Budenheim hat erstmals einen Blütenkönig

Buntes Programm, kleine Pannen und große Begeisterung beim Blütenfest 2026

Unter dem Motto "Budenheim für Budenheim" hat das Blütenfest am Samstagabend, 25. April, im Bürgerhaus einen frischen, lebendigen Akzent gesetzt – und gleichzeitig ein Stück Tradition neu gedacht. Mit einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm, kleinen technischen Pannen und einer am Ende ausgelassenen Stimmung zeigte sich: Der neue Weg kommt an. Im Gegensatz zum Vorjahr, in dem die Musical Factory ein durchgehendes Programm gestaltete, setzte man dieses Mal bewusst auf Vielfalt. Zahlreiche Acts, Künstlerinnen und Künstler sorgten für ein buntes Potpourri – mit schnellen Wechseln, unterschiedlichen Genres und einem spürbar offenen Konzept. Den Auftakt machten die Tonschiddeler, die mit ihrer energiegeladenen Gugge-Musik sofort für Stimmung sorgten und das Publikum von Beginn an mitrissen.

Das amtierende Blütenhaus mit Lisa Heinz, Chiara Fama und Eileen Deland begrüßte gemeinsam mit Bürgermeister Stephan Hinz die Gäste. Besonders herzlich empfangen wurden die Delegationen aus den Partnerstädten Isola della Scala (Italien) und Eaubonn (Frankreich) sowie Vertreterinnen und Vertreter weiterer Blütenhäuser und Königshäuser, unter anderem aus Wiesmoor, Heidesheim, Bretzenheim und Gonsenheim. Auch Abordnungen aus Politik und Vereinsleben – etwa aus Walluf – waren vertreten, sowie der ehemalige Bürgermeister Budenheims, Rainer Becker, mit seiner Gattin Jutta.

Kleine Pannen, große Sympathie

Ganz reibungslos verlief der Abend technisch nicht: Wackelkontakte, übersteuerte Mikrofone und zu laute Musik sorgten zwischenzeitlich für Irritationen. Doch das Moderationsteam um Anna Brunn, Stella Jacobi und Simon Günsch nahm es mit Humor und Charme – und gewann damit schnell wieder die Sympathien des Publikums zurück.

Tanz, Humor und heimatverbundene Klänge

Das Programm selbst erinnerte stellenweise an eine klassische Fastnachtssitzung – im besten Sinne. Die Pankratien präsentierten mit „Hokus Pokus Fidibus“ ein schwungvolles Tanzmedley, während Markus Schönberg in seiner Rolle als „Ignaz“ mit humorvollen Liedern – von der Fleischerei-Fachverkäuferin bis hin zu französischen Chansons – überzeugte.

Ein besonderes Highlight waren die Rainbow Daddys: Die Väter-Tanzgruppe begeisterte mit einem spektakulären Wikinger-Tanz gegen die Iren – inklusive waghalsiger Pyramiden und viel Applaus.

Nach der Pause sorgten die Woinoose, die seit rund 20 Jahren bestehen und aus einem Netzwerk ehemaliger Kindergarteneltern hervorgegangen sind, für heimatnahe Stimmung mit Liedern über Mainz, den Ring aus Fleischworscht und das Lebensgefühl am Rhein.

Den Abschluss bildete Oliver Mager der unter anderem mit seinem Lied „Moguntia“ das Publikum begeisterte. Denn spätestens hier hielt es niemanden mehr auf den Sitzen: Der Saal stand, sang und tanzte mit.

Premiere: Budenheim wählt erstmals einen Blütenkönig

Ein historischer Moment folgte bei der Wahl des neuen Blütenhauses. Erstmals in der langen Tradition des Festes wurde kein weibliches Blütenhaus allein gewählt, sondern ein Blütenkönig gekürt. Das Publikum hatte im Vorfeld per Stimmkarten abgestimmt. Die drei Kandidierenden – Pauline Bitz, Ben Giovanni Brömmel und Marie Haese – hatten sich zuvor in kurzen Videobeiträgen vorgestellt und dabei durchweg sympathische Eindrücke hinterlassen. So wurde erstmals in der 89-jährigen Geschichte des Blütenfestes ein Blütenkönig gekürt. Zuvor waren ausschließlich Blütenköniginnen – also junge Frauen – gewählt worden. Am Ende setzte sich Ben Giovanni Brömmel durch und wurde zum ersten Blütenkönig in Budenheim. Besonders positiv fiel dabei seine offene, moderne Art auf – ebenso wie seine Fähigkeit, fließend Italienisch und Französisch zu sprechen, was gerade im internationalen Kontext der Partnerstädte großen Anklang fand. Ben setzte sich gegen Pauline Bitz und Marie Haese durch. Die beiden jungen Frauen werden jetzt als sein Blütenhaus das Jahr gemeinsam mit ihm auf Reisen gehen. Positiv hervorzuheben ist dabei, dass auch das ehemalige Blütenhaus auf die anstehende Besuchsfahrt in die italienische Partnergemeinde Isola della Scala vom Bürgermeister eingeladen wurde.

Das Budenheimer Blütenfest gibt es seit 1937. In dem Jahre wurde es auch am 25. April 1937 zum ersten Mal vom damaligen Verkehrsverein veranstaltet und wird, nach kriegsbedingter Unterbrechung, seit 1950 jährlich gefeiert. Mit Ben Giovanni Brömmel wurde nun in der langen Tradition das erste Mal ein Blütenkönig gewählt.

Aperol sorgt für unerwarteten Engpass

Für eine kleine, aber charmante Randnotiz sorgte in diesem Jahr das Getränkeangebot: Erstmals wurde Aperol Spritz ausgeschenkt und traf offenbar genau den Geschmack des Publikums. So sehr, dass zwischenzeitlich die Gläser ausgingen und erst gespült werden mussten, bevor weiter ausgeschenkt werden konnte.

Gute Stimmung überstrahlt alles

Trotz technischer Schwierigkeiten blieb am Ende vor allem eines in Erinnerung: die durchweg gute Stimmung. Das neue Konzept brachte frischen Wind ins Blütenfest, ohne die traditionellen Elemente zu verlieren. Mit rund einer Stunde Verzögerung startete schließlich die Disco mit DJ Mike - und bis in die späten Nachtstunden wurde ausgelassen getanzt und gefeiert.

Fazit

Das Blütenfest 2026 war ein Abend voller Energie, Gemeinschaft und Veränderung. Mit neuem Konzept, vielfältigem Programm und der erstmaligen Wahl eines Blütenkönigs hat Budenheim gezeigt, dass Tradition und Weiterentwicklung kein Widerspruch sind – sondern sich im besten Fall gegenseitig beflügeln.

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