Budenheim. (rer) –
Wenn es um Leben und Gesundheit geht, zählt oft jede Minute. Seit dem 11. Juni 2026 ist die neu gegründete First-Responder-Einheit der Feuerwehr Budenheim im Einsatz. In den ersten drei Monaten wurden die ehrenamtlichen Einsatzkräfte bereits 25-mal zu medizinischen Notfällen alarmiert. Die Idee zur Gründung einer First-Responder-Einheit entstand Ende vergangenen Jahres innerhalb der Feuerwehr. Immer wieder kam es vor, dass Rettungswagen und Notarzt zu Einsätzen in unmittelbarer Nachbarschaft von Feuerwehrangehörigen gerufen wurden. Einige der Einsatzkräfte sind als Notfallsanitäter, Rettungssanitäter oder Sanitäter ausgebildet und verfügen über entsprechende notfallmedizinische Kenntnisse. Nach Einsätzen mit teilweise schweren Verläufen stellte sich deshalb immer wieder die Frage: Hätte man den betroffenen Menschen noch schneller helfen können, wenn man früher von dem Notfall gewusst hätte? Die Antwort war schnell gefunden: Wenn qualifizierte Helfer in unmittelbarer Nähe verfügbar sind, sollen sie diese Möglichkeit auch nutzen können. First Responder kommen insbesondere bei zeitkritischen medizinischen Notfällen zum Einsatz, beispielsweise bei Kreislaufstillständen, Bewusstlosigkeit, Atemnot oder starken Blutungen. Ihr Ziel ist es, die Zeit bis zum Eintreffen des regulären Rettungsdienstes zu überbrücken und bereits erste medizinische Maßnahmen einzuleiten. Da der Einsatz als First Responder keine originäre Aufgabe der Feuerwehr ist, wurde die Feuerwehr Budenheim zunächst durch Bürgermeister Stephan Hinz mit der Gründung der Einheit beauftragt. Anschließend wurden notwendiges Material beschafft, Einsatzkräfte unterwiesen und die Abläufe sowie das Alarmierungsverfahren organisiert. Am 11. Juni wurde die Einheit offiziell in Dienst gestellt. Bereits am 13. Juni folgte der erste Einsatz: Am Isola-della-Scala-Platz war ein Kind von einem Spielgerät gestürzt und benötigte medizinische Hilfe. Die First Responder trafen vor dem Rettungsdienst ein, übernahmen die Erstversorgung und betreuten das Kind bis zum Eintreffen des DRK‑Rettungswagens. Anschließend wurde es zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Bei diesem Einsatz konnten die Feuerwehrangehörigen einen Zeitvorteil von rund acht Minuten gegenüber dem Rettungswagen erzielen. Seitdem wurden die First Responder bis Ende August bereits 25-mal alarmiert. Mehrfach konnten sie dadurch wertvolle Zeit überbrücken und noch vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes mit der medizinischen Versorgung beginnen. Aktuell sind elf Mitglieder der Einsatzabteilung entsprechend qualifiziert und können als First Responder eingesetzt werden. Im September werden weitere vier Feuerwehrkameraden bei Lehrgängen des DRK und der Johanniter-Unfall-Hilfe in Mainz ausgebildet und anschließend die Einheit verstärken. Bei einem Einsatz rücken maximal drei First Responder aus. Dadurch bleibt gleichzeitig ausreichend Personal für die regulären Aufgaben der Feuerwehr verfügbar. Die ersten drei Monate zeigen eindrucksvoll, welchen Mehrwert die neue Einheit für Budenheim bietet: schnelle Hilfe aus der eigenen Gemeinde – ehrenamtlich, qualifiziert und genau dann zur Stelle, wenn jede Minute zählt.


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