Wahl zum Rheingauer des Jahres 2020

 

Rheingauer/Rheingauerin des Jahres 2020

Kandidaten-Präsentation und Aufruf zur Wahl

Vier Nominierte für den Titel / Rheingau Echo-Leser sind zur Abstimmung aufgerufen

Rheingau. (chk) –  Ziel eines gemeinsamen Wettbewerbs der Rheingauer Weinbühne von Wolfgang Junglas und dem Rheingau Echo ist es, Personen in den Mittelpunkt zu stellen, die dazu beitragen, dass der Rheingau lebens- und liebenswert ist und bleibt. Eine große Zahl von Menschen setzt sich in dieser Region ehrenamtlich und beruflich für ein gelingendes gesellschaftliches Miteinander und ein funktionierendes Gemeinwesen ein. Dazu kann auch gehören, Menschen im Rheingau zu aktivieren, sich für Notleidende in anderen Ländern zu engagieren. In den vergangenen Wochen hatten die Leserinnen und Leser des Rheingau Echos die Möglichkeit, Kandidatinnen und Kandidaten zu benennen, die den Titel der Rheingauerin oder des Rheingauers des Jahres 2020 verdient haben. Vier Nominierte, die sich bereit erklärt haben, sich der weiteren Abstimmung zu stellen, werden nachfolgend vorgestellt. Es sind vier Menschen, die im Rheingau auf vorbildliche Art und in unterschiedlichen Wirkungsfeldern Gutes tun und damit das Leben ihrer Mitmenschen bereichern und verbessern. Alle haben den Titel verdient, doch es ist wie bei der Oscar-Verleihung: Die Nominierung rückt die Akteure in den Vordergrund, macht auf ihre besonderen Talente und Verdienste aufmerksam und ist somit die eigentliche Ehre. Am 25. Oktober werden demnach zwei Gewinnerinnen und zwei Gewinner auf der Rheingauer Weinbühne in der Brentanoscheune stehen, auch wenn nur eine Person die Trophäe mit nach Hause nehmen kann. Wer das sein wird, entscheiden die Leser nun mit ihrer Stimme.

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Per Postkarte oder Brief an die Rheingau Echo-Redaktion, Stichwort „RdJ2020“, Industriestraße 22, 65366 Geisenheim, per Fax (06722/9966-10)oder E-Mail (echoredaktion[at]rheingau-echo[dot]de) und natürlich im Online-Voting im Internet auf der Seite www.rheingau-echo.de kann absofort bis zum 16. Oktober jeder seine Stimme abgeben und sich an der Wahl des „Rheingauers oder der Rheingauerin des Jahres“ beteiligen. DenTitel erhält, wer die meisten Stimmen bekommt. Für die Online-Abstimmungmuss man sich zunächst als Benutzer registrieren, um Zugriff auf das Abstimmungsformular im Internet zu erhalten. Der Rheingauer des Jahres wird dann am Sonntag, 25. Oktober bei der Veranstaltung „Rheingau Live“in der Brentanoscheune bekannt gegeben und mit der Trophäe belohnt.

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Direkt zur Abstimmung


 

Es ist mir wichtig, das Vereinsleben zu stärken
Raimund Bildesheim fördert den musikalischen Nachwuchs

