„2017 war ein wirklich positives Jahr für Walluf“
Gemeinsamer Neujahrsempfang der Gemeinde Walluf und des Verkehrs- und Gewerbevereins war sehr gut besucht

Bürgermeister und VGV-Vorsitzender Manfred Kohl begrüßte die Gäste zum Neujahrsempfang.

Walluf. (mh) – Auch der 13. gemeinsame Neujahrsempfang der Gemeinde Walluf und des Verkehrs- und Gewerbevereins (VGV) Walluf im Vereinshaus von Oberwalluf erwies sich dank des sehr guten Besuchs als gesellschaftliches Ereignis. Nach der Begrüßung der Gäste durch Bürgermeister Manfred Kohl hielt Franz Horne, Vorsitzender der Gemeindevertretung, in diesem Jahr turnusgemäß die Neujahrsansprache.

Kohl, der auch Vorsitzender des VGV ist, freute sich ganz besonders, „Sie auch heute wieder in so großer Anzahl begrüßen zu können“. Dies zeige, „dass unser gemeinsamer Neujahrsempfang auf gute Resonanz und großes Interesse stößt“. Dabei begrüßte er insbesondere Landrat Frank Kilian sowie zahlreiche Persönlichkeiten auch aus den Nachbargemeinden, die in politischen Gremien tätig sind.

Hinter uns liegt so Kohl, das Jahr 2017, „das uns gefordert hat, mit dem wir aber aus meiner Sicht in der Gesamtschau zufrieden sein können“. 2018 eröffne neue Chancen und Möglichkeiten, stelle aber auch neue Herausforderungen, „zu denen jeder Einzelne von uns einen wertvollen und unverzichtbaren Beitrag leisten kann“. Dabei werden wir uns, fügte er hinzu, „immer wieder auf Veränderungen einstellen und auch unsere Zielsetzungen an der einen oder anderen Stelle überdenken müssen“.

Mit der Aussage des chinesischen Dichters der Tang Zeit, Li Tai Po (701–762 n.Chr.), „Die Welt ist voll von kleinen Freuden, die Kunst besteht nur darin, sie zu sehen“, wünschte auch Horne den Anwesenden alles Gute, insbesondere Gesundheit und persönliches Wohlergehen für das begonnene Jahr 2018.

Den politisch Verantwortlichen wünschte er auch dieses Jahr, „dass sie bei ihren Entscheidungen stets das Wohl der Gemeinde sowie unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger für eine weitere positive Entwicklung Wallufs im Blick haben“.

Als erster Bürger der Gemeinde möchte er den heutigen Empfang dazu nutzen, „um aus dem Blick eines neutralen Beobachters Danke zu sagen, auf das abgelaufene Jahr 2017 zurückzublicken, einige Anmerkungen zur Arbeit der Gemeindevertretung zu machen, eine Vorschau auf das begonnene Jahr 2018 zu wagen und sich abschließend einen Blick über Walluf hinaus zu erlauben“.

Als erstes sprach Horne seinen Dank und Anerkennung all jenen aus, „die sich ehrenamtlich in den politischen Gremien, den Vereinen, Organisationen und Parteien, den Kirchen, der Kinder, Jugend- und Seniorenarbeit, in der Freiwilligen Feuerwehren, den Hilfs- beziehungsweise Rettungsorganisationen für die Belange unsere Gemeinde und unserer Mitmenschen eingesetzt und sich um die örtliche Gemeinschaft verdient gemacht haben.

Ein „ganz dickes“ Danke gelte auch den Mitbürgerinnen und Mitbürgern, „die sich um die Versorgung, die Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen in Walluf kümmern und ohne deren unermüdlichen Einsatz die ohnehin schwierige Integration nahezu unmöglich wäre“.

Bei seinem Dank an die Freiwilligen Feuerwehren erinnerte Horne daran, dass es für die Einsatzabteilungen immer schwieriger werde, die notwendige Einsatzstärke an Wochenarbeitstagen sicherzustellen. Zwar sei die Problematik der Gewinnung von Nachwuchskräften in Walluf noch nicht sehr ausgeprägt, dennoch sollte die Gemeinde zumindest mittelfristig mit den Feuerwehren gemeinsam Lösungen erarbeiten.

Danke sagte Horne auch allen, die hauptamtlich zum Wohl der Allgemeinheit arbeiten sowie den Unternehmen und Betrieben, die Arbeitsplätze schaffen und erhalten sowie mit der Zahlung der Gewerbesteuer einen nicht unerheblichen Anteil zur Weiterentwicklung Wallufs beitragen.

