Mit den Schlemmerwochen seit fast 30 Jahren auf Erfolgskurs
105 Weingüter und Gastronomen laden zum Genießen mit allen Sinnen ein / Riesenandrang schon in den ersten Tagen

Die Ehrengäste waren voll des Lobes für das neue Konzept der Auftaktveranstaltung.

Rheingau. (sf) – Fast 30 Jahre ist es her, dass ein paar Rheingauer Winzer mit dem Rheingauer Weinbauverband an der Spitze die Idee hatten, die Tradition der Straußwirtschaften mit ihrer rustikalen, deftigen und bodenständigen Küche auszuweiten, im Frühjahr ihre Weinkeller für Gäste zu öffnen und diese zum Wein probieren einzuladen. Die Winzerinnen zauberten dazu in ihren Gutsküchen kulinarische Schmankerl aus der bodenständigen Rheingauer Küche und damit waren die Schlemmerwochen geboren.

Seit dem ersten Veranstaltungsjahr sind die Schlemmerwochen im Veranstaltungskalender des Rheingaus ein fester Punkt, und jedes Jahr waren es mehr Winzer, die teilnahmen und auch Gastronomiebetriebe und Hoteliers arbeiteten Hand in Hand mit den Winzern. In diesem Jahr sind es 105 Weingüter und Gastronomiebetriebe, die die Schlemmerwochen veranstalten. Erwartet werden wieder tausende Besucher .

„Mit allen Sinnen genießen“ sollte man den Rheingau im Rahmen der Schlemmerwochen, das empfahlen auch die Ehrengäste bei der Auftaktveranstaltung im Draiser Hof in Erbach. Die Familie zu Knyphausen hatte ihren Garten für eine neu konzipierte Eröffnungsveranstaltung zur Verfügung gestellt, und was sich die Damen der Rheingau-TaunusTourismus und Kultur GmbH (RTKT) für die Feierstunde ausgedacht hatten, kam bei allen Gästen sehr gut an: 30 Rheingauer Winzer stellten an einer Weinbar ihre Rebensäfte vor und waren fast alle persönlich vertreten. „Wir wollten, dass die Schlemmerwochen von Anfang an „Live und in Farbe“ mit Leben gefüllt sind. Deshalb sollte diesmal nicht nur über die Winzer gesprochen werden, sondern mit ihnen, und zwar mit Winzern aus dem ganzen Rheingau“, erläuterte Diana Nägler von der RTKT. Dieses Konzept wurde von allen Beteiligten sehr gelobt. Statt fest am Tisch zu sitzen und eine Menüfolge abzuwarten, ging es diesmal locker und sehr gesprächig zu. Die Gäste, darunter Landrat Burkhard Albers, die Rheingauer Bürgermeister, Sponsoren und Unterstützer der Schlemmerwochen, kamen rege beim Weinprobieren ins Gespräch mit den Winzern und tauschten sich aus. Dazu servierte Matthias Böhler mit seinem Team ein Flying Diner mit Gaumenfreuden wie Schweinebäckchen auf süß-saurem Linsengemüse, Speck-Pflaumen, Spundekäs, Roastbeefröllchen auf Gemüsesalat und Holunderblütencreme mit Erdbeeren.

