RheingauCenter Nachrichten

"Geisenheim open" im Kulturtreff "Scheune"

Weinpräsentation der Wein-Reimer gut besucht / Forschungsanstalt gewinn Trophy

Preisträger: Oberreimer Herbert Heise mit den Siegern der Blindprobe: Matthias Schmitt (Doktorand Forschungsanstalt), Karin Freimuth und Eva Grimm. Mit den Siegern freuen sich Weinkönigin Anja und ihre Prinzessin Carina.

Geisenheim. (hhs) "Für Geisenheim und seinen Wein einen Reim" so lautet die Maxime der Geisenheimer Wein-Reimer. Zwar wurde bei der achten Auflage ihrer Wein-Präsentation nicht gereimt, ein Erfolg für die teilnehmenden Winzerbetriebe wurde die Veranstaltung aber in jedem Fall.

Was den Prädikatsweingütern die "Rheingau Open" auf Schloss Johannisberg ist, ist den Geisenheimer Winzern die Weinpräsentation in der "Scheune". Bei der achten Auflage der von den Geisenheimer Wein-Reimer bestens organisierten Veranstaltung präsentierten zwölf Weingüter sowie die Sektkellerei Bardong insgesamt 55 Weine und Sekte. Diese trugen teilweise Bezeichnungen, die die Faibles ihrer Erzeuger deutlich machten. So haben die Weine der bekennenden Wagner-Liebhaberin Dr. Cordula Fehlow Namen wie Parsifal oder Götterdämmerung; der hauptberufliche IT-Spezialist Hans-Joachim Klose nutzt in seinem Weingut "Werk2" Bezeichnungen aus der Informatikbranche wie SuperNova oder PEARL.

An Sorten dominierten die Rheingauklassiker Riesling und in kleinerem Umfang der Spätburgunder in verschiedenen Variationen von Weißherbst über Blanc de Noir bis zum klassischen Rotwein. Zunehmend kommen aber auch im Rheingau eher selten angebaute Sorten ins Angebot. So schenkte das Marienthaler Weingut Tannenhof einen Silvaner und einen Kerner aus, der benachbarte Hof Rheinblick einen Weißen Burgunder. Karlo Dillmann imponierte mit einem trockenen grauen Burgunder, Cordula Fehlow offerierte einen weiteren Silvaner. Hochinteressant war auch der Auxerrois aus dem Weingut der Forschungsanstalt ein klassischer Burgunder, die im Zeitalter des Klimawandels immer mehr Verbreitung finden dürfte. Die in vielen anderen Ländern schon häufige Komposition verschiedener Weine praktizierte das Weingut Ostermühle mit seiner Rotwein Cuvée.

Die Präsentation im Kulturtreff "Die Scheune" stieß auf reges Interesse. Mehr als 120 zahlende Gäste der Obolus für die umfassende Probe betrug 10 Euro fanden den Weg in den Stammsitz der Geisenheimer Wein-Reimer. Schirmherr war Bürgermeister Frank Kilian. Er lobte einmal mehr die Arbeit der Wein-Reimer für den Geisenheimer Wein. "Das Engagement der Geisenheimer Wein-Reimer demonstriert deutlich das erfolgreiche Zusammenwirken mit den ortsansässigen Winzern für unsere liebenswerte Lindenstadt als internationaler Start der Rebe und des Weines".

Bester Schoppenwein

Zu dem Genuss kam auch noch ein spannender Wettbewerb um die "Wein-Trophy". In einer Blindverkostung hatten die Besucher Gelegenheit, ihren persönlichen Lieblingswein zu finden. Jeder Winzer bot einen trockenen 2010er Riesling-Schoppenwein an. Außer den beiden "Probenleitern" Bernward Herrmann und Oswald Semmler wusste niemand, in welcher Flasche welcher Wein war.

Immerhin 85 Weinfreunde machten am Wettbewerb mit und kreuzten auf dem Stimmzettel ihre drei Favoriten an. Am Ende der Veranstaltung wurden die Preisträger gekürt: Sieger wurde das Weingut der Forschungsanstalt, zweiter das Weingut Alexander Freimuth und auf den dritten Platz wählten die Wein-Reimergäste den 2010er Schoppen aus dem Weingut der Brüder Grimm.

Wie weit der Besucherkreis der Präsentation reicht, bewies ausgerechnet der glückliche Gewinner eines Pakets, das unter allen Teilnehmern der Abstimmung verlost wurde: Glücksfee Weinprinzessin Carina Eisenhuth zog Jupp Graf aus der mittelhessischen Bierstadt Lich. Graf konnte sich über jeweils eine Flasche der blindverkosteten Weine freuen. Der gebürtige Geisenheimer legte großen Wert darauf, dass er auch in seiner neuen Heimat die Verbindung zum Wein aufrecht erhält: Er wohne in der Straße "Am Wingert".