Budenheim. (rer) –
Budenheim hat seine erste kommunale Wärmeplanung abgeschlossen. Der Gemeinderat wurde am 17. Juni über die Ergebnisse informiert. Ziel der Planung ist es, Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen eine verlässliche Orientierung für künftige Investitionen in Heizsysteme und energetische Sanierungen zu geben.
Die kommunale Wärmeplanung wurde in einem rund einjährigen Prozess gemeinsam mit den Fachbüros EWR Climate Connection GmbH und Hansa Luftbild GmbH erarbeitet. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Wärmeversorgung in Budenheim technisch realisierbar, wirtschaftlich sinnvoll und langfristig klimafreundlich gestaltet werden kann.
Wärme ist der mit Abstand größte Energieverbrauchsbereich der Gemeinde: Rund 70 Prozent des gesamten Endenergiebedarfs entfallen auf das Heizen und die Warmwasserbereitung. Der Anteil erneuerbarer Energien liegt derzeit noch deutlich unter zehn Prozent. Damit bietet der Wärmesektor den größten Hebel für den kommunalen Klimaschutz. Zugleich ist es auch eine Möglichkeit, die regionale Wertschöpfung zu stärken und den Abfluss von Kaufkraft für fossile Energieträger zu verringern.
Die Analyse zeigt, dass in Budenheim vor allem dezentrale, individuelle Versorgungslösungen künftig eine zentrale Rolle spielen werden. Ergänzend wurden an Standorten mit bestehenden Nahwärmenetzen sogenannte Prüfgebiete ausgewiesen. Dabei handelt es sich um offene Planungsräume, in denen die zukünftige Wärmeversorgung weiter untersucht wird. Aus der Ausweisung eines Prüfgebiets ergibt sich ausdrücklich keine Verpflichtung zum Bau eines Wärmenetzes.
Die Maßnahmen wurden in Fachgruppen-Workshops und öffentlichen Bürgerforen diskutiert und priorisiert. Für die weitere Umsetzung der Wärmewende wurden sieben zentrale Handlungsfelder festgelegt: Prüfung eines Wärmenetzes an der Lenneberggrundschule, Prüfung eines Gebäudenetzes in der Berliner Straße, Prüfung eines Gebäudenetzes an der Waldsporthalle, Sanierung kommunaler Gebäude, Prüfung und Ausweisung eines Sanierungsgebiets, Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger sowie Beratung und Schulung zu Energieeffizienz und Heizungstausch.
Die kommunale Wärmeplanung versteht sich als dynamischer Prozess. Maßnahmen können im Laufe der Umsetzung an neue technische Erkenntnisse, geänderte Förderprogramme oder veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen angepasst werden. Grundlage ist das Ziel des Bundes-Klimaschutzgesetzes, bis 2045 Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen. Da Heizungsanlagen und Gebäudetechnik oft mehrere Jahrzehnte genutzt werden, werden die Weichen für dieses Ziel bereits heute bei jeder Sanierungsentscheidung gestellt.
Für die Erstellung der Wärmeplanung konnten frühzeitig Fördermittel gesichert werden. 90 Prozent der Kosten wurden über die Nationale Klimaschutzinitiative des Bundes gefördert. Die verbleibenden Kosten wurden über das Landesgesetz zur Ausführung des Wärmeplanungsgesetzes gedeckt, sodass der Gemeinde keine eigenen Kosten für die Erstellung der kommunalen Wärmeplanung entstanden sind.
Der vollständige Abschlussbericht sowie der detaillierte Maßnahmenkatalog sind auf der Internetseite www.klimaschutz-budenheim.de abrufbar.
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