Wahl zum Rheingauer des Jahres 2017

 

Kandidaten-Präsentation und Aufruf zur Wahl

Rheingauer/in des Jahres: Vier Nominierte für den Titel im Jahr 2017

Rheingau. (mg) –  Die Zahl engagierter Menschen in unserer Gesellschaft ist glücklicherweise groß. Von manchen weiß man, andere kennt man nicht und wieder andere möchten kein Aufhebens davon machen. Doch Engagement ist keine Selbstverständlichkeit. Und deswegen sollte es auch öffentlich gewürdigt werden, damit sich vielleicht noch mehr Menschen finden, die dem Beispiel folgen.
Die Fragen, wer im Rheingau einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander geleistet hat oder wessen Aktivitäten im und für den Rheingau bemerkenswert sind oder förderlich, soll die Leser-Wahl zum „Rheingauer des Jahres“ klären.
Menschen und ihre Taten zu beleuchten, ist das Ziel eines gemeinsamen Wettbewerbs der Rheingauer Weinbühne von Wolfgang Junglas und dem Rheingau Echo. Dazu waren die Menschen der Region aufgerufen, Vorschläge zu unterbreiten und Menschen zu benennen, die diese Auszeichnung verdient haben. Wer am Ende den Titel für das Jahr 2017 erhält, entscheiden die Leser des Rheingau Echos bzw. alle Rheingauer.
Im vergangene Jahr wurde Dr. Winfried Rathke zum Rheingauer des Jahres gewählt.
Auf den folgenden Seiten stellt das Rheingau Echo jene Personen vor, die in diesem Jahr für den Titel „Rheingauer/in des Jahres“ nominiert wurden. Es sind ganz unterschiedliche Charaktere, die sich im Rheingau engagiert und damit der Region auf ihre Art auch ein Gesicht gegeben haben.
Auch wenn am Ende der Titel nur an eine Person vergeben werden kann, sind doch alle ein Vorbild für andere.

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Per Postkarte oder Brief an die Rheingau Echo Redaktion, Stichwort „RdJ“, Industriestraße 22, 65366 Geisenheim, per Fax (06722-996610) oder E-Mail (echoredaktion[at]rheingau-echo[dot]de) und natürlich im Online-Voting im Internet auf der Seite www.rheingau-echo.de kann ab sofort bis zum 30. September jeder seine Stimme abgeben und sich an der Wahl des „Rheingauers oder der Rheingauerin des Jahres“ beteiligen.     
Den Titel erhält, wer die meisten Stimmen bekommt. Für die Online-Abstimmung muss man sich zunächst als Benutzer registrieren, um Zugriff auf das Abstimmungsformular im Internet zu erhalten. Der Rheingauer des Jahres wird dann am 4. Oktober bei der Veranstaltung „Rheingau Live“ in der Brentanoscheune bekannt gegeben und mit der Trophäe belohnt.

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Direkt zur Abstimmung


 

Engagiert für Kultur und Kirche
Hermann Becker beeindruckt als Konzert-Moderator und Mundartdichter

