Walluf. (mh) –
Am 11. August 1951 im Vereinslokal „Gasthaus zur Eintracht“ gegründet, feiert der FSV Oberwalluf am 22. August 2026 im Vereinshaus Oberwalluf im Rahmen eines gemütlichen Frühschoppens bei leckeren Getränken und herzhaftem Essen sein 75-jähriges Vereinsjubiläum. Start der Veranstaltung ist um 11 Uhr.
Wie der Chronik zu entnehmen ist, diskutierte man im Frühjahr 1951 in Oberwalluf über die Gründung eines eigenen Fußballvereins, denn man wollte sich von Niederwalluf trennen, wo man fast die ganze Mannschaft stellte. Etwa 41 Anwesende wählten den Vorstand mit den Sportfreunden Willi Bonnet sen. (1. Vorsitzender), Anton Pusch (1. Schriftführer), Friedel Lupp (1. Kassierer) und Philipp Pusch (Spielausschussvorsitzender). Das Startkapital betrug stolze 45 DM. Bereits nach der Gründung des Vereins waren insgesamt 142 Mitglieder eingetreten, eine beachtliche Anzahl bei damals 800 Einwohnern in Oberwalluf.
Weil jedoch ein Sportplatz fehlte, mussten die ersten Spiele zunächst auswärts bestritten werden. Bei dem frühzeitig für einen Sportplatz an der B 260 gepachteten Gelände handelte es sich um einen „Kleeacker“ mit starkem Gefälle, welches erst begradigt werden musste. Aus diesem „Kleeacker“ entstand auch das Vereinszeichen, das dreiblättrige Kleeblatt. Durch die tatkräftige und finanzielle Unterstützung vieler Oberwallufer und die Mithilfe der in der Nähe stationierten Amerikaner mit schwerem Arbeitsgerät war der Sportplatz im Oktober 1951 fertiggestellt.
Wie die Chronik weiter berichtet, entpuppte sich der Verein nach seiner Gründung als „Senkrechtstarter“, denn von Beginn an blieb er insgesamt 52 Spiele ungeschlagen. Schon im ersten Jahr wurde er Meister in der B-Klasse Rheingau (1951/52), dann Meister der A-Klasse Wiesbaden (1953/54). Der Aufstieg in die Bezirksklasse Wiesbaden war geschafft.
So wie sich der „Kleeacker“ deutlich verschlechterte, kam auch der FSV in ein Wellental. In der Saison 1957/58 stieg die erste Mannschaft aus der Bezirksklasse ab. Im Jahr 1959 wurde die A/B-Jugend Kreispokalsieger. In der Saison 1961/62 folgte der Abstieg der ersten Mannschaft aus der A-Klasse und war wieder in der B-Klasse gelandet.
Da die Jugendarbeit weitestgehend vernachlässigt worden war, stand der FSV sogar kurz vor der Auflösung. Insbesondere der neue Spielausschussvorsitzende Helmut Bierbrauer richtete den Verein wieder auf und verhinderte das Auseinanderbrechen. Gegen Ende der sechziger Jahre stellten sich, so die Chronik, wieder erste Erfolge ein und die intensive Jugendarbeit trug Früchte, unter anderem mit dem Kreispokalsieg der ersten Mannschaft im Jahr 1967
Nachdem der Verein im Jahr 1969 erneut vor dem Auseinanderbröckeln stand, begann im Sommer 1970 unter dem Vorsitzenden Helmut Ploch, Geschäftsführer Anton Pusch und Kassenverwalter Erich Töpper und Spielausschussvorsitzendem Christl Mayer ein glanzvoller Aufstieg durch die Rückkehr eigener Spieler, Verstärkung durch Jugendspieler und Spieler von fremden Vereinen. Im zweiten Halbjahr entstand auch das Vereinsheim, die erste Flutlichtanlage wurde installiert und die Wasserversorgung hergestellt.
Die 1970er Jahre bezeichnet die Chronik als „Sternstunden und Titel“, denn sie waren durch sensationelle Siege sportlich die wohl erfolgreichste Zeit, von denen die FSV-Anhänger heute noch träumen. Dazu zählte insbesondere der triumphale 3:0‑Erfolg im Bezirkspokalendspiel gegen den TSV Bleidenstadt im Mai 1972 in Wiesbaden. Als dessen Sieger sei man auf dem Weg in die Hauptrunde nach großem Spiel beim Hessenligisten VfB Gießen trotz zweier Tore recht deutlich gescheitert.
Nach den Erfolgen in den 1970er und am Anfang der 1980er Jahre begannen der Chronik zufolge die Jahre mit dem ständigen Kampf gegen den Abstieg. Im Sommer des Jahres 1985 musste der FSV vom Sportplatz an der B 260 und vom mühsam in Eigenarbeit errichteten, schmucken Vereinsheim Abschied nehmen, das dem Straßenbau zum Opfer gefallen war. Deshalb musste der Verein in das ungeliebte „Johannisfeld“ nach Niederwalluf umziehen. Ohne das gewohnte „Geläuf“ an der B 260 war, so die Chronik, ein Abstieg aus der A-Klasse in die B-Klasse die unausweichliche Folge.
Ausführlich beschreibt die Chronik den Neubau des bis heute bestehenden, gemeinsam mit der SG Walluf finanzierten und 600.000 DM teuren Sportlerheims im Johannisfeld nach vier Jahren im Bauwagen. Erst im Jahr 2011 schaffte der FSV den Aufstieg aus der B-Klasse und kehrte mit Eigengewächsen in die A-Klasse zurück.
Der Durchmarsch des FSV aus der B-Liga in die Kreisoberliga war aufgrund der für den Verein nicht nachvollziehbaren Quotientenregelungen in der Pandemie misslungen. Der Aufstieg in die Kreisoberliga gelang jedoch im Jahr 2023 unter Trainer Tobias Kopetzky durch ein 3:1 im Hinspiel und ein 2:2 im Rückspiel gegen den TUS Breithardt. Die drei darauf folgenden Runden konnte der Verein auf den Plätzen neun beziehungsweise zehn abschließen. Außerdem konnte er im Kreispokal zweimal das Viertelfinale erreichen.
Im Jubiläumsjahr gehören dem Vorstand Michael Wallbraun (1. Vorsitzender), Volker Boehnke (Spielausschussvorsitzender), Joshua Stokes (Schriftführer), Walter Paßmann (Kassierer) und die Beisitzer Tobias Abt und Lukas Laufer an.




Kommentar schreiben