Wahl zum Rheingauer des Jahres 2019

 

Rheingauer/Rheingauerin des Jahres 2019

Kandidaten-Präsentation und Aufruf zur Wahl

Fünf Nominierte für den Titel / Rheingau Echo-Leser sind zur Abstimmung aufgerufen

Rheingau. (chk) –  Ziel eines gemeinsamen Wettbewerbs der Rheingauer Weinbühne von Wolfgang Junglas und dem Rheingau Echo ist es, Personen in den Mittelpunkt zu stellen, die dazu beitragen, dass der Rheingau lebens- und liebenswert ist und bleibt. Eine große Zahl von Menschen setzt sich in dieser Region ehrenamtlich und beruflich für ein gelingendes gesellschaftliches Miteinander und ein funktionierendes Gemeinwesen ein. Dazu kann auch gehören, Menschen im Rheingau zu aktivieren, sich für Notleidende in anderen Ländern zu engagieren. In den vergangenen Wochen hatten die Leserinnen und Leser des Rheingau Echos die Möglichkeit, Kandidatinnen und Kandidaten zu benennen, die den Titel der Rheingauerin oder des Rheingauers des Jahres 2019 verdient haben. Fünf Nominierte, die sich bereit erklärt haben, sich der weiteren Abstimmung zu stellen, werden nachfolgend vorgestellt. Es sind fünf Menschen, die im Rheingau auf vorbildliche Art und in unterschiedlichen Wirkungsfeldern Gutes tun und damit das Leben ihrer Mitmenschen bereichern und verbessern. Alle fünf haben den Titel verdient, doch es ist wie bei der Oscar-Verleihung: Die Nominierung rückt die Akteure in den Vordergrund, macht auf ihre besonderen Talente und Verdienste aufmerksam und ist somit die eigentliche Ehre. Am 6. Oktober werden demnach eine Gewinnerin und vier Gewinner auf der Rheingauer Weinbühne in der Brentanoscheune stehen, auch wenn nur eine Person die Trophäe mit nach Hause nehmen kann. Wer das sein wird, entscheiden die Leser nun mit ihrer Stimme.

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Per Postkarte oder Brief an die Rheingau Echo-Redaktion, Stichwort „RdJ2019“, Industriestraße 22, 65366 Geisenheim, per Fax (06722/9966-10)oder E-Mail (echoredaktion[at]rheingau-echo[dot]de) und natürlich im Online-Voting im Internet auf der Seite www.rheingau-echo.de kann absofort bis zum 30. September jeder seine Stimme abgeben und sich an der Wahl des „Rheingauers oder der Rheingauerin des Jahres“ beteiligen. DenTitel erhält, wer die meisten Stimmen bekommt. Für die Online-Abstimmungmuss man sich zunächst als Benutzer registrieren, um Zugriff auf das Abstimmungsformular im Internet zu erhalten. Der Rheingauer des Jahres wird dann am Sonntag, 6. Oktober bei der Veranstaltung „Rheingau Live“in der Brentanoscheune bekannt gegeben und mit der Trophäe belohnt.

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Direkt zur Abstimmung


 

Stadt und Region mitgestalten
Ulrich Bachmann verbindet Wein und Kultur, Menschen und Themen