Hermann Becker

Martin Blach(chk) – Hermann Becker (73) hat sich im Rheingau einen Namen als Moderator von Konzerten und als Mundartdichter gemacht. Chöre, Musikvereine und Publikum wissen seine Moderation zu schätzen, die ernst und getragen sein kann oder auch lebhaft und humorvoll. „Das passe ich der Art der Musik an“, sagt Hermann Becker, „und ich freue mich, wenn ich die ganze Vielfalt zum Ausdruck bringen kann.“ Für jedes Konzert schreibt er seinen Text ganz individuell. Angefangen hat alles in den 1970er Jahren, als Bernd Hans Gietz ihn für eines seiner Konzerte als Moderator anwarb. Das kam auf Anhieb gut an, und schon bald war er ein gefragter Konzertmoderator. Sein Ruf reicht sogar über den Rheingau hinaus, denn er wird auch für die Moderation städtischer Veranstaltungen in Wiesbaden engagiert.
Seine Anfänge als Mundartdichter liegen schon etwas weiter zurück, denn schon in jungen Jahren hat er das Publikum bei Fastnachtsitzungen des Carneval Vereins Winkel mit seinen vergnüglichen Reimen begeistert. Als 1984 der Rheingauer Mundartverein von Hedwig Witte und Ulrike Neradt gegründet wurde, gehörte auch Hermann Becker zu den Gründungsmitgliedern. In verschiedenen Büchern, die der Mundartverein herausgegeben hat, sind Gedichte, Geschichten und in Rheingauer Mundart umgeschriebene Märchen von ihm enthalten. Gemeinsam mit Lothar Meckel hat er vor zwei Jahren außerdem den Mundart-Gedichtband „Reimgold“ veröffentlicht, der den Untertitel „Erlebtes, Gehörtes, Überliefertes und Erfundenes“ trägt.
Manchmal steht Hermann Becker selbst am Mikrophon und rezitiert eigene Mundarttexte. Besonders gerne werden seine Gedichte und Geschichten auch von anderen Mundart-Akteuren vorgetragen oder gespielt, so zum Beispiel von der Nachwuchsgruppe des Mundartvereins, den Rheingauer Schlappmäulcher. Sie haben bereits seine Stücke „Es schau Gretel“ und „De Winzer im Himmel“ zum großen Vergnügen des Publikums als szenisches Spiel aufgeführt.
Bei den Fastnachtsitzungen der Winkeler Kolpingfamilie steht Hermann Becker noch heute auf der Bühne und er ist auch im Vorstand. Viele Jahre war er Sprecher des Freundeskreises zum Erhalt der Mittelheimer Basilika. Seit der Freundeskreis ein eingetragener Verein ist, ist er der dessen Vorsitzender. „Notgedrungen haben wir den Freundeskreis gegründet, weil die Kirche nur zum geringen Teil vom Bistum Limburg erhalten wird. Ich schätze diese Kirche sehr und ihr Erhalt liegt mir sehr am Herzen“, betont Becker. In der Basilika macht er auch Führungen für Gruppen und moderiert die Benefizkonzerte.
Eng verbunden ist er auch mit der Kirche St. Walburga in seinem Heimat-Kirchort Winkel, wo er sein Leben lang zu Hause ist. Dort ist er Lektor, Kommunionhelfer und steht auch für Wortgottesdienste zur Verfügung. Sein kirchliches und kulturelles Engagement und vor allem das Schreiben von Gedichten und Formulieren von Texten war für ihn immer ein kreativer Gegenpol zu der Welt der Zahlen in seinem Beruf als Prokurist und Leiter des Rechnungswesens bei der Rheingauer Volksbank.
 

Die Zukunft des Vereins liegt ihm am Herzen
Harald Berg ist seit 41 Jahren Erster Vorsitzender des Tennisclubs Blau-Weiß

 

Harald Berg

Irene Kremer(chk) – Harald Berg (65) hat vor 41 Jahren den Tennisclub (TC) Blau-Weiß Hattenheim mitgegründet. Er ist einer der Initiatoren, die sich damals zusammengetan haben, um den Tennissport in der Region bekannter zu machen und zu akzeptablen Mitgliedsbeiträgen einem breiteren Publikum zu ermöglichen. Dass der TC Blau-Weiß sich erfolgreich entwickeln konnte, ist insbesondere Harald Berg zu verdanken, der von Anfang an bis heute ununterbrochen als Erster Vorsitzenden die Geschicke des Vereins lenkt. Er hat sich nie darauf beschränkt, nur die Vorstandsarbeit federführend zu leiten, sondern hat stets die Ärmel hochgekrempelt, wenn es an die praktischen Arbeiten ging. Das war gerade in den Jahren des Aufbaus besonders notwendig. So verfügte der TC Blau-Weiß nach anfänglich zwei Plätzen und einer kleinen Baubude als Vereinsheim schon nach einigen Jahren über ein geräumiges Clubheim und über sechs Plätze. Ein Großteil der Bauleistungen war nach Feierabend und an den Wochenenden in Eigenleistungen erbracht worden. Neben den sechs Sandplätzen hat der Verein für den Winter auch eine Traglufthalle.
Der 270 Mitglieder zählende Verein hat auch heute noch ein motiviertes Team von freiwilligen Helfern. „Aber die Zahl der Mitglieder, die mit anpacken können und den Verein am Leben erhalten, ist kleiner geworden. Die jüngeren Mitglieder zwischen 20 und 40 sind durch Studium, Beruf und Familie so stark eingespannt, dass sie das nicht bringen können“, sagt Harald Berg. „Heute ist der Verein für viele ein Dienstleister.“ Aber auch das ist ihm wichtig, und deshalb ist er gern der Mann für alle Fälle, der „Notnagel“ und der Garant, der dafür sorgt, dass alles weiterläuft. Gerne entwickelt er mit seinem Vorstandsteam auch Ideen für Turniere und andere Veranstaltungen, für die sich die Mitglieder begeistern können. „Es ist viel Arbeit, aber es macht auch Spaß, und ich spiele auch selbst noch Tennis“, betont er. Gerne übernimmt er auch die Küche und die Bewirtung im Clubheim, kocht für Gäste und Mitglieder im Wechsel mit anderen Aktiven. „Die Mitgliederbeiträge und der Erlös aus der Bewirtung dienen der Finanzierung des Vereins.“ Derzeit ist er auch kommissarischer Jugendwart. „Wir haben 60 Kinder und Jugendliche, die mir am Herzen liegen, denn sie sind die Zukunft des Vereins.“ Etwa 60 Prozent der Mitglieder kommen aus Hattenheim, die übrigen aus der Region, weil sie die Atmosphäre beim TC Blau-Weiß zu schätzen wissen.
Als Diplom-Ingenieur war Harald Berg beim Regierungspräsidium Darmstadt zuständig für Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz. Seit April ist er im Ruhestand und hat eine Tätigkeit als gesetzlicher Betreuer übernommen. Neben Beruf und Familie ist er seit 1981 außerdem in vielen politischen Ehrenämtern aktiv: als Stadtverordneter in Eltville und in verschiedenen Ausschüssen und Kommissionen in Eltville und Hattenheim; lange Zeit war er auch Kreistagsabgeordneter. Ebenfalls seit 1981 ist er Schöffe am Landgericht Wiesbaden.

