Koreanisches SUV ist eine Rarität auf deutschen Straßen

SsangYong – Der neue Korando
Koreanisches SUV ist eine Rarität auf deutschen Straßen

Rheingau. (mg) – Es ist erst drei Jahre her, dass SsangYong dank Ital-Design dem Korando ein gefälligeres Äußeres verpasst hat. Doch in Wiesbaden präsentierten nun die Koreaner schon das Facelift für ihr kompaktes Modell im C-Segment, das zum Verkaufsschlager des kleinen Autobauers werden soll.

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Immerhin 1.000 davon will man über die 111 Händler in Deutschland absetzen, 10.000 sollen es in Europa werden, dem wichtigsten Auslandsmarkt der Marke. Angesichts der bisherigen Marktdurchdringung ist dies ein anspruchsvolles Verkaufsziel. Denn ein Ssang Yong ist auf unseren Straßen eher eine Rarität. Angesichts der weltweiten Verkäufe des Autobauers von 150.000 Exemplaren im letzten Jahr ist ein Volumen von 80.000 allein für den Korando für 2014 optimistisch. Die Landeshauptstadt und der Rheingau (Schloss Johannisberg) wurden zur Bühne für die Weltpremiere des neuen Korando vor der internationalen Presse. Die auffälligste Änderung hat die Frontpartie erfahren, die weniger freundlich sondern eher markant kräftig daherkommt. Auch im Inneren haben die Designer Hand angelegt. Unter der Haube werkeln hingegen noch die Motoren der Vorgängerversion.
Dass die Preisfrage für ein neues Modell noch nicht geklärt ist, wenn man es der Presse präsentiert, erlebt man man eher selten. SSang Yong ist da für eine Überraschung gut. Vielleicht war auch der enggesteckte Zeitplan für die Markteinführung des neuen Korando für den deutschen Importeur einfach zu knapp, um hier klare Vorgaben zu setzen.
Jedenfalls wusste man bei der internationalen Präsentation in Wiesbaden auf diese Frage noch keine konkrete Antwort. Man werde sich wohl an dem 2010 vorgestellten Modell des Korando orientieren. Das heißt die 150-PS-Benzin-Variante wird knapp unter 20.000 Euro starten, die Diesel mit 150 bzw. 173 PS werden ausstattungsabhängig zwischen 23.000 und 30.000 Euro kosten.
Der Korando wurde 2010 erstmals auf eine selbsttragende Karosserie gestellt. Schon zuvor gab es von ihm aber vier Modelle. Mit dieser Neuerung konnte der südkoreanische Spezialist für Allradfahrzeuge neue Märkte erobern und neue Kunden gewinnen.
Der neue Korando soll nun diese Erfolgsgeschichte fortsetzen. Dazu bietet er umfangreiche Verbesserungen im Innenraum und an der Karosserie sowie in Fahrverhalten und Handling.
Der neue Look mit schlankerem, schwarzen Kühlergrill und dem breiteren, niedrigeren Lufteinlass gibt ihm ein neues Gesicht.
Der Innenraum wirkt dynamisch und zugleich komfortable. Doch angesichts der Materialien würde man aber in dem Zusammenhang nicht unbedingt das Etikett „Premium“ vergeben, wie es der Hersteller gerne tut.
Der neue Korando ist in drei Motorisierungen mit Euro 5-Abgasnorm erhältlich: mit dem 175 PS e-XDi200 Dieselmotor, mit dem verbrauchseffizienten und geräuschoptimierten e-XDi200 Dieseltriebwerk mit 149 PS und mit dem laufruhigen und effizienten e-XGi200 Benzinmotor, ebenfalls mit 149 PS. Die Diesel gibt es wahlweise mit einem manuellen oder automatischen 6-Gang-Getriebe.
Auffällig sind die technischen Daten der beiden Diesel. Beide weisen das gleiche Drehmoment von satten 360 Newtonmeter auf. Bei dem kleineren liegt die Leistung im Drehzahlband zwischen 1.500 und 2.800 Umdrehungen pro Minute, beim stärkeren Diesel erst ab 2.000 U/min.
Das könnte auch eine Erklärung für den relativ hohen Verbrauch des getesten 175-PS-Diesels sein, der seine Kraft aus einer höheren Drehzahl schöpft. Entgegen den Werksangaben von 7,5 genehmigt er sich in der Praxis in Verbindung mit der 6-Gang-Automatik selbst bei sanfter Gangart über 10 Liter. Das erscheint für einen SUV dieser Kategorie nicht mehr zeitgemäß. Diese Zahlen stehen auch der vom Hersteller gepriesen Effizienz entgegen.
Die Sechsgang-Automatik kann jederzeit über Tasten an Lenkrad und Schalthebel auch manuell bedient werden. Das intelligente System passt das Schaltschema an Straßenbedingungen, Höhe und Luftdruck, Getriebeöltemperatur und Bremsbedingungen an, während das elektronische Getriebemanagement und die adaptive Druckkontrolle automatisch erkennen, wie der Fahrer das Getriebe nutzen möchte.
Eine stark verbesserte Motoraufhängung und verstärkte Hilfsrahmen tragen zu einer Fahrgeräuschreduzierung um bis zu 9,3 Prozent bei.
Die Ausstattung wartet sogar mit einem belüfteten Fahrersitz für zusätzlichen Fahrkomfort bei heißen Temperaturen auf. Auch ein ein Smartkey-System ist zu haben. Außerdem bietet der neue Korando einen großzügigen Stauraum sowie größere Getränkehalter, eine Handyablage und ein ausklappbares Brillenfach.
Die Veränderungen am Heck setzen auf Detailoptimierungen wie Kombinationsrückleuchten mit LED-Positionslicht für mehr Sichtbarkeit und eine hochwertige Optik.
Der Korando ist mit einem intelligenten Allradantrieb ausgestattet. Das Torque-on-demand-System erlaubt eine stufenlos variable Drehmomentverteilung, je nach Grip-Verhältnis an den Rädern. Im normalen Fahrbetrieb liegt die Kraft zu 100 Prozent an der Vorderachse. Auf vereisten oder glatten Straßen und bei nassen Offroad-Bedingungen wird die Kraft für ein sicheres und stabiles Fahrverhalten auf Vorder- und Hinterachse verteilt. Die Technologie ermöglicht darüber hinaus eine sanfte und sichere Anfahrt an Steigungen. Für sichere Fahrten im Gelände, auf unbefestigten Wegen oder unebenen bzw. glatten Straßen kann der Fahrer auch ein Sperrdifferenzial einschalten, das das Drehmomentverhältnis zwischen Vorder- und Hinterachse bei Geschwindigkeiten unter 40 km/h festlegt.
Das Fahrwerk wirkt insgesamt etwas zu weich, womit auch eine große Seitenneigung verbunden ist. Man hat eher das Gefühl in einer französischen Sänfte zu sitzen. Auch die Bremsen und Lenkung sind recht indirekt. Das verleitet dazu, dass man anfangs in den Kurven nicht genug einlenkt und der Kurvenradius zu weit wählt.
Das Raumangebot im Fahrzeug ist gut, auch im Heck. Der Kofferraum fasst 486 Liter (1.312 Liter bei umgeklappter Rückbank). Preislich bleibt der Korando ein interessantes Angebot.
Für 2015 plant der koreanische SUV-Spazialist übrigens die Einführung eines neue Rexton und eines neuen SUV im boomenden B-Segment, also unterhalb de Korando.o

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