Ulrich Bachmann

Martin Blach(chk) – Ulrich Bachmann (63) ist als Veranstalter aus dem kulturellen Leben im Rheingau nicht mehr wegzudenken.Vor allem mit der Verbindung von Wein und Kultur hat er sich einen Namen gemacht. Für Musik, Kunst und Literatur begeisterte er sich bereits als Kind; schon als Sechsjähriger besuchte er mit seinen Eltern Meisterkonzerte in seiner Heimatstadt Kassel. Als er nach Stationen in Göttingen und Hannover in den 1990er Jahren aus beruflichen Gründen in ein Ministerium nach Wiesbaden wechselte und bald nach Eltville zog, entdeckte er auch seine Liebe zum Wein, die vorher schon latent vorhanden war.
„In Eltville wohnte ich zum ersten Mal nicht in einer Großstadt“, sagt Ulrich Bachmann. „Ich hatte Lust, das Leben in der Stadt mitzugestalten.“ Und hier kam alles wunderbar zusammen. Der Vater zweier Söhne aus erster Ehe lernte seine zweite Frau, die Architektin Ulrike Bachmann, kennen, mit der er das Konzept „Eltviller Vinothek“ erarbeitete und 2004 umsetzte und die auch bis heute sein Engagement mitträgt. In Kooperation mit ortsansässigen Winzern wurden Weine zu Erzeugerpreisen ohne Aufschlag, auch glas- und probeweise, angeboten. Kombiniert wurde der Wein mit einem ansprechenden Kulturprogramm, zunächst in der eigens dafür gemieteten Eltviller Vinothek und seit einigen Jahren bei „Bachmanns Wein+Kultur – Über den Dächern von Eltville“. Dort lädt Ulrich Bachmann auch zum Eltviller Winzerforum mit Gesprächsrunden zu aktuellen Themen des Weinbaus und der Weinvermarktung ein – ein Forum, das sich großer Beliebtheit erfreut und im Oktober zum 34. Mal stattfindet. Hinzu kommen größere „externe“ Konzerte oder Lesungen, die e rin der Kurfürstlichen Burg, im Landhaus Rheinblick oder in wechselnden Weingütern organisiert, wie beispielsweise die Rheingauer Krimiabende im November. Seit dem vergangenen Jahr macht er auch Kellerführungen mit kleiner Weinprobe bei Eltviller Winzern.
Ulrich Bachmann gestaltet das Leben in Eltville auch als Vorstands- oder aktives Vereinsmitglied in vielen Vereinen mit. Dazu gehören der Partnerschaftsverein Eltville-Passignano, das Eltviller Puppentheater, wo er auch Mitspieler ist, der Rosenverein, die Interessengemeinschaft der Eltviller Gewerbetreibenden und der Eltviller Wein- und Kulturverein.
Eine wichtige Rolle hat er eingenommen im Gründungsvorstand der Philipp Kraft Stiftung, die sich in verschiedenen Projekten für den Zusammenhalt der Menschen in der Region einsetzt. In der von ihm initiierten Veranstaltungsreihe „Völkermühle am Rhein“ hat er von Anfang an die Moderation übernommen. Gut vorbereitet und mit großem Einfühlungsvermögen führt er als Moderator durch die Veranstaltung, die einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung, Integration und Teilhabe leistet. „Gesellschaftliche Teilhabe ist mein Anliegen – auch für die kulturellen Veranstaltungen“, betont Ulrich Bachmann, der sich als Jurist wissenschaftlich mit dem Thema „Partizipation“ beschäftigt und selbst Schriften dazu veröffentlicht hat.

 

Kreativer Einsatz für blinde Menschen
Horst Gerle unterstützt mit Hufeisen und Bücherständen die "africa action"

 

Horst Gerle

Irene Kremer(chk) – Als Horst Gerle (78) vor 18 Jahren als Lehrer und Schulleiter in den Ruhestand ging, hätte er seine Zeit mit seinen Hobbys Reiten, Tennis spielen, Segeln, Surfen, Reisen und Chorgesang gut ausfüllen können, doch das allein genügte ihm nicht, um seinen Lebensabend sinnvoll zu gestalten. Als er von den Blindheitsproblemen infolge von Vitamin-A-Mangel und unsauberem Wasser in Burkina Faso, einem der ärmsten Länder Afrikas hörte, empfand er nicht nur Mitgefühl, sondern wollte aktiv selbst etwas tun. „Ich finde, Blindheit ist das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann“, sagt er. Er entwickelte deshalb zwei kreative Ideen, um den Kampf gegen die Erblindung finanziell zu unterstützen. Gebrauchte Hufeisen, die er als Reiter von einem Hufschmied erhält, arbeitet er seit Beginn seines Ruhestandes in vielen staubigen Stunden auf, reinigt und „vergoldet“ sie und verkauft sie für vier Euro als Glücksbringer.
Etwas später fing er an, offene Bücherstände für den gleichen humanitären Zweck aufzustellen – drei stehen in Eltville, Hattenheim und Hallgarten und zwei auch außerhalb des Rheingaus, in Schierstein und Westhofen. „Die Bücherstände sind in dreifacher Hinsicht sehr beliebt“, erklärt Horst Gerle, „denn die Bürger müssen Bücher, die sie nicht mehr brauchen, nicht im Müll entsorgen und im Gegenzug können Interessierte für eine kleine Geldspende teilweise neuwertige Bücher erwerben.“ Aus den Bücherspenden und dem Hufeisen-Verkauf kamen in 18 Jahren 188.000 Euro zusammen, die Horst Gerle an den Freundeskreis Wiesbaden des Vereins „africa action Deutschland“ weitergegeben hat. Damit konnte u.a. eine komplette mobile Augenklinik in Burkina Faso finanziert werden. „Ein befreundeter Augenarzt aus München fährt damit über Land und operiert die Blinden am Grauen Star, denn sie können ja gar nicht den Weg in die Hauptstadt-Klinik auf sich nehmen“, berichtet Gerle, der außerdem auch ein Vitamin-A-Programm für die von Erblindung bedrohten Kinder finanziert. Er ist überzeugt, dass sein Engagement für eine bessere Lebensqualität der Menschen in Afrika dazu beiträgt, dass eine Flucht aus ihrer Heimat nicht mehr notwendig wird.
Seine Lebensgefährtin Ute Ahrens trägt sein umfassendes Engagement mit. „Ich bin auch sehr dankbar, dass liebenswerte und zuverlässige Helferinnen und Helfer mich bei den Bücherständen unterstützen, denn das ist ein erheblicher Arbeitsaufwand“, betont er. Selbst Kassenaufbrüche und das Abbrennen eines Bücherstandes konnten ihn von seinem Einsatz für blinde Menschen nicht abbringen.
Horst Gerle, Vater von drei Söhnen aus erster Ehe, kam aus Münster nach Wiesbaden, als er der Liebe wegen einer Wiesbadenerin folgte. Weil sie Reiterin war, erlernte auch er das Reiten – ein Hobby, das er bis heute mit Leidenschaft und einem eigenen Pferd ausübt. Von Wiesbaden zog er nach Walluf und seit 2002 lebt er in Hallgarten, wo er und seine Lebensgefährtin auch im Gesangverein Liedertafel singen.