Raimund  Bildesheim

Martin Blach(chk) – Raimund Bildesheim (44) aus Oestrich-Winkel ist freiberuflicher Musiker und Musiklehrer, der die Musikschule „Das Musikhaus“ gegründet hat. In der Begründung für die Nominierung wurde angegeben, dass er Gründer und Leiter des Hallgartener Jugendorchesters war, sich auch heute für musikalischen Nachwuchs engagiert und das Hallgartener Blasorchester leitet. „Außerdem baut er derzeit eine alte Scheune in Hallgarten auf eigene Kosten zu einem Proberaum aus“, heißt es weiter.
Raimund Bildesheim ist in Hallgarten aufgewachsen, hat dort vor über 20 Jahren ein Jugendorchester gegründet, das sich später wieder aufgelöst hat, als er in Mainz und Frankfurt studiert und einige Jahre in Düsseldorf gewohnt hat. Vor zehn Jahren kam er zurück in den Rheingau und lebt mit seiner Lebensgefährtin und den drei Kindern in Winkel. Eigentlich ist er Gymnasiallehrer, hat aber schon früh seinen Lebensunterhalt mit der Musik verdient und blieb dabei. Als professioneller Keyboarder spielt er bei „True Collins“, Europas größter und originalgetreuester Phil Collins und Genesis Tribute Show, und mit verschiedenen anderen Ensembles. Außerdem schreibt er Arrangements für andere Musiker.
Im Jahr 2015 stand das Blasorchester Hallgarten kurz vor der Auflösung. „Ich bin in diesem Verein großgeworden und wollte, dass das Orchester erhalten bleibt“, erklärt Raimund Bildesheim. Als ausgebildeter Dirigent übernahm er die Leitung und vereinbarte mit dem Verein, dass er dies ehrenamtlich tun wolle, bis der Verein sich trage, was fast die ganzen fünf Jahre gedauert hat. „Es war mir wichtig, das Vereinsleben wieder zu stärken und weiter auszubauen“, betont er. „Da ein Verein jedoch auf Dauer nur existieren kann, wenn junge Mitglieder nachkommen und entsprechend gefördert werden, war dies für mich der Anstoß für die Gründung meiner Musikschule.“
Er selbst unterrichtet Trompete, Klavier und Keyboard; weitere freiberufliche Musikpädagogen unterrichten Schlagzeug, Gitarre, Saxophon und Querflöte. Erfolgreich hat er Kinder, Jugendliche und Erwachsene zusammengebracht. „Wir haben mit dem Blasorchester und der Liedertafel Konzerte veranstaltet, bei denen 8-Jährige bis 90-Jährige gemeinsam auf der Bühne standen und das Publikum begeisterten.“, berichtet er. Damit das gemeinsame Musizieren in dieser Form überhaupt stattfinden kann, muss er für alle Konzerte die Noten für Chor und Orchester aufwändig selbst schreiben. „Aber es macht so viel Freude und für die Gemeinschaft ist diese Arbeit sehr wertvoll, denn es gibt zu wenig Nachwuchs in Orchestern und Chören“, bedauert er. Inzwischen hat er eine alte Scheune in Hallgarten erworben, die er in Eigenregie zu Proberäumen für Musikschule und Vereine ausbaut. „Dort können wir dann auch unsere Instrumente nach dem Proben stehen lassen, gerade große Instrumente wie Schlagzeug“, sagt er. „Vor allem aber entsteht auch endlich wieder ein passender Ort für Geselligkeit im Anschluss an die Musikstunden.“

 

Ich kämpfe seit zehn Jahren gegen Hindernisse
Cäcilia Neise fordert Rechte ein, die behinderten Menschen per Gesetzt zustehen

 

Cäcilia Neise

Irene Kremer(chk) – Cäcilia Neise (87) wohnt in Rüdesheim und setzt sich für die Rechte behinderter und älterer Menschen im öffentlichen Leben ein. „Sie entfaltet ein sehr starkes und nachhaltiges Engagement“, heißt es in der Begründung für die Nominierung, in der viele ihre Aktivitäten dargelegt werden. „Nicht alles wurde bis jetzt zu ihrer vollen Zufriedenheit erfüllt, aber dennoch hat sie viele wichtige Ziele erreicht. Ihr geht es besonders darum, Zustände zu beseitigen, so dass das tägliche Leben von alten und behinderten Menschen etwas erleichtert wird.“
Cäcilia Neise ist stolz darauf, ein „Eibinger Mädchen“ zu sein, hat später mit ihrem Mann in Winkel gelebt und ist nach seinem Tod im Jahr 2007 nach Rüdesheim gezogen. Wie durch ein Wunder hat sie am Katharinentag 1944 als Elfjährige den Bombenangriff überlebt und trotz der traumatischen Eindrücke ihr Leben gut gemeistert. Nach dem Abschluss der Handelsschule bei den Ursulinen nahm sie eine kaufmännische Tätigkeit in Wiesbaden an. Zuletzt war sie 27 Jahre lang Verwaltungsangestellte im Sozialamt der Stadt Wiesbaden, bis sie 1993 in den Ruhestand ging. Sie ist geistig fit, aber aufgrund einer Erkrankung schmerzgeplagt, stark gehbehindert und kann sich nur mit dem Rollator fortbewegen. Hinzu kommt in letzter Zeit eine starke Beeinträchtigung ihrer Sehfähigkeit.
„Seit zehn Jahren kämpfe ich gegen Hindernisse, die behinderten Menschen überall im öffentlichen Leben begegnen“, sagt sie. Da sie sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegt, stößt sie fast überall auf Barrieren. „Es gibt im Rheingau nur den Bahnhof in Geisenheim, der vorbildlich ist“, erzählt sie. Wenn sie zum Arzt nach Eltville fährt, kann sie nur mit dem Bus zurückfahren, weil sie dort wegen der Treppen nicht ans Gleis in Richtung Rüdesheim kommt. Am meisten kämpft sie in Rüdesheim selbst, wo nur einige Beispiele genannt werden können. Auf der Eibinger Straße in der Nähe des Krankenhauses waren Verkehrsschilder mit Stahlplatten auf dem Bürgersteig installiert, so dass Rollator- und Rollstuhlfahrer den Bürgersteig verlassen und auf die Straße wechseln mussten. Cäcilia Neise erreichte, dass Hessen Mobil diesen Zustand beseitigte und die Schilder nahe an der Bruchsteinmauer installierte. Sie erreichte auch, dass an allen Rüdesheimer Bushaltestellen Bänke aufgestellt und die Fahrpläne so aufgehängt wurden, dass auch kleinere Menschen und Rollstuhlfahrer sie lesen können. Lange dauerte ihr Kampf für eine Bushaltestelle an der Eibinger Wallfahrtskirche, die erst in diesem Frühjahr durch den neuen Rüdesheimer Bürgermeister Zapp eingerichtet wurde.
„Ich fordere nur, was den behinderten Menschen per Gesetz zusteht und ich bleibe immer sachlich“, betont sie. Vom Petitionsausschuss wurde sie kürzlich zum Runden Tisch in den Hessischen Landtag eingeladen, um ihre berechtigten Anliegen zum Rüdesheimer Bahnhof vorzubringen. „Dort fühlte ich mich ernstgenommen und gut angesehen“, war ihr Eindruck.

