Jean-Dominique Risch ist der „Rheingauer des Jahres“
Aus 13 nominierten Persönlichkeiten haben die Rheingauer ihren Favoriten gewählt

Jean-Dominique Risch mit seiner Frau Tanja und den Kindern Marie und Linus.

Rheingau. (chk) – Zum ersten Mal gab es eine Wahl zur Rheingauerin oder zum Rheingauer des Jahres, und die Rheingauer haben ihren Favoriten gewählt: Es ist Jean-Dominique Risch. Gestern Abend gab der Chefredakteur des Rheingau Echos, Michael Gamisch, den Sieger bei der Talkshow „Rheingau live“ in der Brentanoscheune bekannt. Der Wettbewerb „Rheingauer/in des Jahres“ ist eine gemeinsame Aktion der Rheingauer Wein Bühne von Wolfgang Junglas und dem Rheingau Echo.

Nominiert waren 13 bemerkenswerte Persönlichkeiten, die im Rheingau Initiative zeigen und durch ihr Engagement den Charakter der Region mitprägen. Das Rheingau Echo hatte die 13 Kandidaten in Kurzporträts vorgestellt und zur Abstimmung aufgerufen.

Der Rheingauer des Jahres 2013, Jean-Dominique Risch, hat vor vier Jahren die Stiftung „Zukunft schenken!“ gegründet. Er und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter engagieren sich für benachteiligte und von Armut betroffene Kinder im Rheingau. Um diesen Kindern zu helfen, arbeitet die Stiftung mit den Grundschulen, Kindertagesstätten, der Jugendhilfe, der Caritas und vielen weiteren Institutionen im Rheingau zusammen. Hilfe bekommen Kinder, die von diesen Institutionen direkt empfohlen werden. Die Stiftung hilft beispielsweise durch die finanzielle Beteiligung an einem zusätzlichen pädagogischen Angebot an der Rabanus-Maurus-Schule in Winkel und an der Schulsozialarbeit der Reformschule Rheingau, durch Malkurse, Sprachförderung, Bücherspenden für Schulbüchereien, die Vermittlung von Warengutscheinen für Kinderkleidung, Kinderpflegeartikel und Kindernahrung. Der ehrenamtliche Stiftungsvorstand bestehend aus Jean-Dominique Risch, Tanja Risch und Meike Apitz-Spreitzer nimmt die Empfehlungen entgegen und vergibt die Unterstützung möglichst taggleich und unbürokratisch. Auf diese Weise kann in individuellen Notfällen schnell geholfen werden. Als es um seine Vorstellung als Kandidat für den Rheingauer des Jahres ging, betonte er im Gespräch: „Wenn wir eine Lobby für Kinder sein wollen, muss die Hilfe für Kinder erlebbar und erfahrbar sein.“ Dabei hob er auch die Lernpatenschaften der EBS-Studenten hervor, die ihre Zeit und Aufmerksamkeit sozial benachteiligten Kindern schenken.

„In dieser Stiftung bündelt sich alles, was ich schon immer gemacht habe und was ich für Kinder tun will“, sagt Risch. Die Liste seiner ehrenamtlichen Tätigkeiten ist lang. So hat er sich schon früher in der Pfarrgemeinde St. Walburga im Pfarrgemeinderat, als Lektor, Kantor und in der Jugendarbeit engagiert. Die Not der Kinder und Jugendlichen lernte er vor allem durch die ehrenamtliche Arbeit im Kinderschutzbund Rheingau kennen, zunächst als Berater am Kinder- und Jugendtelefon, dann als Erster Vorsitzender. Mit seinem Engagement im Kinderschutzbund und dazu noch in weiteren Gremien der Jugendhilfe und Prävention im Rheingau überschritt er nicht selten die Grenzen seiner Kraft.

