Budenheim. (rer) –
Intensivtraining in Bad Schussenried
Für die Jugendteams der Sportfreunde Budenheim begann die Ostermaßnahme mit einem klaren Fokus: frühzeitig in den neuen Jahrgängen ankommen, Abläufe festigen und sich gezielt auf die Qualifikationsspiele vorbereiten. Im Humboldt-Institut in Bad Schussenried fanden dafür sieben Mannschaften optimale Bedingungen vor – von der C- bis zur A-Jugend, männlich wie weiblich. Über einhundert Spielerinnen und Spieler, Trainer und Betreuer waren Teil dieser Maßnahme, ein organisatorisch ein echter Kraftakt, der nur durch die enge Abstimmung vieler Beteiligter möglich wurde.
Der Alltag war geprägt von hoher Intensität: mehrere Halleneinheiten pro Tag, klare thematische Schwerpunkte und bewusst gesetzte Trainingsreize. Dabei ging es nicht nur um Inhalte, sondern auch um Rollenverteilung, Kommunikation und das Zusammenspiel in neuen Konstellationen. Genau diese Punkte standen mit Blick auf die anstehenden Qualifikationsspiele im Mittelpunkt.
Parallel dazu entwickelte sich über die Tage hinweg ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Gemeinsame Mahlzeiten, viele Gespräche abseits der Halle und ein bunter Abend, an dem alle Teams zusammenkamen, sorgten dafür, dass aus einzelnen Mannschaften ein echtes Gesamtgefüge entstand.
Auch für die Trainer bot die Woche einen klaren Mehrwert. Parallel zum Trainingsbetrieb wurde ein Lehrgang unter der Leitung von Julian Zipf, einem der Lehrwarte des Handballverbandes Baden-Württemberg, durchgeführt. Die Inhalte bewegten sich auf einem hohen fachlichen Niveau und reichten von moderner Trainingsmethodik über die Strukturierung von Einheiten bis hin zu konkreten Impulsen für den leistungsorientierten Jugendbereich. Gerade die Kombination aus Theorie und direkter Anwendung auf der Platte machte den Lehrgang besonders wertvoll.
Die weiblichen Teams setzten innerhalb der Woche zudem eigene Akzente. Knapp dreißig Spielerinnen starteten mehrfach schon vor dem Frühstück mit Joggingrunden in den Tag – nicht immer begeistert, aber mit einer Konsequenz, die sich durch die gesamte Woche zog. Gleichzeitig kam auch der Spaß nicht zu kurz. Im hauseigenen Schwimmbad entwickelten und präsentierten sie eine Synchronschwimm-Choreografie, die für viel Teamgefühl und einige Lacher im gesamten Teilnehmerfeld sorgte.
Am letzten Tag ging es dann gemeinsam mit der männlichen C-Jugend auf eine zehn Kilometer lange Regenerationswanderung rund um Bad Schussenried. Bei strahlendem Sonnenschein wurde die Umgebung erkundet – mit gemischten Gefühlen, aber als gemeinsamer Abschluss einer intensiven Trainingswoche.
„Die Woche hat gezeigt, dass die Mädels bereit sind, viel zu investieren – und gleichzeitig als Gruppe unglaublich zusammengewachsen sind. Genau diese Kombination brauchen wir“, ordnete B-Jugend-Trainerin Agnes von Römer ein.
IBOT: Große Bühne und starke Ergebnisse
Direkt im Anschluss ging es für alle Teams weiter nach Biberach zum internationalen Osterturnier. Dort trafen die Budenheimer Mannschaften auf ein stark besetztes Teilnehmerfeld mit Teams aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland.
Neben der sportlichen Qualität prägte vor allem die besondere Atmosphäre das Turnier. Traditionell unterstützen sich die Jugendteams gegenseitig – mit Trommeln, Fangesängen und viel Präsenz auf den Tribünen. Auch die Budenheimer Mannschaften lebten genau das und sorgten dafür, dass ihre Spiele über die gesamte Turnierdauer hinweg von einer intensiven, fast schon heimspielähnlichen Stimmung begleitet wurden.
Sportlich setzte vor allem der männliche Bereich ein deutliches Zeichen. Sowohl die C-Jugend als auch die B-Jugend erreichten das Finale ihrer Turnierklassen, mussten sich dort jedoch jeweils knapp geschlagen geben – gegen Chemnitz oder den Bergischen HC.
„Für uns war entscheidend zu sehen, dass wir auf diesem Niveau absolut mithalten können. Gerade mit Blick auf die Qualifikation gibt uns das viel“, sagte B-Jugend-Trainer André Sikora-Schermuly.
Für die C-Jugend hatte das Turnier zusätzlich eine besondere Bedeutung. Für Trainer Dirk Waidner war es der Abschluss mit diesem Jahrgang, bevor er das Team an Erik Obenauer übergibt, der bereits in Biberach als Co-Trainer mit auf der Bank saß.
„Die Entwicklung über dieses Jahr macht mich stolz. Dass wir uns hier mit dem Finale belohnen, ist ein starker Abschluss“, so Waidner.
Den sportlichen Höhepunkt setzte die A-Jugend. Nach souveränen Auftritten im Turnierverlauf wurde es im Halbfinale gegen München erstmals richtig eng. In einem emotionalen Spiel behielt Budenheim im Siebenmeterwerfen die Nerven und zog ins Finale ein. Dort traf die Mannschaft auf die Kadetten Schaffhausen und zeigte über weite Strecken eine reife und kontrollierte Leistung, die schließlich mit dem Turniersieg belohnt wurde.
„Entscheidend war die Konstanz über mehrere Tage. Die Jungs haben immer wieder Lösungen gefunden und genau dann Verantwortung übernommen, wenn es darauf ankam“, erklärte Trainer Fabian Vollmar.
Auch die weiblichen Teams präsentierten sich im internationalen Vergleich konkurrenzfähig. Die A-Jugend belegte einen soliden siebten Platz, die B-Jugend erreichte Rang vier und spielte damit lange um die vorderen Plätze mit. Die C-Jugend komplettierte das Bild mit einem sechsten Platz. Gerade angesichts der intensiven Trainingswoche und der hohen Belastung sind diese Ergebnisse ein klares Zeichen für die positive Entwicklung in der Breite.
Am Ende dieser Tage waren alle Beteiligten spürbar erschöpft – und gleichzeitig zufrieden. Die sportlichen Ergebnisse sind das eine, doch der eigentliche Wert dieser Woche liegt in dem, was darüber hinaus entstanden ist: ein stärkeres Miteinander, klarere Rollen und ein gemeinsames Verständnis über Mannschaftsgrenzen hinweg.
Mit diesen Eindrücken startet nun die entscheidende Phase der Saison. Die Qualifikationsspiele für die kommende Spielzeit stehen an – mit einer Grundlage, die in dieser Intensität selten entsteht.





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