111 Wein- und Kulturbotschafter zu Gast
Größtes bundesweites Treffen der Weingästeführer unter Federführung des Deutschen Weininstituts

111 Wein- und Kulturbotschafter aus ganz Deutschland kamen zum Treffen in den Rheingau.

Rheingau. (sf) – Das gab es noch nie: 111 Kultur- und Weinbotschafter aus zehn deutschen Weinanbaugebieten waren zu Gast im Rheingau. Das siebte Treffen der Gästeführer aus ganz Deutschland war das bisher größte und das Interesse so groß, dass alle Teilnehmer zusätzlich zum Fortbildungs- und Vortragstreffen auch das Nachprogramm am Sonntag gebucht hatten.

 

„Es ist das bisher größte bundesweite Treffen“, hatte Steffen Schindler, Marketing Direktor des Deutschen Weininstituts, bei der Begrüßung in der Brentanoscheune in Winkel gesagt. Die Kultur- und Weinbotschafter oder Gästebegleiter, wie sie im Rheingau genannt werden, kamen auf Einladung des Deutschen Weininstituts (DWI) im Rahmen des „DWI-Forums Kultur & Wein“ zusammen. Das DWI organisiert dieses Forum seit 2010 jedes Jahr in einem anderen Anbaugebiet. „Wir wollen den regionalen Gruppierungen der Kultur- und Weinbotschafter eine nationale Plattform bieten und ihnen die Möglichkeit zur Weiterbildung und zu einem Erfahrungsaustausch geben“, erläuterte Schindler. Deshalb finde das Treffen jedes Jahr in einem anderen Weinanbaugebiet statt. In diesem Jahr hatte sich der Verein „Gästebegleiter Rheingau-Taunus e.V.“ für die Ausrichtung beworben und die Organisation mit übernommen.

Mit der Vorsitzenden Gabriele Schlimmermann an der Spitze hatten die Gästeführer ein umfangreiches Rahmenprogramm ausgearbeitet, das sehr zur Freude der Gastgeber alle Teilnehmer gebucht hatten. „Durch diese Treffen kennen wir uns mittlerweile wirklich gut. Die Idee des DWI, damit ein Netzwerk aufzubauen, sich gegenseitig kennen zu lernen, Tipps und Erfahrungen auszutauschen, ist längst voll aufgegangen“, erzählte die Oestrich-Winkeler Gästeführerin Evelyn Bleuel. „Es ist schön, so viele Freunde zu treffen und wiederzusehen, die es sich in ihrer Freizeit alle ehrenamtlich zur Aufgabe gemacht haben, Besuchern, Gästen, aber auch Einheimischen die Heimat vor der eigenen Haustür und ihre Historie bekannt zu machen“, sagten die Gästeführerinnen Wilma Herke und Jaqueline Janata. „Man nimmt bei diesen Treffen extrem viele neue Ideen mit und dass es diesmal mit solch einem Erfolg im Rheingau stattfand, freut uns Gästebegleiter natürlich besonders“, freute sich Monika Albert aus Martinsthal.

„Das DWI hat im Vorfeld des Forums eine bundesweite Abfrage bei den Botschaftern und Gästeführer-Organisationen zu deren Aktivitäten 2016 durchgeführt“, erläuterte Schindler. Und die Befragung habe beeindruckende Ergebnisse hervorgebracht: „Rund 1.400 Kultur- und Weinbotschafter und Weingästeführer sind in zehn deutschen Anbaugebieten aktiv. Über 10.000 Veranstaltungen und Führungen wurden im vergangen Jahr durchgeführt und über 200.000 Menschen haben daran teilgenommen und sich über das Kulturgut Wein informiert“.

Eröffnet wurde das Treffen mit Begrüßungsansprachen von Steffen Schindler, Bürgermeister Michael Heil und Weinbaupräsident Peter Seyffardt. Zum Einstieg gab es vom Marketing Direktor des DWI Neuigkeiten, die in diesem Jahr geplant sind. Danach gab es einen Schulungsvortrag zum Thema „Neue Weintrends: Vegan, Orange, Natur“ mit Manuel Bretschi und später einen Vortrag zum Thema „Weintrends weltweit“ mit William Lerner von „Wine Intelligence“. Alexander Schreck von „Wein Plus“ informierte über Tourismusmarketing mit neuen Medien und Anne Krebiehl über „Deutscher Spätburgunder, seine Historie, seine Gegenwart und seine Zukunft“. Zum Abschluss des ersten Tages waren die Teilnehmer zu einer Ausflugsfahrt mit Dinner auf dem Rhein eingeladen.

Am Samstag standen dann Exkursionen zum Thema „Im Rheingau fühlt man sich immer irgendwie erwartet“ nach einem Zitat von Heinrich Reichert auf dem Programm. Die Wein- und Kulturbotschafter waren von ihren Rheingauer Kollegen eingeladen, die Rheingauer Landschaft während eines ganztägigen Ausflugs zu entdecken: Von Winkel und Rüdesheim aus ging es nach Lorch ins Hilchenhaus, wo Bürgermeister Jürgen Helbing die Gäste begrüßte. Anschließend gab es einen Vortrag zum Steillagenanbau und Querterrassierung in Lorch vom Winzer Gilbert Laquai. Er gilt als Vorreiter der Querterrassierung im Rheingau und hatte auch den passenden Lorcher Wein mitgebracht. Danach stand ein Besuch der Hochschule Geisenheim University an. Nach dem Empfang durch den Campusmanager Robert Lönarz gab es eine Führung mit dem Leiter des Instituts für Mikrobiologie, Prof. Dr. Christian von Wallbrunn, und ein Mittagsbüfett in der Mensa der Hochschule mit Wein aus dem hochschuleigenen Weingut.

„Schloss Vollrads gestern – heute – morgen: Ein Schlossweingut im Wandel“ hieß es am Nachmittag. Hier bot man eine Besichtigung der Außenanlagen und einen Spaziergang zum Biodiversitätsweinberg mit fachkundiger Führung und Probe mit Vollradser Weinen. Damit immer noch nicht genug, ging es in die Domäne Steinberg ins Weingut Kloster Eberbach, wo der Geschäftsführer der Hessischen Staatsweingüter Dieter Greiner die Gäste auf der Terrasse der Steinbergkellerei mit Domänenwein empfing. Mit einem Rundgang durch den ummauerten Steinberg ging das Programm zu Ende. Am Abend waren alle noch zum gemütlichen Beisammensein im „Rüdesheimer Schloss“ eingeladen.

Auch das Nachprogramm am Sonntag, für das sich die Gästebegleiter Rheingau-Taunus verantwortlich zeigten, hatten fast alle Teilnehmer gebucht. Geboten wurde eine Wanderung auf dem Rüdesheimer Hildegardweg durch die Weinberge zur Abtei St. Hildegard und ein Besuch der Wallfahrtskirche Eibingen. Wer wollte, konnte auch das Brentanohaus in Winkel kennen lernen. Und schließlich gab es einen Rundgang durch Oestrich-Winkel, der von der Basilika Mittelheim zum Weinverladekran Oestrich führte und eine Führung durch die Eltviller Altstadt.

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