Budenheim. (rer) –
Wenn über Fronleichnam in Budenheim die Straßen merklich leerer und die Tage ruhiger werden, liegt das daran, dass 111 Väter und Kinder mit Sack, Pack und Zelt den Ort verlassen haben. Das war jedoch keine Auswanderungswelle – schließlich sind am Sonntag alle wohlbehalten zurückgekehrt. Niemand kann ihnen die viertägige Auszeit verwehren, denn dort wartet jedes Jahr aufs Neue Spiel, Spaß und fantastisches Essen. Dass in der Besetzung Fußball, Fangen, Kartenspielen und Seifenblasen auf dem Programm stehen, wird niemanden verwundern. Auch die traditionelle Lagerolympiade, die von den großen „Kindern“, also denen ab 18 Jahren, für die Jüngeren am Samstag organisiert wurde, darf nicht fehlen. Das Ganze bereitet eine große Menge an Spaß, auch wenn dieses Jahr zwischenzeitlich ein paar Regentropfen vom Himmel fielen.
Wenn Budenheims größtes Väterzelten loszieht, reist eine halbe Großküchenausstattung mit: drei Gasbräter, Hockerkocher, riesige Töpfe, Kaffeemaschinen und vieles mehr. Ab Donnerstagabend wird im Akkord geschnippelt, gebraten und gekocht. Es wurde auch mal gegrillt, aber stilvoll mit Pilzpfanne und Salat. Statt des sonst üblichen frisch zubereiteten Gulaschs stand in diesem Jahr deftiges Chili con Carne auf dem Plan. Der absolute kulinarische Höhepunkt folgt jedoch samstags zur Olympiade: Dann wird traditionell Kaiserschmarrn zubereitet. Sage und schreibe 175 Eier wurden von tapferen Vätern erst getrennt und der Eischnee anschließend komplett von Hand geschlagen. Dieses Ritual ist längst Kult, der Schmarrn ebenso. Nach der Siegerehrung ging es stracks Richtung Burger-Station: Schließlich mussten aus 30 Kilo Rinderhack stolze 200 Patties für die legendären „Daddy-Burger“ geformt werden. Das Zusammenbauen der Burger haben dann wieder die großen „Kinder“ übernommen. Neben Gelee und Nutella gab es morgens natürlich auch Rührei mit Speck.
Das Budenheimer Väterzelten hat seine Wurzeln in der katholischen KiTa Regenbogen und wurde vor 22 Jahren zum ersten Mal veranstaltet. Seit 2025 steht es unter der Leitung von Matthias Becker und Stephan Schuth. Nachdem in den Vorjahren einige Familien der Gründerzeit herausgewachsen waren, sind zuletzt wieder einige neue Teilnehmer auch mit jungen Kindern dazugekommen. So war es eine gemeinsame Fahrt von zwei bis 62 Jahren. Anstelle des Traditionstermins über Fronleichnam findet die Fahrt 2027 über Christi Himmelfahrt statt. Denn es gilt das Motto: Nach dem Väterzelten ist vor dem Väterzelten.


Kommentar schreiben