Gelungener Start der „Geisenheimer Herbstbühne“
Kurzweiliger Abend mit Maximilian Schafroth / Allgäuer Bauernbub spielt in „Faszination Bayern“ mit Klischees

Froh und dankbar für die ausverkaufte Herbstbühne zeigte sich Organisator Bernhard Richter.

Geisenheim. (hhs) — Am vergangenen Samstag fiel der Startschuss für die 13. Auflage der „Geisenheimer Herbstbühne“. Zu Gast im Domzentrum war Maximilian Schafroth, ein junger Kabarettist aus dem Allgäu. Titel seines Programms: „Faszination Bayern“.

Die Auftaktveranstaltung war diejenige von den insgesamt vier Comedyabenden der diesjährigen Herbstbühne, für die noch bis vor wenigen Tagen Karten verfügbar waren. Gegenüber bekannteren Namen wie Heinz Becker (11.11.), Lisa Fitz (17.11.) und Bernhard Hoëcker (18.11.) hatte der Bayer (Jahrgang 1985) einen schweren Stand in der Publikumsgunst.

Doch als es soweit war, dass die lange geplanten Werbetafeln an der B42 aufgestellt werden sollten, konnte Organisator Bernhard Richter schon ein dankbares „Ausverkauft“ aufkleben. Letzter Impulsgeber für die gesteigerte Kartennachfrage für Schafroths Auftritt war offenkundig dessen kürzlicher Doppelsieg beim renommierten „Kleinkunstfestival für Kabarett, Comedy und Musik“, das traditionell im Berliner Kabarett-Theater „Die Wühlmäuse“ stattfindet. Maxi Schafroth gewann dabei sowohl den Preis der Fachjury als auch den Publikumspreis. Ebenfalls in diesem Jahr wurde ihm der Bayerische Kabarettpreis verliehen.

Er habe, so Bernhard Richter, die Werbetafeln trotz vier ausverkaufter Abende auch deshalb noch aufgestellt, weil er damit seinen Sponsoren Dank sagen wollte. Denn ohne diese wäre die Durchführung der Herbstbühne nicht möglich, die sich mittlerweile zur Erfolgsstory und zum Werbeträger für Geisenheim entwickelt hat.

Der Optiker vom Domplatz weiß nur zu genau, dass er seine alljährlich angestrebte und in den letzten Jahren auch erreichte „schwarze Null“ nur deshalb schreiben kann, weil er sich auf seine treuen Sponsoren verlassen kann. Auf seinem Flyer, mit dem er für die diesjährige „Comedy–Kabarett–Musik“-Reihe warb, prangen die Logos von 23 Sponsoren – dazu sein eigenes.

500 Euro steuerte jeder der Sponsoren bei, womit Richter eine finanzielle Basis hatte, auf der er „seine“ Herbstbühne aufbauen konnte. Förderer mit Finanz- und Sachleistungen – und damit ebenfalls „Logo-bedacht“ waren die Patisserie Pretzel und „Jobbos“ Veranstaltungstechnik.

Programm 2018

Bis auf zwei Ausnahmen haben alle Sponsoren auch schon für das kommende Jahr ihre Unterstützung zugesagt – was für Bernhard Richter als finanzielle Basis von größter Bedeutung ist. Das Programm für 2018 steht bereits fest, und sogar für 2019 sind die Planungen in einer konkreten Phase. Richter: „Man muss früh dran sein, wenn man gute Leute haben will“.

Im kommenden Jahr gibt es wieder vier Veranstaltungen. „Ausbilder Schmidt“ kommt am 02.11. ins Rheingau Atrium, die „Comedian Harmonists in Concert“ am (03.11.), Benjamin Tomkins (10.11.) und Gernot Hassknecht (17.11.) beschließen die viel versprechende Reihe.