Zuvor hatte es einen kleinen offiziellen Teil gegeben, den der Landrat eröffnet hatte. Der Rheingau schaffe mit seiner Landschaft in Verbindung mit dem Weingenuss eine besondere Kultur, meinte er. Mit immer wieder neuen Konzeptideen seien die Schlemmerwochen in den vergangenen 30 Jahren kontinuierlich attraktiver gestaltet worden. Deshalb habe man auch bewusst den Slogan „Die Region mit Zukunft“ gewählt, hielt auch Weinbaupräsident Peter Seyffardt fest. Die Schlemmerwochen seien modern, das bestätigen auch die jungen Leute, die man durch besondere Programmpunkte mitnehmen wolle. Dass aber auch die Tradition einen gewichtigen Anteil am Reiz der Schlemmerwochen ausmache, verdeutlichten die Rheingauer Weinmajestäten. Die Rheingauer Weinkönigin Katharina Fladung sprach davon, dass die bodenständige Küche gerade ein Comeback erfahre und die Gäste nach Spundekäs und Handkäs verlangten, sie erinnerte daran, dass Gastfreundschaft schon bei den Zisterziensermönchen in Kloster Eberbach gepflegt wurde. Die Rheingauer Weinprinzessin Stephanie Gönder sagte, dass es nicht nur für die Weinmajestäten oberstes Ziel sei, Menschen für den Wein der Region zu begeistern und ihnen ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern: „Ich denke, auch für die Winzer und Gastronomen ist es die größte Belohnung, wenn sie in den Gesichtern ihrer Gäste die Begeisterung für ihre Arbeit sehen können. Am leichtesten fällt dies sicher während der Schlemmerwochen, wenn der Rheingau sich wieder von seiner besten Seite präsentiert“. Die Schlemmerwochen seien der Startschuss für die kommende Saison: „Im gesamten Rheingau gibt es bis zum Herbst eine Vielzahl von Veranstaltungen. Seien es die gemütlichen Weinfeste, Weinmessen oder Wanderwege, die schön gelegenen Weinprobierstände, all diese locken viele Menschen an, viele Rheingauer, die die tolle Atmosphäre genießen, aber natürlich auch viele Touristen, die sich für unsere Region interessieren. Die kommenden zehn Tage sind eine hervorragende Möglichkeit für unsere Gäste, aber auch für uns Einheimische, die vielen Facetten des Rheingaus besser kennen zu lernen“, forderte sie zum Schlemmen und Genießen auf. Von Flörsheim bis Lorchhausen würden viele Winzer und Gastronomen nicht nur ihre Türen, sondern auch ihre Keller und Höfe öffnen, um die frühlingshafte Stimmung voll und ganz genießen zu können. „Es ist die Zeit, in der der Rheingau zeigen kann, was in ihm steckt, wie lebendig unsere Region ist und wie viel Rheingauer Lebensfreude in uns steckt“, sagte Stephanie. Und die Schlemmerwochen würden nicht nur dazu einladen, in den guten Stuben zu schlemmen, sondern auch etwas für die anderen Sinne zu tun: „Musik und Literatur erfreuen das Ohr, der Frühlingsduft die Nase und die warmen Sonnenstrahlen die Haut. Wenn wir unsere lieben Gäste dann auch noch mit all unseren Ideen beeindrucken, mit unserer Herzlichkeit erfreuen und sie mit unserer Lebensfreude anstecken, ja dann haben wir sie begeistert! Und dies machen wir doch alle aus purer Leidenschaft für den Rheingau“, so die Weinprinzessin. Auch Landrat Albers stellte heraus, dass Weintrinken Kultur ist und man deshalb im Kulturland Rheingau auch Veranstaltungen wie die Schlemmerwochen ganz besonders pflege. Er lobte die gute Zusammenarbeit der Winzer, Gastronomen und der heimischen Bauern, die so wichtig für den Rheingau sei. „Die Regionalität erfährt wieder einen ganz hohen Stellenwert“, sagte auch Peter Seyffardt.

Rund ums Schlemmen und Genießen drehte sich nach dem offiziellen Teil der Rest des Abends, zu Wein und Speise spielte die Pianistin Uliana Gorodetska von der Neuen Musikschule Rheingau am Klavier auf.

Und die Nachrichten aus den teilnehmenden Weingütern erfüllten dann auch schon in den ersten Tagen alle Erwartungen: Bereits am Freitag waren vielerorts die Höfe der Winzer bis auf den letzten Platz besetzt. Und auch das Wochenende verlief bei den Schlemmerwochen trotz nicht mehr so warmen Temperaturen überaus erfolgreich.

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