„Eine Ära geht zu Ende ...“
Alexander Cross übernimmt SCR-Vorsitz von Wolfgang Gottschalk

Alexander Cross (rechts) übernimmt den Vorsitz des Segelclubs Rheingau von Wolfgang Gottschalk.

Walluf. – „Eine Ära geht zu Ende ...“ – mit diesen Worten beschrieb Clubmitglied Helmut Quermann in seiner Laudatio für Wolfgang Gottschalk die Zeit, die durch dessen mehr als 40-jähriger Arbeit im Vorstand des Segelclub Rheingau (SCR) geprägt wurde.

Er dankte ihm für seinen unermüdlichen Einsatz für den SCR und zitierte Gottschalks Vorwort in der Chronik des SCR, die anlässlich der 100-jährigen Vereinsgeschichte im Jahr 2000 erschien: „Der Segelclub Rheingau lebt davon, dass Segelfreunde mit Freude und Herz bereit sind, für die Gemeinschaft etwas zu tun, etwas weiterzugeben, ohne dafür eine Gegenleistung zu erhalten“. Gottschalk beendete auf der Mitgliederversammlung des SCR seine 32-jährige Amtszeit als 1. Vorsitzender und übergab das Steuer an seinen Nachfolger Alexander Cross. Die zahlreich erschienenen Mitglieder zollten Gottschalk höchsten Respekt mit minutenlangen „standing ovations“ und ernannten ihn einstimmig zum Ehrenmitglied und Kommodore des SCR.

Für besondere Verdienste wurden zudem zu Ehrenmitgliedern der ebenfalls nicht mehr angetretene Thomas Seelbach ernannt, der die Finanzen des SCR über 28 Jahren sorgfältig verwaltete und die Kasse an Siebelt Habben übergibt, sowie Karl-Heinz Mohr, der sich über mehr als 25 Jahre als vormaliger Jugendwart und 2. Vorsitzender in besonderem Maße für den SCR engagiert hat.

Begonnen hat für Gottschalk alles 1968 mit der Neugründung einer Jugendabteilung, deren Jugendsprecher er war. Bereits 1976 war er 2. Vorsitzender des Vereins und wurde am 23. März 1985 zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Mehr als 30 Jahre hat Gottschalk sich als 1. Vorsitzender für den SCR eingesetzt. Es ist ihm über eine derart lange Zeit gelungen ist, Perspektiven für den Verein zu erkennen, die Wege zur Umsetzung dieser Perspektiven überlegt und nachhaltig zu beschreiten, Mitglieder des Vereins und Dritte in hieraus resultierende Konzepte einzubinden und gemeinsam Großes zu schaffen.

Es war ein langer Weg zu dem heute Erreichten: 1977 war das Clubgelände noch eine Naturanlage. Es erforderte nach dem Bau der Ersatzübergangsstelle über den Rhein, der Panzerrampe, und der Verlegung des Bootssteges stromaufwärts größte Kraftanstrengungen zum Erreichen eines Wasserpachtvertrages sowie eines langfristigen Landpachtvertrages mit der Gemeinde Walluf, um einen Clubhausausbau realisieren zu können. Es gelang ihm 1989, nach langjährigen Verhandlungen, einen bis Ende 2081 laufenden Landpachtvertrag zu verhandeln.

Direkt anschließend griff Gottschalk das große Thema der Clubhauserweiterung an. Er wurde von ihm deshalb mit großer Priorität verfolgt, um den Jüngsten und Jugendlichen, ferner dem Ausbildungsbereich des Vereins geeignete Räumlichkeiten auf dem Clubgelände zur Verfügung stellen zu können. Nach mehr als 2.500 Stunden Arbeitsdienst der Mitglieder konnte das erweiterte Clubhaus 1993 eingeweiht werden.

Um die Attraktivität des Vereins unter dem Aspekt der Infrastruktur weiter zu steigern, hat er mit Bedacht und zielstrebig das Projekt Bootskran verfolgt, das im Jahr 2010 umgesetzt werden konnte.

Während seiner gesamten Amtszeit haben Gottschalk die Menschen im Verein und die anderen Wassersportbegeisterten nah und fern besonders am Herzen gelegen. Er hat sich dafür eingesetzt, dass der SCR in den Jahren 2005 und 2015 die Rheinwoche auf dem Rhein vor Walluf ausrichten konnte, mit Regattateilnehmern vom Rhein-Main-Gebiet bis zum Niederrhein, mit 130 Booten am Start und 450 Gästen im Jahr 2005.

Höhepunkt der Amtszeit von Gottschalk war das Jahr 2000 mit diversen Aktivitäten anlässlich des 100-jährigen Bestehens des SCR. Er konnte die Jubiläumsschrift „100 Jahre Segeln auf dem Rhein“ vorstellen, ein im Team erarbeitetes Buch zur Dokumentation der Historie des Vereins.

In jüngerer Zukunft ist es ihm gelungen, die Segelyacht Anita, die als Vereinsyacht der Segelkameradschaft Ostsee seit 1962 jahrzehntelang unter der Flagge des SCR gesegelt ist, in den SCR als vereinseigene Yacht zu integrieren. Nach einer aufwendigen Restaurierung steht die SY Anita wieder für einen engagierten Segelbetrieb auf der Ostsee einem großen Personenkreis zur Verfügung.

Laut Gottschalk stehen Sportvereine vor großen demographisch bedingten Herausforderungen. Gottschalk wünschte der „neuen Mannschaft“ im SCR-Vorstand viel Erfolg bei der Bewältigung der damit einhergehenden Aufgaben.

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