Peter Jackob liest aus „Verschossen“
Meenzer Lokalkolorit bei Rheingauer Krimi-Abend-Veranstaltungl

Leila Emami mit Peter Jackob.

Walluf. (jh) – Zum zweiten Rheingauer Krimiabend in Weingütern hatte Veranstalter Bachmanns Wein+Kultur „Über den Dächern von Eltville“ eingeladen. Die Lesung mit Autor Peter Jackob fand aus Platzgründen nicht in den Räumen der Gutsschänke Klerner Erben in Walluf statt, sondern im katholischen Pfarrzentrum. Dementsprechend war die Atmosphäre ein wenig steril. Doch das tat der Lesung keinen Abbruch.

 

Neben guten Tropfen und kleinen Leckereien erwartete die über 100 Gäste Auszüge aus dem neuesten Buch von Peter Jackob „Verschossen“. „Es freut mich besonders ihnen heute Abend einen Autor vorzustellen, der quasi um die Ecke lebt, aber doch ganz weit weg, nämlich in Mainz ... uff der ebsch Seit,“ begrüßte die künstlerische Leiterin der Veranstaltungsreihe, Leila Emami, die Besucher.

Peter Jackob ist ein Mainzer Bub aus einer alteingesessen Mainzer Familie. Jeder, der sich Mainz etwas auskennt, kennt das traditionsreiche Fischrestaurant Jackob in der Altstadt. Peter Jackob wollte jedoch etwas anderes und zog in die weite Welt. Schon als Zwölfjähriger war er von Sherlock-Holmes-Büchern begeistert. Fast logisch war das Studium der Literaturwissenschaft, das er mit einem Doktortitel abschloss. Doch das Studium der Literaturwissenschaft war nicht alles, denn mehr als das, erfüllt ihn das Schreiben selbst. Gedichte und Prosa sind seine große Leidenschaft. Dass er ein Autor ist, der für sein Schaffen über den Tellerrand schaut, zeigt, dass er Mainz verließ, die Welt bereiste und 14 Jahre in Florenz lebte.

Leila Emami berichtet in der Begrüßung über Peter Jackob, dass er neben Kurzkrimis, Finnland-Triller auch liebend gerne Sherlock Holmes-Romane, die sich dicht an der Tradition der Romane von Sir Arthur Conan Doyle halten, schreibt. Jackobs Sherlock Holmes ermittelt also genauso wie der von Doyle auf der Insel und nicht hier bei uns am Rhein. „Dass diese Romane ausgezeichnet recherchiert, gezeichnet und geschrieben sind, beweist, dass er dafür den renommierten Preis der blauen Karfunkel der Sherlock Holmes Gesellschaft bekommen hat“, verrät Emami.

Aber einmal Rhein, immer Rhein. So kehrte Peter Jackob in seine Heimatstadt zurück, wo er den Mainzer Ermittler Kommissar Schack Bekker erschuf. Kommissar Schack Bekker kennt sich genauso wie sein Schöpfer bestens in Mainz aus und ist durch und durch Meenzer.

„Verschossen“ ist der Titel des vierten Kommissar Bekker-Romans, der im Frankfurter Sociäts-Verlag erschienen ist. Verschossen hat dabei drei Bedeutungen: Der Kommissar ist verschossen in seine Kollegin, verschossen wird ein Tor bei einem wichtigen Fußballspiel und verschossen ist Peter Jackob in Mainz und das Schreiben.

In den Kommissar-Bekker-Romanen geht es neben all dem Lokalkolorit auch immer um ein übergreifendes Thema: In diesem Falle um Fußballwetten und die dunklen Machenschaften damit, die zum Auslöser einer tödlichen Eskalation werden.

Peter Jackob liest seine Textstellen mit wörtlicher Rede in Meenzer Dialekt – zum Amüsement der Zuhörer. Seine Schilderung über das ungewollte WG-Leben des Protagonisten erntet herzhafte Lacher. Schnell findet Jackob den Draht zu seinen Zuhörern, die nach einer kleinen Pause gern in den Saal zurückkehren, um dem „Vorleser“ weiter zu lauschen.

Am Ende der Lesung wird viel Beifall gegeben. Viele Besucher nutzen die Möglichkeit, ein Buch zu kaufen und signieren zu lassen.

 

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