Auf den Spuren europäischer Geschichte

Herbstausflug der Sportfreunde von der Abteilung Ski und Freizeit

Bei schönem Spätsommerwetter fuhren 18 Ski- und Freizeitler der Sportfreunde Budenheim am vergangenen Samstag mit dem Bus über die Bäderstraße nach Nassau an der Lahn. Zum Glück war es ein Kleinbus. Denn sonst hätten sie die Stammburg von zwei heute noch regierenden Adelsgeschlechtern auf dem steilen Sträßchen nicht erreicht. Die Gebäude und Mauern stehen auf einem Berg, der nach allen Seiten abfällt und daher leicht zu verteidigen war und nie erobert wurde. Mit dem Übergang der Kriegstechnik auf Kanonen verlor die Burg allerdings ihren Verteidigungswert, verfiel und wurde im Zuge der Romantik wie viele Burgen am Rhein teilweise rekonstruiert.

In der Burg begrüßte sie der Wirt zu einem Rundgang mit vielen Informationen zur Entstehung der Gebäude und zur Geschichte der holländischen und der luxemburgischen Herrscherfamilie. Anschließend gab es im Rittersaal ein Mittagessen.

Gestärkt und guter Dinge brachte der Bus die Teilnehmer über den schmalen Weg wieder hinunter ins Tal und nach Bad Ems, das sich durch zwei UNESCO-Welterbe-Prädikate auszeichnet. Einerseits überquert der Germanische Limes in Ems die Lahn und andererseits gehört die Stadt zu den elf Great Spa Towns of Europe.

Vor Häckers Grandhotel begann eine interessante und abwechslungsreiche Stadtführung, zunächst zu der Limes-Gedenktafel und verschiedenen Brunnenanlagen, dann in das Kursaalgebäude mit seinem wunderschönen Marmorsaal. Dort war Jacques Offenbach über ein Dutzend Jahre im Sommer Konzertmeister und schockte das konservative Publikum mit der erstmaligen Aufführung des Can-Can aus seiner Operette "Orpheus in der Unterwelt", die dort auch komponiert wurde.

In Bad Ems waren viele berühmte Persönlichkeiten zu Gast, z.B. König Wilhelm von Preußen, der spätere Kaiser Wilhelm I. Mit ihm hat die „Emser Depesche“ von 1870 zu tun, die durch die Manipulation von Bismarck den deutsch-französischen Krieg auslöste und zur Gründung des zweiten deutschen Kaiserreichs führte. Mit dem „Emser Erlass“ verbot Zar Alexander II. 1876 die ukrainische Sprache im gesamten Zarenreich.

Nach so vielen Informationen fuhren die Sportfreunde auf die Bismarckhöhe, wo sie bei Eis oder Kaffee das tolle Panorama auf Bad Ems genossen haben. Dann brachte sie der Bus über das Lahntal und die Hunsrück-Autobahn nach Bingen-Büdesheim zur Schlusseinkehr. Nach einem geselligen Abendessen – noch im Freien – fuhren sie, zufrieden über den schönen Ausflug, den Diethelm Schwandtner vorbereitet hatte, zurück nach Budenheim.

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