Rassegeflügelzüchter zeigen Zuchtergebnisse
Ehrungen im Rahmen der Rassegeflügelschau des Rüdesheimer Zucht-Vereins

Landrat Frank Kilian zeichnete Hans-Joachim Engelmann mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen aus. Engelmann sei für die Nachwuchsarbeit verantwortlich, „diese Arbeit trägt Früchte“.

Rüdesheim. (av) – 143 Hühner, Enten und Tauben zeigten sich mit ganzem Stolz den Besuchern der 78. Lokalen Rassegeflügelschau und 68. Vereinsjugendschau des Rasse-Geflügel-Zuchtvereins 1936 e.V. Rüdesheim am Rhein im Vereinshaus Eibingen. Die Bewertungskarten an den mit Tannengrün geschmückten Schaukäfigen deuteten auf ihre Vorzüge, die Wünsche der Preisrichter, Fehler und Mängel hin.

Denn alle ausgestellten Tiere wurden den Preisrichtern Hermann Brückel (Weilburg), Horst Crass (Schöffengrund) und Reinhold Groß (Beselich) vorgestellt, die ihre Aufgabe ernst nahmen. Allgemein durften die Rüdesheimer Rassegeflügelzüchter zufrieden sein, schnitten sie doch zuvor schon auf nationalen und internationalen Rassegeflügelschauen erfolgreich ab und kamen mit Meisterschaftstiteln zurück.

Zu den Ausstellern gehörten die Zuchtfreunde Carsten Beauchez, Dennis Clarke, Karl-Heinz Ernst, Hans-Joachim Engelmann, Isidoro Giampapa, Mario Höhne, Philipp Kuhlmay, Wilfried Lamberti, Martina Nesseler-Lamberti, Hans Schulte, Elke Schulte, Uwe Walther Nathalie Boekels und Philipp Paradeiser. Moorenten schwammen in einem kleinen Teich, die Rassen Zwerg Enten, Sperber, Padiamer, Sebright, Kraienköppe und Zwerg Orloff zählten zu den ausgestellten Prachtexemplaren. Zwerg Augsburger züchtet Hans-Joachim Engelmann, sie stehen auf der Roten Liste und sind vom Aussterben bedroht. Engelmann ist einer von 15 Züchtern weltweit und er war bereits Europameister, acht seiner Tiere waren zu sehen. Ebenso auf der Roten Liste steht die Geflügelrasse La Fleche, hier sind es weltweit 28 Züchter, die sich für den Erhalt der kleinen schwarzen Hühner einsetzen. Das La Fleche Huhn ist eine verhältnismäßig alte, französische Hühnerrasse. Sie wurde nach ihrem Ursprungsort, der französischen Stadt La Fleche im Departement Sarthe benannt. In prächtigem Federkleid zeigten sich die Damaszener Tauben, einige Bewertungen deuten auf „Vorzüglich“.

Im vergangenen Jahr habe man wegen der Vogelgrippe keine Geflügelschau ausrichten dürfen, so der Erste Vorsitzende Anton Mosler, der zur Ausstellung zahlreiche Besucherinnen und Besucher begrüßen konnte. Man sei daher erfreut, in diesem Jahr die Zuchterfolge präsentieren zu können – und diese können sich sehen lassen. So erreichte Hans-Joachim Engelmann eine Bestnote (vorzüglich) für eines seiner Zwerg Augsburger. Auch Dennis Clarke für zwei seiner Damaszener Tauben. Hervorragend, sehr gut und gut fielen die Bewertungen aller übrigen Tiere aus, keine Note war schlechter. Solche Noten führen daher auch zu Erfolgen auf der Landes- und Kreisebene, zu denen Bürgermeister Volker Mosler gratulierte. Der Schirmherr der Veranstaltung hatte die Ehre, Alfred Schneider für 71 Jahre Vereinszugehörigkeit und Robert Leydecker für 70 Jahre Mitgliedschaft mit Ehrenurkunden auszeichnen zu dürfen. Beide hätten sich große Verdienste erworben. Leydecker ist außerdem noch Erster Vorsitzender im Taubenzuchtverein. „Mit Herz und Seele hat er sich den Tieren angenommen“, sagte der Bürgermeister. Alfred Schneider leitet seit vielen Jahren die Rassegeflügelschauen. Schneider gab einen Einblick in die Vereinsarbeit und verwies auf beachtliche Erfolge seiner Vereinskameradinnen und -kameraden. Er konnte auch den Kreisvorsitzenden der Rassegeflügelzüchter, Reinhard Böhm begrüßen.

Eine lange Tradition verberge sich hinter dem Rassegeflügel-Zucht-Verein Rüdesheim, der auch eine hervorragende Kinder- und Jugendarbeit betreibe, so Landrat Frank Kilian. Er sehe den Verein gut aufgestellt, dies sei nicht zuletzt auch ein Verdienst von Hans-Joachim Engelmann, den er im Namen des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen auszeichnete. Engelmann sei für die Nachwuchsarbeit verantwortlich, „diese Arbeit trägt Früchte“, so Landrat Kilian. Darüber hinaus sei Engelmann mit seinem Zuchtgeflügel bereits Hessen-, Deutscher- und Europameister geworden, die Nachwuchszüchter aus Rüdesheim gehörten zur stärksten Jugendgruppe im Kreisverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus. „Das Positive an dieser interessanten Freizeitbeschäftigung hervorzuheben und dafür Werbung zu betreiben, gelingt Herr Engelmann sichtbar. Junge Menschen für die Aufzucht von Tieren zu begeistern, bedeutet viel Einsatz.“ Denn seit Jahren lade der Verein auch Kindergärten und Grundschulen aus Rüdesheim und Lorch in die Pferchanlage des Vereins am Römerhang ein. Die Kinder könnten den Tieren wie in einem Streichelzoo begegnen und etwas über deren Aufzucht lernen. „Herr Engelmann opfert dafür auch mal seinen Urlaub“, betonte Kilian. Einen solchen Einsatz brauche man vor der eigenen Wohnungstür: „Wir brauchen diese Gemeinschaft und die Vereine.“ Besondere Verdienste würden mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen gewürdigt, der für herausragendes ehrenamtliches Engagement im Bereich der demokratischen, sozialen oder kulturellen Gestaltung der Gesellschaft vergeben wird. Der damalige Ministerpräsident Albert Osswald stiftete den Ehrenbrief im Jahre 1973, erinnerte Landrat Kilian.

Nachdem sich die Besucherinnen und Besucher der Rassegeflügelschau ein Bild von den Zuchtergebnissen gemacht hatten, lockten Kaffee und hausgebackener Kuchen in den Vereinsraum. Eine große Tombola bereicherte ebenso die Veranstaltung, der Erlös aus den verkauften Losen ist für die Vereinsarbeit bestimmt.

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