Grüne Schätze – Gärten und Parks
Das Jahrbuch 2018 des Kreises ist erschienen / Beiträge zur Gegenwart und Geschichte

Landrat Frank Kilian und Claudia Niemann von der Redaktionskonferenz präsentieren das druckfrische Jahrbuch des Rheingau-Taunus-Kreises.

Rheingau. (mh) – „Grüne Schätze – Gärten und Parks“ lautet das Schwerpunktthema des Jahrbuches 2018 des Rheingau-Taunus-Kreises, das Landrat Frank Kilian am vergangenen Dienstag vorstellte. Davon sind mehr als 20 Beiträge diesem Schwerpunktthema gewidmet. Daneben bietet das Jahrbuch unter anderem interessante und informative Einblicke in die Vergangenheit der Region und in ihre Kulturgeschichte. Darüber hinaus enthält es ausgewählte Fakten zur Gegenwart.

 

Wie Kilian bei der Präsentation des noch druckfrischen Buches betonte, habe die im kommenden Jahr anstehende Landesgartenschau in Bad Schwalbach die Redaktionskonferenz dazu bewogen, sich auf die Suche nach geschichtsträchtigen malerischen Parks und Gartenanlagen in der Region zu begeben.

Dabei sei klar geworden, „dass wir in einer wunderbaren Landschaft leben und über zahlreiche grüne Schätze verfügen, deren Geschichte, ihre Entstehung und ihre Entwicklung wir vorstellen sollten“. Darunter bekannte und wenige bekannte große Parks, aber auch unentdeckte Kleinode.

Bei deren Suche habe sich nicht nur ein grüner, sondern ein großer Schatz aufgetan. Dabei sei es den Autorinnen und Autoren gelungen, zahlreiche interessante Geschichten zu entdecken und das Wirken berühmter Landschaftsarchitekten zu ermitteln.

Dazu zählen, wie die Leser in dem Beitrag von Rolf Faber „Der Palmengarten war nur der Anfang“ erfahren, 16 von dem bedeutenden hessischen Gartenkünstler Heinrich Siesmayer geschaffene Gartenanlagen im Rheingau und im Untertaunus.

Zu dessen im Rheingau hinterlassenen Spuren gehören unter anderem das Entree von Schloss Johannisberg mit einem Teppichbeet sowie der Park der ehemals königlichen Lehranstalt für Obst und Weinbau zu Geisenheim, heute Hochschule Geisenheim University, den Alexander von Birgelen unter dem Titel „Das grüne Lehrangebot – Die Parkanlagen der Hochschule Geisenheim University“ ausführlich beschreibt.

Auch bei den gärtnerischen Anlagen der 1870 bis 1920 zwischen Walluf und Eltville errichteten großbürgerlichen Villen war Siesmayer und dessen Firma tätig, so der Autor. Näheres dazu berichtet Wenzel Bratner in seinem Beitrag „Gartenkultur am Rheinhang – Villengärten an der Rheingauer Riviera in Eltville“. Darin weist er auch darauf hin, dass die ursprüngliche Gestaltung und Entwicklung der Villengärten bis heute zeige, dass man es hier mit einem Kleinod, aber auch mit einem sensiblen Gefüge zu tun hat, „deren Erhaltung von hohem gesellschaftlichen Wert ist“.

Aber auch weitere berühmte Gartenkünstler haben ihre Spuren im Rheingau hinterlassen. So Eduard von Lade im Monrepos-Garten, an dessen wechselhafte Geschichte Oliver Mathias in seinem Beitrag „Monrepos – Mehr als ein Landschaftspark“ erinnert. Ferner der Kölner Gartendirektor Fritz Encke im Villengarten der Wallufer Straße 17, auf den Autor Bratner im vorstehend genannten Beitrag ebenfalls hinweist.

„Verzaubert im Zierwald“ heißt der Artikel aus der Feder von Kerstin Wachter, in dem sie die Leserschaft zu einem Familienausflug durch den Osteinschen Niederwald einlädt. Diesen habe der Gartenkünstler Graf von Ostein, Sohn eines Botschafters am Zarenhof in St. Petersburg, zu einer Zeit angelegt, als die bis dato vorherrschende Gartenkultur von einer Modewelle aus England, den Landschaftsgärten abgelöst wurde. Den Quellen zufolge soll der Graf, so die Autorin, einen großen Teil seines Vermögens von rund 1,4 Millionen Gulden in die Gestaltung des Zierwaldes und der Gebäude gesteckt haben.

