Der Weltrekordler und sein Gartenflugzeug
Wie ein berühmter Rheingauer zu einem ungewöhnlichen Schmuckstück kam.

Im Garten gelandet: die L-40 Meta Sokol.

 

Rheingau. (tw) - Im April feierte Hans Uwe Schneider seinen 80. Geburtstag (das Rheingau Echo berichtete). Seit nunmehr schon über 30 Jahren weist das offizielle „Guinnessbuch der Rekorde“ den gebürtigen Frankfurter, der seit 42 Jahren in Erbach lebt, als Parodie-Weltmeister auf: Mehr als 100 prominente Künstler wie Heinz Erhardt, Iwan Rebroff, Hildegard Knef oder Zarah Leander imitierte das Stimmwunder einst und war mit seinen einzigartigen Fähigkeiten zu Gast in unzähligen TV-Shows. Auf mehreren Hundert Schallplatten ist seine Stimme zu hören und auf Youtube finden sich zahllose Auftritte seiner jahrzehntelangen Karriere. Weltweit ist seine Gabe bis heute unerreicht.

Ebenso einzigartig wie sein Stimmtalent ist auch das, was seit 20 Jahren Hans Uwes Schneiders Garten ziert und auch über Google Earth deutlich zu erkennen ist:  Eine „L-40 Meta Sokol“ (Metall-Falke) des Flugzeugherstellers Orličan aus der früheren Tschechoslowakei. In den Jahren 1957 bis 1961 wurde der Viersitzer 109 mal gebaut und diente einst als Sport- und Reiseflugzeug. Das letzte Modell wurde 1984 außer Dienst gestellt.
Für Aufruhr sorgte der Erbacher „Metall-Falke“ schon kurz nach seiner Ankunft in seiner neuen Heimat. In Nürnberg erwarb Hans Uwe Schneider für seinerzeit 2.000 DM sein Flugzeug, das er per Inserat in einer Fliegerzeitschrift gezielt als „Gartenzwerg-Ersatz“ (O-Ton des Besitzers) suchte. Für den Transport auf einem Tieflader wurden die Flügel demontiert und sollten in Schneiders Garten wieder angebracht werden. Doch bevor dies geschehen konnte, hielt die Besatzung eines Polizeihubschraubers die Flugzeugteile im Erbacher Garten für ein abgestürztes Kleinflugzeug. „Da war die Aufregung anfangs schon groß. Ich konnte es aber recht schnell aufklären, dass keineswegs ein Notfall vorlag“, erinnert sich der stolze Eigentümer lachend an diesen Vorfall vor 20 Jahren.
Ab und zu würden Piloten vom Flugplatz Mainz-Finthen vorstellig werden, die bei ihren Überflügen die ungewöhnliche Ansicht eines Kleinflugzeugs in einem Vorgarten wahrnehmen und sich dann näher darüber informieren würden. Er selbst sei früher sehr gerne vom Segelflugplatz in Rüdesheim gestartet, sagt Schneider. Als Fluggast, denn eine Flugberechtigung habe er leider nie erworben.
Mit seiner zweiten Ehefrau Claude, die er einst auf der Bühne kennen und lieben lernte, hat Hans Uwe Schneider seit mehr als einem Jahr „Familienzuwachs“ in seinem Domizil im Klemenacker 1 in Erbach.
Die 22 Jahre alten Zwillingsschwestern Nadja und Ljuba Dobrinchuk aus Usbekistan beginnen demnächst mit ihrem Tourismus Management-Studium in Mainz, haben bereits die Vorbereitungen für ihr Studium und auch ein freiwilliges soziales Jahr an einer örtlichen Kita absolviert. „Wir fühlen uns bei den Schneiders wie zu Hause“, sagt Nadja. Sie war es auch, die mit einem Foto auf unserer Facebook-Seite dafür sorgte, dass das Rheingau Echo das besondere Gartenflugzeug des Rheingauer Weltmeisters noch einmal näher in Augenschein nahm. Wer das außergewöhnliche Schmuckstück, welches von der Straße aus nicht zu sehen ist, mal aus der Nähe betrachten möchte, „ist uns herzlich willkommen“, sagte der fidele Eigentümer, der abschließend noch einen Wunsch an die Leser äußert: „Es wäre toll, wenn wir für Nadja und Ljuba eine Babysitter-Möglichkeit finden, mit der die beiden sich einen Teil ihres Studiums finanzieren können!“. Und nebenbei lässt sich sicherlich dann auch die sehenswerte und gut erhaltene L-40 Meta Sokol besichtigen.   

 

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