Ladies Nyght in der Endlos-Schleife
Weihnachtsstimmung ohne Sentimentalität / Jazz, Swing und Rock im KUZ Eichberg

Am Anfang präsentierten sich die Ladies noch im feierlichen Weiß.

Eltville. (hhs) — „Am 1. Dezember 2017 heißt es wieder: Ladies Night. Sie können jetzt schon Karten bestellen“. Ein Jahr im Voraus sind Elke Diepenbeck, Nanni Byl und Annika Klar schon gebucht. Nichts beweist besser, dass das musikalische Trio von „Ladies Nyght“ eine sichere Bank für das KUZ Eichberg ist, wo sie seit mehr als 20 Jahren regelmäßig auftreten.

 

Am letzten Sonntag waren die drei starken Frauen, die sich – nicht wirklich bescheiden, aber durchaus zu Recht – als „drei der besten Sängerinnen des Rhein-Main-Gebietes“ sehen, wieder einmal auf dem Eichberg zu Gast. In ihrem Schlepptau die drei nicht minder hochkarätigen Instrumentalisten Gulf Schmid (Gitarre), Ralf Breyer (Bass) und Rainer Dettling (Schlagzeug) – das Ganze vor ausverkauftem Haus. Auch das hat Tradition!

Im erwartungsfrohen Publikum saßen ganz offensichtlich viele Stammgäste und Freunde des musikalischen Sextetts, so dass sich von Anfang an eine eher familiäre Stimmung ausbreitete. Doch bei aller scheinbaren Lockerheit erwiesen sich die Musiker doch als absolute Profis, die eine gut zweistündige Live-Show auf die Bühne zauberten – aus der Konserve kam nur das Glockengeläut, mit dem die drei Sängerinnen einzogen.

Doch statt klassisch-gefühlsduselig ging es fetzig-fröhlich weiter, das Konzert wirkte mitunter eher wie ein musikalisches Weihnachtskabarett. „Wir möchten Euch eine kleine Auszeit im Weihnachtsstress“ bereiten, gab Elke Diepenbeck die Richtung des Abends vor – wohl wissend, dass für sie und ihren Mitstreiterinnen selbiger Weihnachtsstress schon im August begonnen hatte, als das Programm für die diesjährigen Weihnachtsshows zusammengestellt und erarbeitet wurde. Während ihrer gut zweistündigen Show präsentierten sich die drei Klasse-Sängerinnen im ersten Teil im gediegenen weiß, danach im weihnachtlichen rot mit passender Nikolausmütze.

Schon seit dem 1. Advent touren Diepenbeck und Co. mit ihrer „Ladies-XX-Mas-Nyght“ durch das Rhein-Main-Gebiet, sind bis Heilig Abend u.a. noch in Wiesbaden, Mainz, Idstein oder Offenbach zu Gast. Sie singen und spielen dann Klassiker wie „Jingle Bells“, „Sleighride“ oder das unverwüstliche „Santa Baby“ – wahlweise mehrstimmig oder auch jede einzeln als Solistin, aber immer erstklassig. Abseits ausgetretener Pfade präsentieren sie auch Klassiker-Adaptionen in neuer Form, so das schwedische „Cool Yule“ (bei dem die gebürtige Schwedin Annika Klar ihren ganz persönlichen Glanzpunkt hatte) oder Händels „Joy to the world“ in einer afrikanischen Version unter dem Motto „Haendel goes cameroon“.

Kreuzfahrt zum Südpol

Das bunte und abwechslungsreiche Programm setzten die drei Damen auch im zweiten Teil des Abends fort – u.a. mit einem großartig verjazzten „Gloria“ oder einem Südpol-Medley. Weil in hiesigen Breiten der Schnee so rar ist – zumindest der echte und nicht der zum schnupfen, wie die Damen eindeutig vieldeutig zeigten – unternahmen die Ladies mit einem bunten Medley eine musikalische Reise zum Südpol – von poppig („like ice in the sunshine“) bis Wunderkerzen-gefühlsbetont („christmas in your eyes“).

Wenn Annika Klar auch meist die Ulknudel gab, zeigte sie doch, dass sie auch besinnlich kann: Beim schwedischen „Stralande Yul“ war viel Heimatgefühl zu spüren. Zu den Höhepunkten des Abends wurde das rockige „run, Rudolph, run“. Dass das als letztes Stück angekündigte „Driving home for christmas“ nur der scheinbare Schlussakkord werden würde, war jedem im KUZ klar – aber Zugaben wollen halt auch eingefordert werden.

Diese servierten Diepenbeck, Byl und Klar dann in einer fulminanten Finalrunde mit dem ironischen „Kling, Kasse, Klingeling“, mit dem sie für ihre CDs warben („Merry Business“), einem sensationell guten „Little Drummer Boy“ und einem fröhlichen irischen Song „Christmas in Killarney“. Dass zum Jahresende auch gute Vorsätze gehören, packten sie ebenso in Musik wie den endgültigen Rausschmeißer mit dem besinnlichen „Guten Abend, gute Nacht“.

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