„Freu dich, Erd und Sternenzelt“
Krippenmeditation der Schola Martinsthal fand zum ersten Mal in der alten Kirche statt

Zum Abschluss der Weihnachtszeit bot die Martinsthaler Schola wieder eine eindrucksvolle musikalisch-literarische Krippenbetrachtung.

Martinsthal. (chk) – Nachdem die Schola Martinsthal 15 Jahre lang zum behutsamen Nachspüren der Weihnachtszeit in die geräumigere Kirche St. Martin eingeladen hatte, fand die Krippenmeditation nun zum ersten Mal in der historischen Kirche St. Sebastianus und Laurentius statt. In der im vergangenen Sommer neu geweihten Kirche rückten alle näher zusammen. Alle Plätze bis zur Empore waren besetzt, als Monika Albert, Sprecherin und Mitglied der Schola, das Publikum zum „beschaulichen Dämmerstündchen“ begrüßte.

Sie drückte ihre Freude darüber aus, dass Andreas Haarmann, wieder gesundet war, und die Leitung der Schola wieder übernommen hatte. Im vergangenen Jahr war Dr. Markus Frank Hollingshaus als Dirigent für ihn eingesprungen. Er war auch in diesem Jahr als Organist mit solistischen Stücken dabei und er begleitete außerdem die Schola auf der Orgel – der besten und modernsten Orgel in der Pfarrei St. Peter und Paul Rheingau, wie Monika Albert betonte.

In diesem Jahr nicht mehr dabei war das Trio Chayenne, das die Krippenmeditation viele Jahre musikalisch begleitet hatte. Stattdessen stellte Monika Albert einen neuen Mitwirkenden vor: Saxophonist Johannes Bohnacker. „Viele Martinsthaler werden ihn kennen mit seinem Ensemble ‚Johann & The Neckbones‘ und als Mitglied der Winzerfamilie Engelmann-Schlepper“, erläuterte sie, bevor alle Mitwirkenden ein vielgestaltiges Programm präsentierten, das einen überaus feierlichen, harmonischen Charakter entfaltete. Im Wechsel mit den Gesangs- und Instrumentaldarbietungen lasen Schola-Mitglieder besinnliche Texte von Hanns Dieter Hüsch, Charles Dickens, Pierre Stutz und anderen. Das „Nachspüren“ von Musik und Texten wurde gefördert durch die Atmosphäre in der von Küster Roy Wörsdorfer festlich und mit vielen Kerzen geschmückten Kirche. Auch die große, bunte Weihnachtskrippe hatte in reduzierter Form in der kleineren Kirche einen Platz erhalten. Während die zentralen Figuren wirkungsvoll vor dem Altar stehen durften, nahmen Hirten und Schafe und auf dem Seitenaltar unter dem heiligen Laurentius Platz.

„Ein Stern springt aus der Sternenbahn“ und „Stern über Bethlehem“ gehörten zu den himmlisch vorgetragenen Lieder der Schola; ebenso „Freu dich, Erd und Sternenzelt“, bei dem das Publikum den Refrain mitsingen durfte. Markus Frank Hollingshaus und Johannes Bohnacker boten ein großartiges Zusammenspiel von Orgel und Saxophon mit älteren und neueren Stücken, wie „Puer natus est“ von Guy de Lioncourt, „Evocation“ von Denise Roger oder „Ave Maria“ von Camille Saint-Saëns. Sehr eindrucksvoll interpretierte Johannes Bohnacker von der Empore das Solostück „Samba Cantina“ des amerikanischen Komponisten und Jazz-Saxophonisten Paul Desmond. Mit mehreren Orgel-Soli brillierte Markus Frank Hollingshaus, unter anderen mit der von ihm komponierten „Wintermusik“, in der die stille Nacht und die fröhliche Weihnacht anklangen, und mit „Sieben Variationen über O Sanctissima“ von Gerard Bunk. Diese romantische Orgelbearbeitung zu „O du fröhliche“ kam in der Tat sehr fröhlich daher.

Bevor der Organist mit dem Solo-Stück „Angels we have heard on high“ auf den Abschluss der Krippenmeditation einstimmte, wünschte Monika Albert der Zuhörerschaft „einen Engel des Lächelns“ auf dem Lebensweg, oder besser noch, selbst ein solcher Engel des Lächelns zu werden. Zum Schlusslied mit Orgel und Schola „Seht ihr unseren Stern dort stehen“, waren alle zum Mitsingen eingeladen. Danach durfte das Publikum seiner lange zurückgehaltenen Begeisterung in stürmischem Beifall und „standing ovations“ Ausdruck verschaffen. Der Rückblick auf die Weihnachtszeit und der zuversichtliche und stärkende Ausblick in das neue Jahr sind der Schola und ihren musikalischen Mitstreitern auch in der neuen Umgebung bestens gelungen.

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