 

 

Durch Kickboxen sich selbst gefunden
Mesut Gül ist Kickboxtrainer und macht Gewaltprävention für Jugendliche

Mesut Gül

Winfried Rathke(chk) – Mesut Gül (37) hat als Kickboxer den dritten Dan, war mehrfacher Hessischer Meister, Deutscher Meister und Europameister und ist ein erfahrener Trainer, der seit mehr als sechs Jahren seine eigene Kickboxschule in Johannisberg hat. Darüber hinaus gilt er als engagierter „Jugendarbeiter“ und macht Gewaltprävention in Vereinen und Schulen. Schon als Kind war er begeistert von Bruce Lee und seinen Kampfkünsten und wollte seinem Idol nacheifern. Unterstützt von seinem Vater startete er mit elf Jahren mit dem Karate-Training und fand sehr bald zum Kickboxen, was ihn noch mehr begeisterte. Im Institut für fernöstliche Kampfkünste in Wiesbaden fand er optimale Bedingungen vor und mit dem Großmeister Burhan Tonguc einen stets zugewandten Trainer. Als noch unerfahrener Anfänger im Kickboxen begleitete er als Zuschauer und Fan seine Mannschaftskollegen auf ein Turnier. „Als plötzlich ein Kämpfer aus Tongucs Stall verletzt ausfiel, wurde ich als Ersatz gerufen, was sich als Glücksfall herausstellte. Ich bestritt meine ersten zwei Kämpfe und gewann beide“, berichtet er. „Das galt als kleine Sensation und ich war danach Feuer und Flamme.“ Vier Jahre lang, bis zu seinem siebzehnten Lebensjahr, blieb er im Boxring ungeschlagen. Bis 2015 war er noch als Profi-Kickboxer aktiv.
Mesut Gül ist in Wiesbaden geboren und in Geisenheim aufgewachsen. Ein Jahr lang lebte er in Holland, wo er als Profi für eine holländische Kickboxschule unter Vertrag war. „In Holland ist der Kampfsport besser angesehen als in Deutschland; man kommt schneller groß raus. Holland gilt als Talentschmiede für Kickboxer“, erklärt er. „Aber das Heimweh trieb mich zurück in den Rheingau“. Für seine Kickboxschule gilt: „Wir trainieren und praktizieren hier Kickboxen ganz ohne Gewaltpotenzial. Wer sich hier als ‚Schläger‘ ausbilden lassen will, wird nicht angenommen.“ Bei ihm trainieren alle Altersstufen und gesellschaftliche Schichten, Kinder, Männer und Frauen, Polizisten, Ärzte und besonders viele Lehrer. Dadurch hat er ein wertvolles Netzwerk, auf das er zurückgreifen kann, um Jugendliche, insbesondere junge Flüchtlinge und Migranten unter seinen Schülern, beim Ankommen in der deutschen Gesellschaft mit schulischen und beruflichen Kontakten zu unterstützen. Vor allem aber vermittelt er ihnen, das Kickbox-Training für die Persönlichkeitsentwicklung einzusetzen. „Ich war als Jugendlicher auch nicht ganz einfach, aber durch diese Sportart habe mich selbst gefunden“, versichert er. Daneben hat er auch eine bodenständige Ausbildung zum Koch abgeschlossen.
Er ist davon überzeugt, dass ihm ein gewisses pädagogisches Talent in die Wiege gelegt wurde und er arbeitet zudem mit Pädagogen zusammen, um seine Workshops in Schulen vorzubereiten. Auch einen Fußballverein, der als undiszipliniert galt, hat er auf eine faire Linie gebracht. Dass seine Freundin auch die Liebe zum Kickboxen teilt und mitträgt, findet er überaus förderlich.