Welterbegarten Ransel

Leser, die Näheres über das jahrhundertelang gehütete Geheimnis des Bachelin’schen Gartens in Geisenheim erfahren möchten, sei der Beitrag von Manfred Laufs „Der verwilderte Zaubergarten“ empfohlen. Gartenfans und Rosenliebhaber, die das „Rosen-Paradies in Eltville näher kennen lernen möchten, erfahren mehr im gleichlautenden Beitrag von Helga Simon. Den Eberbacher Klostergarten beschreibt Dagmar Söder in ihrem Artikel „Vom Pomarium zum musealen Weinberg“. Dass Familie Feuerpfeil den einzigen privaten hessischen Welterbegarten im Ranseler Neubaugebiet pflegt, ist dem Beitrag „Zahlreiche Blüten und Schaulustige“ von Thorsten Stötzer zu entnehmen.

Ergänzend zu den Beiträgen zum Schwerpunktthema stellen unter dem Motto „Mein grüner Lieblingsplatz“ Redaktionsmitglieder des Jahrbuchs ihre ganz persönlichen Favoriten vor.

Im Kapitel „Blicke in die Vergangenheit – Regional- und Kulturgeschichte“ widmen sich die Autorinnen und Autoren geschichtlichen Aspekten. Darunter berichtet Walter K. Hell über die Verwaltung der Rheingauer Gemeinden während des 30-jährigen Krieges, beschreibt die Revolution 1918/1919 in Wiesbaden und im Rheingau, erinnert an die Geschichte der Familie Mumm, die mit Wein zu Reichtum und Adelstitel gekommen ist, erklärt, warum im Kriegsjahr auch der Rheingauer Wein nicht fröhlich stimmen konnte und geht auf ein bis heute weitgehend unbekanntes Gedicht von Gerson Stern ein, der 1920 in Kiedrich den Cratzschen Hof kaufte. Rolf Faber erinnert an die Gründung der preußischen Provinz, zu der Rheingau- und Untertaunuskreis gehörten.

Weinreben auf Tauchstation

Im Kapitel „Landschaft und Natur“ gehen Viktória Lili Gabor und Rainer Dambeck Spuren in der historischen Kulturlandschaft des Wispertales nach. Wolfgang Ehmke berichtet, dass auch im Rheingau-Taunus-Kreis sich eingewanderte Pflanzen immer stärker ausbreiten.

Im Rückspiegel – Eine Chronik der Kreisentwicklung stellt Manfred Engel in seinem Beitrag „Weinreben auf Tauchstation“ fest, dass die extrem hohen Niederschlagsmengen im Jahr 2016 die Weinberge im Kreisgebiet gefährdeten, aber die Winzer dennoch einen guten Jahrgang ernteten, der fruchtige, harmonische und aromatische Wein hervorbrachte.

In ihrem Artikel „Der Rheingau – Diamant mit vielen Facetten“ erinnert Sabine Nebel daran, dass diese Region gegenwärtig an ihrem Profil mit dem Ziel einer starken Marke „Kulturland Rheingau“ feilt und sich dabei auf einem guten Weg befindet. Leo Gros widmet sich dem Lehrer, Wissenschaftler und Unternehmer Carl Remigius Fresenius, der im Jahr 2018 200 Jahre alt würde.

Weil das Jahrbuch des Rheingau-Taunus-Kreises seit jeher auch die Funktion als Chronik des Kreises und seiner 17 Städte und Gemeinden hat, ist in der neuen Ausgabe wieder alles Wichtige zu den dortigen Geschehnissen zu finden, die die Bürgerinnen und Bürger zwischen September 2016 und August 2017 bewegt haben.

Das 320 Seiten umfassende Jahrbuch, das sich dank der sach- und fachkundigen Autoren einmal mehr als wahre Fundgrube an Informationen aus Vergangenheit und Gegenwart erweist, ist im Buchhandel und in den Rathäusern der Städte und Gemeinden erhältlich. Da es lediglich 8,50 Euro kostet, eignet es sich sowohl als Geschenk zu Weihnachten wie auch als kleine Aufmerksamkeit zur Geburtstagen und Jubiläen.

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