Budenheim braucht Entlastung bei A 643-Sperrung

Marcel Wabra und Landtagsabgeordnete Nina Klinkel sprechen sich für technische Lösungen aus

Die Sperrung der Abfahrt Mombach/Budenheim auf der A 643 sorgt seit Wochen für erhebliche Verkehrsprobleme – auch Budenheim ist davon stark betroffen. Marcel Wabra, SPD-Bürgermeisterkandidat in Budenheim, hat deshalb gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Nina Klinkel bereits Ende Oktober im Innenministerium einen konkreten Lösungsvorschlag vorgelegt. Ihr Ziel: Ein Pilotprojekt zur technisch gestützten Kontrolle von LKW-Durchfahrverboten, das auch eine Teilöffnung der gesperrten Abfahrt ermöglichen könnte.

„Für alle, die hier wohnen und täglich pendeln, bedeutet die Sperrung einen deutlichen zeitlichen Mehraufwand", erklärt Wabra. „Wer aus Richtung Wiesbaden nach Budenheim fahren möchte, muss in der Rushhour teilweise über eine Stunde länger unterwegs sein – für eine Strecke, die normalerweise nur 16 Minuten dauert. Das kann keine Lösung für die kommenden Jahre sein." Besonders kritisch sieht Wabra die Auswirkungen auf Berufstätige: „Es kann nicht sein, dass Menschen nach der Arbeit für eine kurze Strecke eine derartige zusätzliche Belastung auf sich nehmen müssen. Budenheim ist durch die Sperrung faktisch von Wiesbaden abgeschnitten – und das trifft unsere Bürgerinnen und Bürger Tag für Tag."

Wabra kritisiert auch die wirtschaftlichen und ökologischen Folgen: „Durch die Umleitungen entstehen große Staus und deutlich mehr gefahrene Kilometer, was die Umweltbelastung unnötig erhöht. Der größere Zeitaufwand verursacht für Unternehmen enorme Kosten. Das ist eine Katastrophe und kein akzeptabler Zustand für unsere Region."

Gemeinsam mit Nina Klinkel habe Wabra deshalb im Oktober beim Innenministerium vorgeschlagen, technisch gestützte Kontrollen von LKW-Durchfahrten zu prüfen. Es könne nicht sein, dass eine ganze Region unter dem Fehlverhalten einzelner Verkehrsteilnehmer leidet, nur weil diese sich nicht an die StVO halten. Das von Klinkel und Wabra vorgeschlagene Pilotprojekt sieht vor, zu prüfen, ob mit moderner Verkehrstechnik – etwa automatische Fahrzeugerfassung – Verstöße gegen LKW-Durchfahrverbote rechtssicher erfasst und geahndet werden können. „Wenn wir technisch sicherstellen können, dass nur PKW die Abfahrt nutzen, könnte diese für den Personenverkehr wahrscheinlich wieder geöffnet werden", vermutet Wabra. Er fordert die zuständigen Stellen auf, jetzt zu handeln: „Die Autobahn GmbH muss konkrete Lösungen finden. Es kann nicht sein, dass wir als Bewohner der Gemeinde womöglich jahrelang im Stau stehen, während andere nur erklären, warum nichts geht."

Schmitt: "Lösung für die A 643 ist überfällig"

Auch die rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Verkehrsministerin Daniela Schmitt (FDP) beschäftigt sich mit der Problematik A 643. Sie fordert von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder eine schnelle Lösung für die Sperrung der Abfahrtsrampe bei Mainz-Mombach. Mitte November hatte Schmitt ihren Berliner Kollegen angeschrieben und Lösungsvorschläge unterbreitet. Eine Rückmeldung stehe bis heute aus.

„Für unsere Pendlerinnen und Pendler, die Handwerksbetriebe und Unternehmen und gerade auch die Einsatzkräfte brauchen wir hier dringend eine verlässliche und leistungsfähige Verbindung. Diese Sperrung ist nicht länger hinnehmbar“, erneuerte Schmitt ihre Forderung gegenüber dem Bundesverkehrsminister, hier zügig eine Lösung zu finden. Informationen über Lösungsvorschläge seitens des Bundesverkehrsministers liegen im rheinland-pfälzischen Verkehrsministerium bislang nicht vor.

Auch darüber hinaus habe die Wirtschafts- und Verkehrsministerin bereits mehrfach auf die Bedeutung einer leistungsfähigen A643 aufmerksam gemacht, inklusive eines sechsstreifigen Ausbaus, dessen Planung gerade wieder ins Stocken gerate. Auch hier fordert sie Schnieder auf, eine tragbare und schnelle Lösung für die Region zu finden.

Für die Sperrung der Abfahrtsrampe an der A 643 sowie den sechsstreifigen Ausbau sind das Bundesverkehrsministerium und die Autobahn GmbH des Bundes verantwortlich. Autobahnen liegen seit dem 1. Januar 2021 in der Zuständigkeit des Bundes.

Hintergrund

Die Abfahrt Mombach (A 643) ist seit Anfang Oktober 2025 für den Verkehr aus Wiesbaden komplett gesperrt, nachdem wiederholt gegen eine Lastbeschränkung von 3,5 Tonnen verstoßen wurde. Die marode Mombacher Vorlandbrücke kann frühestens in einigen Jahren durch einen Ersatzneubau saniert werden.

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