Glänzende Premiere von Dunjas Musikscheune
Dunja Koppenhöfer präsentierte sich und ihre Gäste mit Charme, Komik und viel Musik
Gelungenes Debüt: Gastgeberin Dunja Koppenhöfer.

Winkel. (chk) – Unkompliziert, erfrischend, niveauvoll, unterhaltsam – so sollen nach dem Wunsch von Wolfgang Junglas – Initiator und Produzent der Rheingauer Weinbühne in der Brentanoscheune – die Veranstaltungen sein. Diese Adjektive passen geradezu optimal auf Dunja Koppenhöfer, die am Sonntag ihre glorreiche Premiere mit „Dunjas Musikscheune“ feierte. Ein paar Adjektive kann man sicher noch zufügen, um die energiegeladene Sängerin mit komödiantischem Talent zu beschreiben.

„Willkommen, bienvenue, welcome“ – mit dem Lied „Cabaret“ aus dem gleichnamigen Musical begrüßte Dunja Koppenhöfer ihr Publikum, sich selbst am Klavier begleitend. Die ersten Gäste, die sie auf der Bühne ihrer mit Musik gefüllten Talkshow begrüßte, waren Isabella Mischok-Schenk und Bernd Joachim Schenk, die den Projektchor der Rheingauer Singakademie leiten, der vor dem Gespräch mit „Memories“ aus dem Musical „Cats“

eine klangvolle Kostrobe auf der Bühne gegeben hatte und auch noch mit zwei weiteren Auftritten das Programm begleitete. In die Leitung des Projektchores steckt das Ehepaar viel Freizeit. „Gibt es eine Trennung zwischen E- und U-Musik?“, wollte Dunja Koppenhöfer wissen. Eine solche Unterteilung lehnen Isabella Mischok-Schenk und Bernd Joachim Schenk ab. „Es gibt verschiedene Stilrichtungen, und es gibt gute und schlechte Musik.“ Derzeit proben sie mit ihrem Chor, dem Dunja Koppenhöfer als Solistin und Moderatorin angehört, für ihr Konzert im Kloster Eberbach, das am 12. Mai stattfinden wird. Das Motto lautet: „Musik, dein ist mein ganzes Herz.“

Natürlich hatten auch die weiteren Gäste – mit einer Ausnahme – mit Musik zu tun. Die nächsten Gesprächspartner, die am Talk-Show-Tisch Platz nahmen, waren die zwölfjährige Querflötistin Janica Wendt und ihr Lehrer von der Neuen Musikschule Rheingau, Stanislav Malkeev. Zuvor hatten sie als Querflöten-Duo mit einer Sonate von Telemann beeindruckt. Janica gilt als musikalisch besonders begabt und bereitet sich mit ihrem Lehrer auf den Wettbewerb „Jugend musiziert“ vor. Tägliches Proben gehört bei ihr dazu. „Glaubst du, dass das Musizieren auch sonst zu besseren Leistungen in der Schule führt?“, fragte Dunja Koppenhöfer und wünschte sich als Musikpädagogin natürlich Bestätigung. „Nein, das glaube ich nicht“, antwortete Janica, die allerdings vor zwei Jahren auch in einem Mathe-Wettbewerb ausgezeichnet worden war. Die These hätte also schön gepasst. Ihr Lehrer war als 13-Jähriger aus Usbeskistan nach Deutschland gekommen. „Ich sprach kein Wort Deutsch, verständigte mich auf Englisch und machte auch mit der Musik hier weiter“, erzählte Stanislav Malkeev, der akzentfreies Deutsch spricht. „Aber um Musik zu machen, braucht man keine Sprache zu sprechen.“

„Ich beobachte, dass hier in der Brentanoscheune eine ganze Reihe von Winzern vorgestellt werden, aber noch nie mein Nachbar. Deshalb mache ich das jetzt“, verkündete Dunja Koppenhöfer nach der Pause und bat Michael Dahn vom Winkeler Weingut Alois Dahn auf die Bühne. Von ihm erfuhr sie, dass sich die Oestrich-Winkeler Winzer untereinander nicht als Konkurrenz betrachten. Die Weine, die Michael Dahn mitgebracht hatte und in einer kleinen Weinprobe mit der Moderatorin erläuterte, kommentierte diese auf ihre eigene amüsante Weise. Für ein kleines Spiel – Rotwein oder Weißwein mit verbundenen Augen herauszuschmecken – meldeten sich zwei Damen aus dem Publikum, die beide als Gewinnerinnen je eine Flasche Pinot Noir aus dem Weingut Alois Dahn mitnehmen durften.

Nicht nur die Gäste und der Projektchor präsentierten sich musikalisch, immer wieder unterhielt Dunja Koppenhöfer die Gäste mit eigenen Beiträgen, in der sie ihre Facetten als Opern-, Musical- und Popsängerin zum Ausdruck brachte, wie zum Beispiel mit Gershwins Arie „Summertime“ aus „Porgy and Bess“, das von Isabella Mischok-Schenk auf dem Klavier begleitet wurde, oder mit dem Lied „Ich bau mir ein Haus“ von Katja Ebstein, das sie selbst auf dem Klavier begleitete. Sie hatte das Lied so umgeschrieben, das es zu einer Liebeserklärung an ihre Rheingauer und Oestrich-Winkeler Heimat wurde. Auch als lockere Entertainerin, die das Publikum in der vollbesetzten Scheune mit „Ho-la-rudi ha-ha“ zum Mitsingen brachte, bewies sie sich.

Als letzte Gäste kamen die Sängerin Monika Assmann und Ruud van Duijse auf die Bühne. Sie sang „I Got Rhythm“ und er begleitete sie auf der Gitarre, als seien sie ein Duo, das ständig gemeinsam auftritt, dabei standen sie zum letzten Mal vor 15 Jahren zusammen auf der Bühne. Er war vor etwa 30 Jahren ihr Musiklehrer in Eltville, wo die Wiesbadener Musik- und Kunstschule eine Außenstelle hatte. Sie nahm bei ihm Gitarrenunterricht und er entdeckte dabei ihre Stimme und ihre gesangliche Begabung – glücklicherweise. Als Musiker und Musikpädagoge kam Ruud van Duijse mit seiner Frau, einer Frankfurterin, nach Deutschland und das Ehepaar ließ sich im Rheingau nieder. „Ich habe Monika Assmann als Lehrerin meiner Tochter kennen gelernt, und als ich sie dann singen hörte, konnte ich gar nicht glauben, dass eine Frau mit einer solchen Aura sich nicht ganz ihrer Karriere als Sängerin widmet“, erzählte Dunja Koppenhöfer. Dass sie auch ein brillantes Duo sind, zeigten die beiden Sängerinnen mit dem Song „L.O.V.E.“ von Nat King Cole.

Dunja Koppenhöfer bedankte sich bei ihrem stürmisch applaudierenden Publikum und kam natürlich ohne Zugabe nicht davon. „Ich war total überrascht, dass so viele gekommen sind und jetzt bin ich total stolz“, sagte sie zum Abschied. Dass es mit Dunjas Musikscheune nach diesem erfolgreichen Debüt weitergeht, daran ließ auch Wolfgang Junglas hinter den Kulissen keinen Zweifel.

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