 

Die Schönheit der Mittelrhein-Region vermittelt
Wander- und Pilgerexperte Wolfgang Blum begeistert Menschen für den Rheingau

Wolfgang Blum

Winfried Rathke(chk) – Wolfgang Blum (62), Wanderexperte aus Geisenheim wird gerne auch als Mr. Rheinsteig oder als „Wanderpapst“ bezeichnet. Als „zertifizierter Natur- und Landschaftsführer Oberes Mittelrheintal“, Gästebegleiter Rheingau-Taunus, wie auch als Kultur- und Weinbotschafter hat er schon deutschlandweit Aufmerksamkeit auf sich gezogen – besonders mit seinen 12-, 24– und 36-Stunden-Touren. Vielen Wanderern hat er die Schönheit seiner Rheingauer Heimat und der Mittelrhein-Region vor Augen geführt und sie für die Bewegung in der Natur begeistern können. Inzwischen ist er auch Pilgerführer und hat den Rheingauer Klostersteig mit konzipiert.
Als Dr. Caspar Söling, Geschäftsführer der St. Vincenzstift gGmbH, im Zusammenhang mit der Wiederbelebung der Marienkirche die Idee entwickelte, einen Verbindungsweg zwischen den alten Rheingauer Klöstern aufleben zu lassen, fand er in Wolfgang Blum einen kompetenten Ansprechpartner, der sich voll und ganz auf die Idee einließ und auch im Arbeitskreis „Rheingauer Klostersteig“ mitwirkte. Er arbeitete ein eigenes Konzept zum Pilgerwandern aus und wurde dafür mit dem Tourismuspreis „Für meine Region – Wiesbaden-Rheingau-Taunus“ in der Kategorie „Kreative Ideen“ ausgezeichnet. „Ich bin der festen Überzeugung, dass der Klostersteig die Attraktivität der Region steigern wird und Gästegruppen anspricht, die bisher am Rheingau vorbeigewandert sind“, betont er. „Immerhin gab es einst zwölf Klöster in den 24 selbständigen Orten des Rheingaus.“ Dass man auch heute noch das Klosterleben im Rheingau ganz praktisch erleben kann und nicht in die Pyrenäen reisen muss, vermittelt er seinen Mitpilgern auf dem Klostersteig und bei Besuchen im Kloster Marienthal, im Kloster Nothgottes und in der Abtei St. Hildegard.
Bei seinen Führungen auf dem Klostersteig ist er schon an seinem Outfit als „Chefpilger“ zu erkennen, und umsichtig wie ein guter Hirte hält er seine Schäfchen stets zusammen. Auch für die Wein-Walks mit den Benediktinerinnen der Abtei St. Hildegard, wie auch für die Krimi-Wanderungen mit Leila Emami konnte er bereits viele wander- und genussfreudige Menschen gewinnen. „Wandern ist auch ein Wirtschaftsfaktor“, betont Wolfgang Blum. „Ich sehe mich als Dienstleister für die Region und hoffe, dass der Rheingau in spätestens zehn Jahren zu den bekanntesten Wanderregionen Deutschlands gehört.“
Mit Leila Emami hat er im vergangenen Jahr das Buch „Mords-Mittelrheintal“ geschrieben, und er ist außerdem Autor von zehn weiteren Büchern über den Rheingau, den Rheinsteig, das Mittelrheintal, Rheinhessen und auch über weiter entfernte Ziele. Er ist ambitionierter Bergsteiger und pflegt viele weitere sportliche Aktivitäten. Darüber hinaus findet auch noch Zeit, sich ehrenamtlich für das Lindenfest und das historische Stadtspektakel in seiner Heimatstadt zu engagieren, außerdem auch als Sportwart der Turngemeinde Rüdesheim, wo er seit 25 Jahren als Übungs- und Fahrtenleiter der Skiabteilung tätig ist.
 

