Symposium zur Forschung im Lennebergwald

Wichtig ist, im Wald eine möglichst große Vielfalt an Baumarten zu erhalten

Am vergangenen Freitag fand in Budenheim auf Einladung des Zweckverbandes zur Erhaltung des Lennebergwaldes und der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz ein Symposium zur Forschung im Lennebergwald statt.

Am Vormittag informierten sich der Verbandsvorsteher des Zweckverbandes, der Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase, und Staatssekretärin Dr. Kristina Brixius vom Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten auf einer Buchen-Dauerbeobachtungsfläche im Lennebergwald über die verschiedenen Forschungsvorhaben. Der knapp 20 Hektar große Waldbestand ist für die Forschung besonders geeignet, weil hier viele verschiedene Laubbäume wie Buchen, Eichen, Linde, Esche, Kirsche, Spitz- und Bergahorn wachsen und so ein Vergleich ihrer Reaktion auf die klimatischen Veränderungen möglich ist. Die Untersuchungen erstrecken sich auf den ganzen Baum von den der vollen Sonneneinstrahlung ausgesetzten Blättern in der Baumkrone, über den Saftfluss im Baumstamm bis zu den Wurzeln und den Pilzgeflechten im Boden, die die Bäume bei der Aufnahme von Wasser und Nährstoffen unterstützen.

Bei den bisherigen Untersuchungen konnte man feststellen, welche unterschiedliche Strategien für den Umgang mit großer Hitze und Trockenheit die Bäume haben. Dies gilt nicht nur für die verschiedenen Baumarten, sondern auch für Bäume der gleichen Art.

Daraus kann man für die praktische Waldbehandlung den Schluss ziehen, dass es wichtig ist, im Wald eine möglichst große Vielfalt an Baumarten zu erhalten. Bei der Pflege von Waldbeständen einer Baumart sollte nicht schematisch vorgegangen werden. Es sollten nicht nur die stärksten und am besten gewachsenen Bäume gefördert werden, sondern auch viele kleinere und vermeintlich schwächere Bäume erhalten werden. Damit bleibt auch die große genetische Vielfalt innerhalb einer Baumart bestehen und bietet Chancen für die Anpassung im Klimawandel.

Die extreme Hitze und Trockenheit im Jahr 2026 war zwar schlecht für den Wald, bietet andererseits aber den Forschern die Chance, die Anpassungsfähigkeit der Bäume unter diesen widrigen Bedingungen weiter zu untersuchen. Deshalb ist es gerade jetzt sehr wichtig, die Forschungsvorhaben im Lennebergwald weiter fortzusetzen. Die Forstliche Forschungsanstalt, die beteiligten Universitäten und der Zweckverband Lennebergwald erklärten im Rahmen des Symposiums, dass sie dazu gerne bereit sind, und wünschen sich hierfür die Fortsetzung der finanziellen Förderung des Landes.

Staatssekretärin Frau Dr. Brixius stellte abschließend fest: „Die hier gewonnenen Daten helfen, Zusammenhänge im Ökosystem Wald besser zu verstehen. Mit ihrer Hilfe können Konzepte entwickelt werden, um die Widerstandsfähigkeit des Waldes im Klimawandel und gegenüber Luftschadstoffen zu stärken. So stellen wir forstpolitische Entscheidungen auf eine wissenschaftliche Grundlage. Die Dauerbeobachtungsflächen des forstlichen Umweltmonitorings sind dabei in einem europaweiten Verbund eingebettet. Denn Klimawandel und Luftschadstoffe kennen keine Grenzen.“

Am Nachmittag wurde das Symposium unter Beteiligung interessierter Bürger im Bürgerhaus Budenheim fortgesetzt. In Impulsvorträgen wurden die bisherigen Ergebnisse des forstlichen Monitorings wie Wasserversorgung, Absterberate der Bäume, Zuwachs und Verjüngung vorgestellt. Bei der Analyse der Baumringe durch die Universität Mainz stellte sich heraus, dass die Schwächung der Kiefern und Buchen schon viele Jahre vor dem Absterben der Bäume in den Jahrringen erkennbar ist. Die „Jahrhundertsommer“ 1976, 2003 und 2015, aber auch lang anhaltende Trockenphasen Anfang der 1990er Jahre, das „Sommermärchen“ 2006 und die Hitze- und Trockenjahre 2018 bis 2020 sind in den Baumscheiben deutlich erkennbar und leiteten mehrere Jahre deutlicher Abschwächung der Vitalität der Bäume ein. Dies ist nach dem Extremsommer 2026 auch für die kommenden Jahre zu erwarten bzw. zu befürchten.

Dr. Arendt von der Universität Trier erläuterte in seinem Vortrag, mit welchen wissenschaftlichen Methoden ermittelt werden konnte, aus welchen Bodenschichten die Bäume das Wasser beziehen. Das Ergebnis ist, dass die Bäume vom oberflächlichen Bodenwasser abhängig sind. Dies ist je nach Baumart unterschiedlich stark ausgeprägt und muss bei der klimagerechten Waldbewirtschaftung berücksichtigt werden.

Zum Abschluss stellten die beteiligten Forschungsinstitute an Postern weitere Ergebnisse vor und erläuterten die wissenschaftliche Vorgehensweise, wie die Messung der Photosyntheseaktivität in den Blättern der Baumkrone und die Unterstützung der Wasseraufnahme durch Pilze und stellten sich den Fragen der Besucher des Symposiums.

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