 

 

Ich möchte zeigen, wie schön es bei uns ist
Bianka Rössler engagiert sich als Unternehmerin und ehrenamtlich für die Region

Bianka Rössler

Winfried Rathke(chk) – Bianka Rössler (43) aus Assmannshausen führt als Unternehmerin die Rössler-Linie, ist Kapitänin und Eventmanagerin. „Mit ihrem Welterbeschiff ist sie Botschafterin der Region und hat Menschen in aller Welt die Schönheit ihrer Heimat nähergebracht“, heißt es in der Begründung für die Nominierung. Hervorgehoben wird auch ihr ehrenamtliches Engagement als Stadträtin in Rüdesheim, bei dem sie sich für die Belange ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger einsetzt, und ihr außergewöhnliches soziales Engagement gegenüber ihren zehn Mitarbeitern in der Corona-Zeit. „Es war genug zu tun auf den Schiffen und so konnte ich meinen Mitarbeitern die Kurzarbeit ersparen, die für sie Einkommenseinbußen bedeutet hätten“, erzählt sie. „Wir haben die Schiffe umgebaut, außen und innen neu hergerichtet, so dass sie jetzt noch besser aussehen.“
Bianka Rössler ist in Assmannshausen aufgewachsen, hat nach ihrem Schulabschluss an der Rüdesheimer Hildegardisschule eine Ausbildung zur Maschinenschlosserin gemacht, danach eine nautische Ausbildung absolviert und das Kapitänspatent erworben. Weil sie es wichtig fand, eine breite fachliche Basis zu haben, hat sie daneben noch Erfahrungen in der Gastronomie gesammelt und eine kaufmännische Weiterbildung absolviert. Sie hat den Ausbilderschein für Bürokaufleute, Restaurantfachleute und Binnenschiffer, und gerade hat sie einen neuen Auszubildenden zum Binnenschiffer in ihrem Team willkommen geheißen.
„Ich war schon in der Babytragetasche auf dem Schiff – ich bin dort sozusagen aufgewachsen“, berichtet sie. Zu ihrer Geburt im Jahr 1977 hat ihr Vater das Schiff „Nikolaus I.“ gekauft, an dem sie sehr hängt und das heute das Welterbeschiff ist. Mit ihrem Vater, Klaus-Peter Rössler, hat sie bis kurz vor seinem Tod im Jahr 2019 eng zusammengearbeitet. Sie führt das Unternehmen in der siebten Generation und nimmt sich daneben stets Zeit für ihre Familie und ihren Lebensgefährten. In ihrer Tochter Samanta und dem einjährigen Enkel Luca Peter sieht sie die achte und neunte Generation heranwachsen.
Neben den planmäßigen Rundfahrten organisiert sie in den letzten Jahren zunehmend Veranstaltungen auf ihren Schiffen und ist vom Fernsehen sozusagen „entdeckt“ worden. Beispielsweise hat der HR 2018 ein aufschlussreiches Porträt von der „Kapitänin am Rhein“ gedreht und auch Anfang des Jahres in ihrer Küche gefilmt, als sie mit Sternekoch Ali Güngörmüs nach einem alten hessischen Rezept „Dippehas“, gekocht hat. Auch ausländische Fernsehteams waren schon auf ihren Schiffen und sie selbst war mehrfach Gast in der ARD bei „Immer wieder sonntags“. „Ich möchte anderen zeigen, wie schön es bei uns ist und versuche, auch vor Ort daran zu arbeiten, dass die Region so lebens- und liebenswert bleibt“, betont sie. Das tut sie als Kommunalpolitikerin und als Mitglied des Vereins für Wirtschafts- und Tourismusförderung Rüdesheim und Assmannshausen wie auch in der BUGA-Kommission.

