Buchtipp
Colours – Giftgrün bringt den Tod

Victoria Finlay: Colours – Die Geschichte der Farben, Theiss Verlag 2015, Preis: 24,95 Euro, ISBN 978–3–8062–3164–9.

 

Rheingau. (mg) – Manganschwarz, Ägyptisch Blau, Ockergelb, Zinnoberrot, Ultramarin, Mauve und Smaragdgrün: Hinter jeder Farbe verbirgt sich eine Geschichte. Diesen geht Victora Finlay in ihrem Buch „Colours“ in spannenden kurzen Beiträgen nach. Sie beschreibt kenntnisreich, was für Bedeutungen Farben haben und seit wann es welche Farben gibt. Ihr Buch ›Colours. Die Geschichte der Farben erschien jetzt im im Konrad Theiss Verlag.

Die Autorin Victoria Finlay nimmt den Leser mit auf eine Entdeckungsreise durch die Welt der Farben und erklärt, aus welchen Materialen sie hergestellt wurden.
Sie erläutert, welche Bedeutung die Farben haben, auch wie sie genutzt werden, um kunsthistorische Einordnungen, Zuschreibungen und Fälschungen zu belegen.
Die Autorin beschreibt präzise, eindrucksvoll und spannend die Geschichte der Farben über die ersten Erdtöne bis hin zu den Farben Mauve, Preußisch Blau, Smaragdgrün und Sepia.
Von den ersten Tönen der Felsenmalerei bis zu Yves Kleins Internationalem Blau Rot, Gelb, Schwarz, Weiß und Braun. Das waren die Farben der ersten bekannten künstlerischen Darstellungen auf dieser Erde. Verschiedene Felsenmalereien von vor teilweise über 40.000 Jahren beinhalteten erstmals Farben, die leicht in der Natur zu finden waren. Rotes und gelbes Ocker kamen im eisenhaltigen Boden vor. Verbranntes Holz oder Rußrückstände eines Feuers wurden für die Farbe Schwarz genutzt.
Weiß ließ sich aus Kalkstein oder Kreide gewinnen und Braun ist die Farbe von Erde und Schlamm.
Die älteste synthetisch hergestellte Farbe ist Ägyptisch Blau. Um 2200 v. Chr. wurde das Pigment aus Kalk, Sand und meist einem kupferhaltigen Mineral erstmals hergestellt. Ultramarinblau war neben Gold die wertvollste und bedeutendste Farbe im Mittelalter. Es wird aus dem Halbedelstein Lapislazuli gewonnen. Dieser gelang aus dem weit entfernten, jenseits des Meeres gelegenen, Afghanistan nach Europa.
Dadurch entstand auch der lateinische Name der Farbe: „ultra“ (jenseits) und „mare“ (Meer). Zunächst wurde nur der Stein für Schmuckstücke verwendet. Ab dem 14. Jahrhundert wurde das aus dem Stein gewonnene Pigment zur kostbarsten Farbe der christlichen Kunst.
Es wurde für das Gewand der Jungfrau Maria verwendet um zum Ausdruck zu bringen, dass sie die wichtigste Person an Jesus Seite war.
Durch das Ultramarin konnte auch einer der bekanntesten Kunstfälschungen aus den Niederlanden entdeckt werden. Han van Meegeren malte Gemälde Jan Vermeers – einer der bekanntesten niederländischen Künstler des 17. Jahrhunderts. Die Fälschung wurde durch ein vermischtes Ultramarin mit Kobaltblau entlarvt, denn Kobaltblau gab es erst seit 1802.
Für die Moderne ist das Internationale Klein Blau (IKB) eines der wichtigsten Farben. Der französische Künstler Yves Klein entwickelte dieses Blau 1955 und gab ihm seinen eigenen Namen. Dass er Bilder malte, die nur aus einer Farbfläche dieses Blaus bestanden, ließ die Kunstwelt aufschreien.
Finlay fördert erstaunlichen Dinge zutage: So steht die Farbe Rot in China für Glück. Bräute tragen dort nicht Weiß, sondern Rot; und Haushalte, in denen das Glück wohnt, haben rote Decken. Außerdem war der Weihnachtsmann nicht immer in rot gekleidet. Bevor er 1890 erstmals in einem roten Mantel gezeichnet wurde, trug er Beige.
Finlay entschlüsselt die Symbolik der Farben, gibt Einblicke in die wissenschaftlichen Techniken zur Entdeckung von Pigmenten in Bildern und nimmt den Leser mit zu einer Reise rund um den Globus zu Kulturen und Farben. Reich bebildert mit Kunstwerken von van Gogh, Monet, Munch und Hockney sowie ausgestattet mit Abbildungen aus dem Getty Museum in Los Angeles, macht die Autorin die reiche und eindrucksvolle Welt der Farben erlebbar.
Victoria Finlay studierte Anthropologie und Journalismus. Von 1991 bis 2003 leitete sie das Kunstressort der South China Morning Post. Heute arbeitet sie als freie Autorin und schreibt Kurzgeschichten.
 

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