Albers: „Sie machen den Kitt der Gesellschaft aus“
Verleihung des Ehrenamtspreises des Rheingau-Taunus-Kreises in drei Kategorien

Preisträger des Ehrenamtspreises des Rheingau-Taunus-Kreises 2013 in der Sparte „Kunst und Kultur waren die Junge Bühne Schlangenbad...

Rheingau. (mh) – Der guten Tradition entsprechend hat Landrat Burkhard Albers im Rahmen des bundesweiten Tages des Ehrenamtes im Kreishaus den Ehrenamtspreis des Rheingau-Taunus-Kreises in drei Sparten an vier Initiativen verliehen und Ehrenamts-Cards überreicht.

In der Sparte „Jugendarbeit“ heißt der Gewinner VFJ Hünstetten, deren Vorsitzender Winfried Weimer sich über eine Urkunde und einen Scheck in Höhe von 1.000 Euro freute.

Ebenfalls einen Scheck über die gleiche Summe und eine Urkunde konnte Jürgen Reimann vom Naturschutzbund Deutschland, Ortsgruppe Waldems in Empfang nehmen.

In der Sparte „Kunst und Kultur“ wurde der Preis geteilt. Hier war, wie Albers sagte, die Wahl der Jury auf die Junge Bühne Schlangenbad und den Kulturkreis Schlangenbad gefallen, „die beide für ein buntes Kulturleben nicht nur in der Kurstadt sorgen“. Deshalb überreichte er sowohl der Vorsitzenden Ingrid Scherwinsky-Kuhn als auch dem Vorsitzenden Dieter Baumann einen Scheck über jeweils 500 Euro.

„Für Ihr überragendes ehrenamtliches Engagement spreche ich anlässlich der Ehrenamtspreisverleihung 2013 in der Sparte „Kunst und Kultur“ der Jungen Bühne Schlangenbad Dank und Anerkennung aus“, heißt es in der Urkunde, die Ingrid Scherwinsky-Kuhn mit großer Freude entgegen nahm.

Die Junge Bühne Schlangenbad wurde 1977 gegründet. Zunächst sollte ein Amateurtheater entstehen, in dem hauptsächlich Kinder und Jugendliche Theater spielen konnten. Gespielt wurde in der alten Turnhalle in Georgenborn und auch in den Bürgerhäusern der einzelnen Ortsteile.

Waren es zu Beginn hauptsächlich Kinder und Jugendliche aus Georgenborn, die hier agierten, so habe sich der Kreis bald auf die Gesamtgemeinde Schlangenbad erweitert und es seien auch Schauspieler aus Wiesbaden und dem Untertaunus dazu gekommen. Nach der kostenlosen Bereitstellung von zwei Räumen in der alten Schule in Georgenborn habe sich die Junge Bühne zu einem Theater etabliert, in dem Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemeinsam auf der Bühne stehen.

Gespielt würden Stücke von der Antike über die Klassik bis zur Moderne. Dabei sei es das Ziel, allen Zuschauern, die mittlerweile aus dem gesamten Umland kommen, gerecht zu werden. Seit September bestehe auch eine Kooperation mit der Theater AG der Internatsschule Hansenberg.

Augenblicklich proben eine Kindergruppe mit elf Schauspielerinnen und -spielern, eine Jugendgruppe mit acht Mitwirkenden und drei Erwachsenengruppen. Der Spielplan für das nächste Jahr stehe schon fest (www.guckkasten.de). So führe die Kindergruppe am 2. Februar um 15 Uhr in der Brentanoscheune in Winkel ihr Stück „Lippels Traum“ von Paul Maar auf.

Den gleichen Text enthält auch die Urkunde, die Albers dem Vorsitzenden des Kulturkreises Schlangenbad zusammen mit einem Scheck überreichte. Nach bescheidenem Beginn mit Zuhörern ausschließlich aus Schlangenbad kommen jetzt, so Baumann, im Schnitt 70 Zuhörer zu den Veranstaltungen, mit steigendem Anteil aus den Nachbargemeinden, vereinzelt auch aus Eltville und dem Rheingau.

Mit einem Mix aus Klassik, Folk, Jazz, Chanson, Gospel und Kabarett werden einerseits die verschiedensten Zielgruppen angesprochen, andererseits werde versucht, sich von den Angeboten der „großen“ Veranstalter der Region abzugrenzen. Seine „Heimat“ habe der Kulturkreis in der Historischen Caféhalle. Vereinzelt und programmabhängig werde auf den Park des Parkhotels oder die evangelische Christuskirche zurückgegriffen Seine Aktivitäten finanziere der Verein fast ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen, dem Erlös aus dem Verkauf von Eintrittskarten sowie durch eine bescheidene Unterstützung der Gemeinde. Das Programmangebot könne der Homepage www.kulturkreis-schlangenbad.de entnommen werden.

„Der Kulturkreis Schlangenbad und die Junge Bühne sind seit Jahrzehnten prägend für das kulturelle Leben in Schlangenbad“, freute sich Bürgermeister Michael Schlepper über die Auszeichnung von gleich zwei Initiativen aus seiner Gemeinde. Trotz einer Vielzahl von konkurrierenden Angeboten in der unmittelbaren Nachbarschaft und der Region präsentieren beide Kulturvereine „ein durchgehend abwechslungsreiches und sehr anspruchsvolles Angebot für unsere Bürger sowie unsere Gäste.

Vor allem die Junge Bühne leiste sehr viel zur Förderung der Kinder und Jugendlichen durch kind- und jugendgerechte Inszenierungen. Beide Vereine seien ehrenamtlich organisiert und müssten, bis auf die teure Bereitstellung der erforderlichen Räume, ohne weitere nennenswerte Zuschüsse der Gemeinde auskommen. Das Engagement aller Aktiven könne daher nicht hoch genug eingeschätzt werden.

„Durch Ihren Einsatz erhält unsere Gesellschaft ein menschliches Antlitz“, hatte Albers zuvor allen ehrenamtlich Tätigen Personen im Kreis Dank und Anerkennung ausgesprochen und diese als „Kitt in unserer Gesellschaft“ bezeichnet. Er sei sehr stolz darauf, dass eine Studie eine überdurchschnittliche Ehrenamtsquote im Kreisgebiet ermittelt habe.

Weil der Staat nicht alle Aufgaben übernehmen könne, „brauchen wir in der heutigen und zukünftigen Zivilgesellschaft Menschen, die sich dauerhaft dem Ehrenamt verschreiben“. Menschen, wie Albers hinzufügte, „die sich gerne freiwillig engagieren, weil die Übernahme eines Ehrenamtes nicht nur eine Lebenserfüllung für sie bedeute, sondern weil sie selbst Freude und Genugtuung aus dieser ehrenamtlichen Tätigkeit für sich selbst ziehen“.

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