Geborgenheit für alte Menschen
Schwester Wilhelmine ist Gründerin und Stifterin des Hauses Wilhelmine

Schwester Wilhelmine

Adolf Seitz

(chk) – Schwester Wilhelmine Schmidt (90) hat vor 50 Jahren ein privates Altenheim an der Eltviller Landstraße in Erbach gegründet und leitet es bis heute mit bemerkenswertem Elan. Fünf Jahrzehnte ihres Lebens hat sie ihre Kraft und Zuwendung pflegebedürftigen alten Menschen gewidmet, um ihnen ein würdevolles Zuhause gegeben. Als alleinstehende Frau und erfahrene Krankenschwester gab sie ihre sichere Berufstätigkeit auf, um aus einer schönen alten Villa in schlechtem Bauzustand auf einem verwilderten Grundstück das Seniorenheim zu errichten, dem sie ihren Namen gab: Das Haus Wilhelmine. „Der Aufbau aus dem Nichts wurde mir nicht geschenkt“, sagt sie selbst. Doch mit unternehmerischem Mut, Organisationstalent und Durchsetzungsvermögen überwand sie alle Hürden, um ihren Traum zu verwirklichen und das Haus mit zunächst 19 Plätzen zu eröffnen. Im Laufe der Jahre baute sie das Seniorenheim auf heute 41 Plätze aus. Ihr Engagement steckte Schwester Wilhelmine nicht nur in den Aufbau und die Leitung ihres Seniorenheims, sondern bewies darüber hinaus starken ehrenamtlichen Einsatz in vielen weiteren Bereichen, beispielsweise in der Kommunalpolitik, in der Frauen-Union, im Hilfsverein für Seelisch Kranke und beim Deutschen Roten Kreuz (DRK). Sie ergriff 1973 die Initiative zur Gründung des DRK-Ortsverbandes Erbach, wurde zur Gruppenleiterin der Ortsgruppe Erbach gewählt, kümmerte sich um die Ausbildung der Sanitätshelfer und organisierte bis zur Ausrüstung für den Sanitätsdienst alles, wie von ihren früheren Mitstreitern hervorgehoben wird.
Schwester Wilhelmine hat große Summen in die stetige Erweiterung ihres Lebenswerks investiert und ihre persönliche Gestaltungskraft für ein angenehmes und lebenswertes Umfeld der alten Menschen eingesetzt. Sei es in der geschmackvollen Ausstattung der Einzelzimmer, die viel Individualität zulassen, sei es in einem angenehmen Ambiente der Gemeinschaftsräume und des umgebenden Parks mit mediterranem Flair. Den Bewohnerinnen und Bewohnern bietet sie durch Feste, kulturelle Angebote, und regelmäßige Gottesdienste viel Abwechslung. Den alten Menschen ein Gefühl von Zuhause und Geborgenheit zu vermitteln, ist ihr ein Anliegen, und darauf achtet sie auch bei der Auswahl ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Spricht man mit Angehörigen von Bewohnerinnen und Bewohnern, so bezeichnen sie es als Glücksfall, dass sie ihre Väter oder Mütter in diesem Haus versorgt wissen.
Schwester Wilhelmine, die auch mit 90 Jahren noch mit ihrer Tatkraft und Energie beeindruckt, hat für ihr Lebenswerk schon alle wesentlichen Auszeichnungen bis hin zum hessischen Verdienstorden und zum Bundesverdienstkreuz erhalten. Um ihr Lebenswerk zu sichern, hat sie das ganze Anwesen und ihr erarbeitetes Vermögen in eine gemeinnützige Stiftung eingebracht, um es so auf alle Zeiten dem Stiftungszweck zu erhalten. Damit wird ihr Werk auch über ihre eigene Lebenszeit hinaus, alten Menschen aus der Region ein Zuhause bieten und die Härten des Alters zu mildern.
 

Die Stimmabgabe zur Wahl des/der Rheingauer/in des Jahres ist nicht mehr möglich.



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