Ein besonderes Augenmerk richtete Horne auf das Personal in den Kitas sowie auf die Pflege- und Betreuungskräfte, „die sowohl im öffentlichen Dienst als auch in den privaten Einrichtungen schlecht bezahlt werden“. Obwohl kommunale Gebietskörperschaften wenige Möglichkeiten zu Verbesserungen haben, sollte in den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst versucht werden, „auf große Fortschritte zu drängen“.

Seinen Rückblick 2017 stelle er, so Horne, auch bei seiner nunmehr siebten Neujahrsansprache unter das Motto: War es ein positives Jahr für unsere Gemeinde?“ Heute Abend sage er voller Überzeugung: „2017 war ein wirklich positives Jahr für Walluf“.

Dazu zähle als „Highlight“ die Wahl von Ortsweinkönigin Tatjana I. zur ersten Rheingauer Weinkönigin aus Walluf, „der ich ganz viel Erfolg bei der Wahl der Deutschen Weinkönigin wünsche“.

Langer und steiniger Weg

„Es ist vollbracht – die KiTa ‚Paradies‘ ist endlich fertig gestellt“, verzichtete Horne auf eine detaillierte Beschreibung des „langen und steinigen Weges“. Heute sage er aus ganzem Herzen und mit voller Überzeugung: „Diese Einrichtung ist ein absolut gelungenes Bauwerk und macht seinen Namen alle Ehre“. Lobenswert sei, dass die Kita sich zur Zertifizierung zu dem wahrlich ehrgeizigen Vorhaben einer „Literatur-KiTa unterzieht. Er empfinde es „positiv, dass bei Erhöhung der KiTa-Gebühren Elternbeirat und Politik eine für beide Seiten vertretbare Lösung gefunden haben“.

Nach einer gewissen Konsolidierung der Gemeindefinanzen ist, so Horne, „die uns seit vielen Jahren begleitende grundlegende Umgestaltung des Wallufer Rheinufers mit ersten konkreten Maßnahmen wieder aufgenommen worden“. Eine Äußerung, die eine Besucherin mit dem Zwischenruf: Leider, leider“ kommentierte. Horne zeigte sich sicher, „dass der neu gestaltete Bereich um unser Weinfässchen ein echtes Schmuckstück wird und freue sich schon heute auf die neue „Weinfasssaison“. Auch zum Problemdauerthema „Toilettenanlage am Rhein“ sei eine abschließende Lösung greifbar.

Als weitere positive Entwicklungen im Jahr 2017 nannte Horne unter anderem die erfolgreiche Umlegung im Baugebiet „Unterer Sand“, die Umgestaltung des Zugangs des Friedhofs im Gemeindeteil Oberwalluf und die Neukonzeption der Gemeindebücherei.

Deutliche Kritik übte Horne an den Verkehrsgesellschaften, „die trotz massiver Bedenken den Fahrplan der Buslinie 170 RTV zur Linie 5 der ESWE in den frühen Morgen- und späten Abendstunden deutlich ausgedünnt haben“. Hier müssten dringend Verbesserungen erreicht werden.

Wie Horne in seiner Vorschau auf 2018 ausführte, „wird uns die Umgestaltung des Rheinufers auch in den Folgejahren begleiten. Mit der Errichtung eines Hospizes solle ein aus Vertretern der Fraktionen und entsprechender Experten gebildeter Arbeitskreis Vorarbeiten leisten.

Zur Problematik „Ruhender Verkehr – Parkplätze“ soll auf Beschluss des Parlaments ein Konzept erarbeitet werden und eine Erweiterung des Parkplatzes „Johannisfeld“ sowie die Schaffung von Park- und Rideplätzen im Bereich des Bahnhofs geprüft werden.

Auch aufgrund zahlreicher Anfragen prüfe die Gemeinde eine Erweiterung des Gewerbegebietes. Daneben werde die Frage der weiteren Siedlungsentwicklung/Baulandbeschaffung das Gemeindeparlament beschäftigen.

„Die Unberechenbarkeit der unter ihrem ‚Twitter-Präsidenten“ irrlichternden Großmacht USA, sollte die EU dazu nutzen, so Horne über den Kirchturm hinaus blickend, um wieder mehr eigene Stärke und Gemeinsamkeit zu entwickeln. Die EU sollte auch die von Präsident Macron erzeugte Aufbruchstimmung zum Anlass nehmen, um von den nicht zielführenden Strukturdiskussionen wegzukommen und gemeinsame Lösungen zu suchen.

Den Neujahrsempfang bereicherte das Walluftaler Blasorchester mit schwungvollen Darbietungen.

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