Die besonders begehrten Kombitickets mit Reservierung für die besten Plätze an allen vier Abenden kosten 100 Euro, die Einzelveranstaltungen liegen zwischen 22,50 Euro für „Ausbilder Schmidt“ und den Bauchredner Tomkins und 28,50 Euro für die Comedian Harmonists. Der Vorverkauf läuft!

Wer am Samstag bei Maximilian „Maxi“ Schafroth war, fand die allgemeine Einschätzung bestätigt, dass man bei der Herbstbühne getrost „blind“ buchen und sich auf die Expertise von Bernhard Richter verlassen kann. Denn Richter scheint ein „Händchen“ zu haben, für eine gesunde Mischung aus talentierten jungen Künstlern auf der einen Seite, die erst am Anfang ihrer Karriere stehen und noch nicht den ganz großen Namen haben und renommierten Comedians, die er nur verpflichten kann, weil er den Künstlern ein „Rund-um-Wohlfühl-Programm“ bietet und ihnen damit ein Entgegenkommen beim Honorar abhandeln kann.

Multitalent

Maxi Schafroth ist nicht nur Kabarettist, sondern auch Sänger mit einer Stimme, die sich durch eine große Bandbreite an Stimmlagen auszeichnet. In Geisenheim wurde er musikalisch begleitet vom Gitarristen Markus Schalk.

Das Allgäuer Multitalent ist aber auch Drehbuchautor, Filmemacher und Schauspieler, der u.a. auch schon beim Münchner TV-Tatort mitgespielt. In Geisenheim indessen schien er sich selbst zu spielen. Mit viel Wortwitz und gespickt mit Anekdoten erzählte Schafroth von seiner Kindheit auf dem elterlichen Bauernhof in Stephansried im Allgäu („ein Ort mit 78 Einwohnern“). Köstlich seine Erlebnisse als Bankkaufmann in München – ein Job, den er vor zehn Jahren aufgab, um sich ganz dem Kabarett zu widmen.

Über die Nachwuchsbühne der Münchner Lach- und Schießgesellschaft und Auftritte in „Ottis Schlachthof“ im Bayerischen Fernsehen nahm er seinen Weg ins bundesweite Fernsehen. Zu seiner Referenzliste zählen das „3sat-Kabarettfestival“, „Pufpaffs Happy Hour“ und aktuell die Satiresendung „extra 3“ in der ARD. Politisches Kabarett machte Schafroth auch auf dem Münchener Nockherberg beim traditionellen Starkbieranstich, wo er u.a. Conchita Wurst und Horst Seehofer parodierte.

Faszination Bayern

Mit dem derzeitigen Programm „Faszination Bayern“ tourt Schafroth seit zwei Jahren durch den deutschsprachigen Raum. Es ist die Fortsetzung und räumliche Erweiterung seines ersten Soloprogramms „Faszination Allgäu“ und verdeutlich die Horizonterweiterung Schafroths einerseits und seinen gesteigerten Bekanntheitsgrad andererseits. Seine bizarre Beobachtungsreise ist übrigens auf drei Teile ausgelegt – es müsste als nächstes eigentlich die „Faszination Deutschland“ folgen.

Genug Eindrücke dafür dürfte Schafroth bei seinen Touren gesammelt haben. Zumindest wusste er so manches aus anderen Teilen der Republik zu schildern, teilte kräftig gegen die SUV- und Geländewagen-Fahrer aus, spottet über die Helikopter-Eltern. Köstlich seine Spitzen gegen hippe Banker und ihre durchgestylten Familien. Gegen den ganzen Unsinn der überdrehten Großstädter („Dekadentes Pack“) mit ihrem „kollektiven Nonsens“ – wahlweise in München, Düsseldorf oder Frankfurt ansässig – setzte Schafroth seinen urigen Wortwitz -„Humor hilft immer“.

Dass er damit in Geisenheim bestens ankam, bewiesen die Zuschauer nicht nur mit reichlich Zwischenapplaus, sondern auch lang anhaltendem Beifall zum Ende des regulären Programms – dem natürlich noch die verdiente Zugabe folgte.

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