"Wir drehen uns nicht nur um uns selbst"
Pfarrerin Elke Stern-Tischleder setzt sich für eine einladende Gemeinde ein
 

Elke Stern-Tischleder

Adolf Seitz

(chk) –

Elke Stern-Tischleder (58) ist seit 14 Jahren Gemeindepfarrerin in Oestrich-Winkel und das Motto der evangelischen Gemeinde – „offen – einladend – verbindend“ – ist ihr persönlich ein großes Anliegen. „Ich möchte, dass sich die Menschen hier wertgeschätzt fühlen und dass man auch mal lacht im Gottesdienst“, sagt sie. „Mir ist Kirche oftmals zu ernst.“ Vielleicht hat die „spätberufene“ Theologin, die ihr erstes Examen mit 33 Jahren ablegte, auch einen anderen Blick auf die kirchlichen Strukturen, weil sie als gelernte Zahntechnikerin noch während ihres Theologiestudiums weiter in ihrem Beruf arbeitete und sich lange Zeit mit dem Leben in zwei „Welten“ auseinandersetzte. Gemeindemitglieder schätzen jedenfalls ihr herzliches, offenes und ihren Mitmenschen zugewandtes Wesen, ihre Gabe, Menschen zusammenzuführen und für eine Sache zu begeistern, und ihre Fähigkeit kirchliches und gesellschaftliches Leben und Wirken im Zusammenhang zu Verstehen.
Die Seelsorge fasst die Pfarrerin und Supervisorin sehr weit, was sich in der Vielzahl der Initiativen zeigt, die sie unterstützt, mitgegründet oder ins Leben gerufen hat. Dazu gehört die gute ökumenische Zusammenarbeit, wie die „Ökumene für Flüchtlinge“, das ökumenische Sterngarten-Projekt für totgeborene Kinder auf dem Friedhof in Hallgarten und darüber hinaus auch die Kooperation mit der HUFAD. Auch der Solidarfonds, den sie anlässlich ihres 50. Geburtstags gründete, hat schon viel Gutes bewirken können. „Mit dem Geld, das da immer noch zusammenkommt, können wir Menschen in Not vertraulich, unbürokratisch und schnell Hilfe leisten, ohne nach Konfession und Religionszugehörigkeit zu fragen“, erklärt die Pfarrerin. „Wir drehen uns nicht nur um uns selbst, sondern gehen raus.“
Elke Stern-Tischleder ist Mitbegründerin des noch relativ jungen Förderkreises „Damit die Kirche im Dorf bleibt“. Der Förderkreis organisiert Benefizveranstaltungen wie Flohmärkte, Lesungen, Konzerte und Weinproben, um die Kinder- und Jugendhilfe, die kirchmusikalische Arbeit, die Erhaltung der Kirche und soziale Projekte zu fördern. Zur Seelsorge von Elke Stern-Tischleder gehört auch die Begleitung von Trauernden, sei es einzeln oder in einem Trauertreff, und die Hinwendung auch zu den jungen Gemeindemitgliedern. In dem Vorkonfirmandenunterricht – KU3 kids genannt – führt sie mit einem Team einmal im Monat Kinder der dritten Klasse an Themen der Kirche heran. Sie selbst ist in der Heilig-Geist-Gemeinde in Wiesbaden-Biebrich groß geworden, wo ihre ehrenamtliche kirchliche Laufbahn gleich nach der Konfirmation begann. Sie ist verheiratet, hat einen Sohn, und entspannt sich mit Yoga und intuitivem Bogenschießen. „Ich liebe den Rheingau und bin dankbar, hier mit meiner Kollegin arbeiten zu dürfen. In unserer Gemeindearbeit drückt sich auch ein Stück Lebensgefühl aus. Wir haben eine tolle Gemeinde mit vielen Ehrenamtlichen, und es macht Freude, hier im Team zu arbeiten“, betont sie.

