Buchtipp
Gedanken zur Gesichtsbehaarung

Jörg Scheller und Alexander Schwinghammer (Hrsg.): Anything Grows, 15 Essays zur Geschichte, Ästhetik und Bedeutung des Bartes, 2014, 315 Seiten, gebunden, Franz Steiner Verlag, ISBN 978–3–515–09708–6, Preis: 29,90 Euro.

 

Rheingau. (mg) – Wollten Sie immer schon einmal wissen, was Sie da eigentlich im Gesicht tragen? Ob Ihr persönlicher Bartstil eher aristokratischen, demokratischen oder religiösen Ursprungs ist? Warum die 1980er Jahre eine Bartödnis waren, das 21. Jahrhundert hingegen geradezu verrückt nach Bärten ist?

In dem Buch „Anything Grows“ erläutern Wissenschaftler und Journalisten mal spielerisch-essayistisch, mal gewissenhaft-akademisch die vielfältigen Formen, Bedeutungen und historischen Hintergründe von Bärten. Von homophoben Priestern über sendungsbewusste Revolutionäre bis hin zu experimentierfreudigen Musikern – die Ahnengalerie unserer Bartmoden steckt voller Überraschungen und Widersprüche. Heute erlebt der Bart eine verblüffende Renaissance, die Möglichkeiten seiner Gestaltung scheinen fast grenzenlos.
Das Buch enthält Beiträgen von Christian A. Bachmann, Jan Füchtjohann, Stephan Fürstenberg, Daniel Hornuff, Joseph Imorde, Jan Kopp, Dirk Krautwig, Mahres Kupka, Sulgi Lie, Allan Peterkin, Lea Rasovszky, Benedikt Sarreiter, Jörg Scheller, Alexander Schwinghammer, Jörg Seiler und Beat Wyss.
Im Rahmen der einzelnen Beiträge wird schnell klar, Bärte sind mehr als modische Spielereien und Biotope für Bakterien. Sie sind auch Bedeutungsträger mit vielfachen historischen Verästelungen.
Bärte beherrschen die Medien: Die vollbärtige Drag Queen Conchita Wurst gewann den Eurovision Song Contest 2014. Der Pforzheimer Friseurmeister Gerhard Knapp triumphiert in der Kategorie „Vollbart Freistil“ bei den Bartwettkämpfen 2014 im schweizerischen Urdorf.
Stilratgeber konkurrieren um hilfesuchende Männer, die mit der adäquaten Bartwahl und Bartgestaltung überfordert sind.
Auch in Bärten, und seien sie nur Kinntupfer oder Wangenschatten, spiegelt sich die Menschheitsgeschichte. Es ist unmöglich, einen Bart zu tragen, ohne sich in eine lange Ahnenreihe von Päpsten, Kaisern, Revolutionären, Diktatoren, Künstlern, Wissenschaftlern, Musikern oder Schauspielern zu stellen.
Dieses Buch schlägt einige Schneisen durch den Dschungel der Bartgeschichte.
Herausgeber Jörg Scheller ist Kunstwissenschaftler, Journalist und Musiker. Er hat eine Dozentur an der Zürcher Hochschule der Künste inne und ist dort Co-Leiter der Vertiefung Fotografie.
Mitherausgeber Alexander Schwinghammer ist Kulturanthropologe und Theaterwissenschaftler. Er arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Theorie und Geschichte der Visuellen Kommunikation an der Bauhaus Universität Weimar.
 

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