Die Frage, ob er ein Helfersyndrom habe, verneint er ganz entschieden. „Ich habe Freude daran, zu helfen, ich habe Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.“ Und weil er den Wunsch hatte, viel mehr zu bewirken, riet ihm seine Frau Tanja: „Dann gründe doch eine Stiftung!“ „Die Idee fand ich gut, dachte aber zunächst, das sei nur etwas für reiche Leute.“ Nach umfassender Vorbereitung und Beratung, mit eigenen Ersparnissen und Zustiftungen von Freunden wagte er mit 4.500 Euro Stiftungskapital den Schritt. Nach vier Jahren ist das Kapital auf 128.000 Euro angewachsen. Insgesamt belaufen sich die Zustiftungen und Spenden auf mehr als 200.000 Euro. „Das ist Geld, das im Rheingau bleibt.“ Zur erfolgreichen Arbeit der Stiftung tragen viele Partner, Förderer und Mitglieder des Freundeskreises bei. „Das ist eine Riesengemeinschaftsleistung“, stellt er fest. „Ich bin mehr Anstifter als Stifter.“ Im Stiftungsvorstand ist er derjenige, der die meiste Zeit und Kraft in die Stiftungsarbeit steckt. Das ist nur möglich, weil er als Hausmann und Vater von zwei Kindern nicht auch noch berufstätig sein muss. „Es ist ein Privileg, dass meine Frau mir dieses Leben gestattet“, sagt er dankbar. Tanja Risch verdient als Bankbetriebswirtin das Geld für die Familie und ist zufrieden mit der Rollenverteilung. Aufgewachsen ist Jean-Dominique Risch in Mengerskirchen im Westerwald. Vor 25 Jahren verschlug es ihn in den Rheingau, um im St. Vincenzstift die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger zu absolvieren. Nach einigen Jahren der Berufstätigkeit nahm er ein Studium der Religionspädagogik an der Katholischen Fachhochschule in Mainz auf und wechselte später an die Johannes Gutenberg Universität, wo er Katholische Theologie studierte. Um sich nach der Geburt des ersten Kindes der Familie zu widmen, gab er das Studium auf. Als Stifter hat er seine Bestimmung jetzt gefunden. „Die Stiftung hat einen christlichen Hintergrund, das ist mir sehr wichtig“, betont Jean-Dominique Risch. „Ich bemühe mich, Nächstenliebe aktiv zu leben, selbstkritisch und authentisch zu sein und immer authentischer zu werden.“ Er wolle sich nicht zu sehr in den Vordergrund stellen, doch er habe es wichtig gefunden, der Stiftung seinen Namen zu geben, damit sie ein Gesicht habe. „Ich will bescheiden sein, fühle aber auch ein bisschen Stolz auf dieses Stück Lebensleistung“, gesteht er. Der 44-jährige Risch ist nicht nur Stiftungsgründer und Erster Vorsitzender, sondern seit diesem Sommer auch EBS-geprüfter Stiftungsmanager. Für sein Engagement wurde er mehrfach ausgezeichnet – nun geht er auch als erster Rheingauer des Jahres in die „Geschichte“ ein. Über die Talkshow „Rheingau live“ und die Auszeichnung des Rheingauer des Jahres berichtet das Rheingau Echo in der nächsten Ausgabe.

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Kommentare

Lieber Dominique, was für ein

Lieber Dominique,

was für ein schöner Erfolg und ein positiver Artikel!
Ich freue mich für Dich und Deine Familie und bin stolz auf Dich.
Herzlichen Glückwunsch!
Almut

Herzlichen Glückwunsch Dominique !

Herzlichen Glückwunsch Dominique !

Mit diesem positiven Medienecho erhält Deine Stiftung wünschenswerterweise noch weitere Bekanntheit & Unterstützung von bisher vielleicht noch Unentschlossenen und somit für Dein außerordentliches Engagement eine noch breitere Basis.

Herzlichen Glückwunsch und alles Gute !

Matthias

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