 

Von Kind an Freude am Gestalten

Tobias Zöller organisiert das Zeltlager von St. Jakobus und noch vieles mehr

Tobias Zöller

Adolf Seitz

(chk) –

Tobias Zöller (43) „lebt“ das Ehrenamt und setzt sich neben seinem Hauptberuf als Feuerwehrmann und neben dem Familienleben vollkommen für die Gemeinschaft ein. So wurde er in der Nominierung beschrieben, und weiter heißt es: „Es ist großartig, was er in seiner Heimatstadt Rüdesheim in aller Bescheidenheit für das Allgemeinwohl leistet.“ Vor allem sein Engagement für das jährliche Zeltlager von St. Jakobus Rüdesheim wird besonders hervorgehoben. Damit ermöglicht er rund 90 Kindern von neun bis 15 Jahren eine unbeschwerte Zeit mit naturnahen Abenteuern im Westerwald oder Hunsrück. Seit 33 Jahren ist er immer selbst dabei – mit zehn Jahren als begeisterter Teilnehmer, mit 16 als Gruppenleiter und mit 19 bereits als Lagerleiter. Seit drei Jahren ist er Organisator der Freizeit – und die Arbeit beginnt schon lange vorher. Er ist verantwortlich für den gesamten Rahmen, die Anmeldungen, die Pläne mit dem Lagerteam, die handwerklichen Angelegenheiten, ist ganzjähriger Ansprechpartner und gilt als „kreativer Kopf“ des Zeltlagers.
Er gibt zu, dass er viel Zeit, Liebe und Herzblut ins Zeltlager steckt. „Das gehört zu meinem Leben, aber ohne meine Frau würde ich das nicht machen können. Es geht nur, weil sie die Küche leitet und auch unsere Kinder immer dabei sind.“ Der älteste Sohn ist inzwischen selbst Gruppenleiter; die drei Töchter sind als Teilnehmerinnen dabei. Seine Frau Sarah trägt auch alle anderen Ehrenämter mit, obwohl sie selbst berufstätig und ehrenamtlich aktiv ist. „Einer von uns ist fast jeden Abend weg – meist bin ich das“, erklärt Tobias Zöller schmunzelnd. Für die zwei Wochen Zeltlager bekommt er eine Freistellung, aber er nimmt jedes Jahr schon vorher zwei Wochen Urlaub, um alles Notwendige im Vorfeld zu organisieren. In Urlaub fahren kann die Familie nur in den Oster- oder Herbstferien.
Hauptberuflich ist Tobias Zöller Wachabteilungsführer in der Rüsselsheimer Feuerwehr und im Schichtdienst tätig. Die Liebe zur Feuerwehr war schon mit zehn Jahren entfacht, als er in die Rüdesheimer Jugendfeuerwehr eintrat; mit 17 wurde er in die Einsatzabteilung übernommen. Heute ist er Zugführer und leitet den Fachbereich Wasserrettung. Das passt gut zu seinem früheren Wehrdienst bei der Marine und zur Freude am Wassersport. Darüber hinaus ist er Kreisausbilder-Truppmann und engagiert sich in der Ausbildung von jungen Feuerwehrleuten auf Kreisebene.
Kommunalpolitisch betätigt sich Tobias Zöller in der Gruppe „Gemeinsam für Rüdesheim (GfR)“, ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender, stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher, Mitglied in verschiedenen städtischen Ausschüssen, im Zweckverband Rheingau, und er engagiert sich im Wasserbeschaffungsverband des Rheingau-Taunus-Kreises. Auch im Kirchort St. Jakobus packt er mit dem Zeltlager-Team an, wo er gebraucht wird. Und warum tut er das alles? „Weil ich schon immer Freude am Gestalten hatte“, lautet seine ganz entspannte Antwort.

 

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