bezirkswallfahrt.

Marienthal. (chk) – „Sei gegrüßt, o Maria“, sangen die Rheingauer Kinderchöre zur Einstimmung auf die Messe auf dem Pilgerplatz im Kloster Marienthal, wo die die Festwoche am Sonntag mit der Rheingauer Bezirkswallfahrt begann. Die Bezirkswallfahrt stand unter dem Motto „Maria – Beschützerin des Rheingaus“. Die Messe wurde von der Pfarrei Heilig Kreuz Rheingau gestaltet; Hauptzelebrant war Bezirksdekan Ralph Senft. Er hatte bei seiner Einführung in dieses Amt im Juni betont, dass ihm die Belebung der Marienwallfahrt im Kloster Marienthal am Herzen liege.

Gut gefüllt war der Pilgerplatz, an diesem zunächst noch kühlen, aber sonnigen Morgen. Schon in aller Frühe hatten sich Pilgerinnen und Pilger zu Fuß aus verschiedenen Richtungen auf den Weg gemacht – in Lorch schon um 5.30 Uhr. Manche kamen mit dem Fahrrad oder mit dem Bus, und sehr viele reisten mit dem Auto an. Auch aus dem Großraum Rhein-Main kommen stets viele Wallfahrer zu solchen Gottesdiensten nach Marienthal, darunter war diesmal ein Diamantenes Hochzeitspaar, dem Pfarrer Ralph Senft seinen Segen spendete.

Sehr festlich wurde die Messe unter Beteiligung Haupt- und Ehrenamtlicher aus der Pfarrei Heilig Kreuz und auch aus anderen Rheingauer Kirchorten mit Pater Bernold Geyer und den Franziskanern von Marienthal gestaltet. In seiner Predigt griff Pfarrer Ralph Senft das große Gemälde von Maria mit dem Schutzmantel auf, das in der Wallfahrtskirche hängt und früher das Altarbild war. „Maria als Schutzpatronin des Rheingaus wendet sich voll Liebe denen zu, die sich unter ihren Schutzmantel stellen“, sagte Senft in seiner Predigt. „Unter ihrem Mantel ist noch viel Platz, auch für uns, die wir uns heute auf die Wallfahrt nach Marienthal begeben haben.“ Unter dem Schutzmantel seien in früheren Jahren und Jahrhunderten Kinder adoptiert und legitimiert und sogar Kanonen abgewehrt worden. Auch heute gebe es viele Menschen, die eines besonderen Schutzes bedürften. „Scheuen wir uns nicht, uns ihnen zuzuwenden nach dem Beispiel Marias. So können wir zu Schutzmantel-Menschen werden.“

Parallel zur Eucharistie-Feier auf dem Pilgerplatz feierten die Kinder in der freien Natur im Wald und auf der Wiese einen Kinderwortgottesdienst mit Pastoralreferentin Kerstin Lembach aus Lorch und Gemeindereferent Eberhard Vogt aus Oestrich-Winkel. Rechtzeitig vor dem Ende der Messe kehrten die Kinder zurück auf den Pilgerplatz, denn unter ihnen waren auch viele Sängerinnen und Sänger des Kinderchors, der für diesen Tag aus drei Chören zusammenkam, und noch einen Auftritt zum Abschluss der Messe hatte. „Unser Vater im Himmel, mach alles neu“, war das Lied, das sie vortrugen. Es verknüpft die Anliegen des Vaterunser mit der Bitte „mach alles neu“. Die Kinder aus dem Kinder- und Jugendchor St. Peter und Paul Eltville, aus der Kinderschola St. Martin Lorch und aus den Kinder- und Jugendchören Heilig Kreuz, die von Bezirkskantor Florian Brachtendorf geleitet werden, sangen in Marienthal unter seiner Gesamtleitung. Dafür bedankte sich Pfarrer Ralph Senft zum Abschluss. Ebenso dankte er dem Klassik-Ensemble der St. Ursula-Schule unter der Leitung von Thomas Bachmann und Organistin Nadine Templin für die musikalische Begleitung der Messe. „Und danke den Franziskanern, die seit 1873 hier immer ein offenes Ohr für die Menschen haben.“

In der Mittagspause hatten die Wallfahrer Gelegenheit zum gemeinsamen Mittagessen und zur Begegnung miteinander. Einen leckeren Gemüseeintopf hatten die Eltern der Kinder aus den Kinder- und Jugendchören der Pfarrei Heilig Kreuz gekocht – und die Töpfe wurden ganz und gar geleert. Zum Glück gab es auch noch Kaffee und Kuchen im Klostercafé des Pilgersaals.

Am frühen Nachmittag hatten die Gäste Gelegenheit, das Singspiel „Die Hochzeit zu Kana“ mit der Theatergruppe Stella Maris zu erleben, das am 1. Mai zur Eröffnung der Wallfahrtszeit Premiere hatte. Damals gehörte Bischof Georg Bätzing zu den begeisterten Zuschauern dieses Stückes (das Rheingau Echo berichtete darüber). Geschrieben haben es Pater Rainer Brähler und Peter Moussong, der auch Regie führte und seit vielen Jahren die Theatergruppe Stella Maris leitet.

Die meisten Gläubigen machten sich nach dem gemeinsamen Mittagessen auf den Rückweg, doch manche blieben auch zur Marienandacht der Franziskaner am Nachmittag, die von Bezirksdekan Ralph Senft, Pater Bernold Geyer und Pater Bernardin Schröder gehalten wurde. Nach der Ansprache von Pater Bernardin folgten die Pilgerinnen und Pilger der Prozession mit dem Gnadenbild, die an Festtagen zu den Höhepunkten im Kloster Marienthal zählt. Auf dem Kreuzweg des Klosters sangen die Wallfahrerinnen und Wallfahrer Lieder aus dem Begleitbuch der Marienthaler Wallfahrt, in der sich die jahrhundertelange Marienverehrung dieses Ortes widerspiegelt. Den Abschluss der Prozessions-Lieder bildet immer das Marienthaler Wallfahrtslied: „Im Rheingau umhütet von rauschendem Wald, ein Glöcklein so traut und so lieblich erschallt: Ave, ave, ave Maria! Ave, ave, ave Maria!“

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