Musik verbindet in schweren Zeiten
Frank Zimmermann macht mit seinen aufheiternden Liedern den Menschen Mut

Frank Zimmermann

Adolf Seitz

(chk) – Frank Zimmermann (52) aus Oestrich-Winkel ist Bereichsleiter Rettungsdienst beim Malteser Hilfsdienst und seit vier Jahren zudem als Sänger und Musiker unterwegs. Bekannt geworden ist er mit seinem musikalischen Partner Gerald Neubauer als Duo Hola & Gude; er gehört zum musikalischen Team der „Rheingauer Weihnacht“ in der Brentanoscheune und hat in einigen Chören gesungen. In der Corona-Zeit hat er viele Menschen mit seinen Videos aufgeheitert; zwei Monate lang hat er täglich – später in größeren Abständen – ein Musikvideo in Facebook veröffentlicht, den Menschen Mut zugesprochen und dazu aufgerufen, die Kultur, regionale Künstler, Einzelhändler, Gastronomen und Winzer zu unterstützen. „Auf einmal war es ein Selbstläufer“, stellt er fest. Er singt auf Deutsch, Englisch und Spanisch, auch aus Solidarität mit seinen Freunden in Spanien, die anfänglich sehr stark vom Lockdown betroffen waren. Schon als Kind hat er die Ferien mit seinen Eltern in Spanien verbracht, Spanisch gelernt und enge freundschaftliche Kontakte geknüpft.
„Er war schon vor 2020 ein Geschenk für den Rheingau und in der Corona-Zeit hat er das noch getoppt“, heißt es in den Begründungen für seine Nominierung. „Er ist der Rheingauer, der mit seiner positiven Ausstrahlung, seiner verbindenden Art, seiner grenzüberschreitenden Musik und nicht zuletzt durch seine Empathie und sein soziales Engagement weit über den Rheingau hinaus strahlt und ein würdiger Vertreter der Region ist.“
Frank Zimmermann ist in Marienthal aufgewachsen und hat nach dem Abitur 1988 seinen Zivildienst und eine Ausbildung als Rettungsassistent bei den Maltesern gemacht. Auch als er eine Ausbildung zum Physiotherapeuten machte, blieb er den Maltesern im Rettungsdienst treu und kehrte danach in eine Vollzeittätigkeit zurück. Als Bereichsleiter hat er ein umfangreiches betriebswirtschaftliches Aufgabenfeld und Personalverantwortung für etwa 100 Mitarbeiter. „Das ist mehr Berufung als Beruf“, betont er. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder, und seine Frau Alissa teilt seine musikalische Leidenschaft. Sie schreiben gemeinsam Musikstücke und treten gelegentlich auch zusammen auf. Frank Zimmermann kommt väterlicherseits aus einer musikalischen Familie, hat schon als Kind Orgelspielen gelernt, mit 20 dann Klavier und vor acht Jahren hat er sich selbst das Gitarrespielen beigebracht.
„Musik verbindet in schweren Zeiten“, hat er festgestellt, als er 2015 im Eltviller Notaufnahmelager für Flüchtlinge Gitarre spielte, und er hat es in den letzten Monaten gespürt, in denen er sein musikalisches Netzwerk in der Region noch erweitert hat. Viele namhafte Künstlerinnen und Künstler konnte er im August für ein Live-Konzert gewinnen, dessen Spendenerlös für die Initiative „DMK – Du musst kämpfen“ für krebskranke Kinder bestimmt ist. „Ich mache seit einigen Jahren Straßenmusik für diese Initiative und konnte einige Tausend Euro einspielen“, erklärt er. „Das ist für mich eine absolute Herzenssache.“

 

 
   

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