Wahl zum Rheingauer des Jahres 2026

 

Rheingauer/Rheingauerin des Jahres 2026

Kandidaten-Präsentation und Aufruf zur Wahl

Die Leserschaft des Rheingau Echos darf abstimmen / Drei Frauen und drei Männer stellen sich zur Wahl

Rheingau. (chk) – Sechs Nominierte stellen sich zur Wahl zur Rheingauerin des Jahres beziehungsweise zum Rheingauer des Jahres. Dieses Mal sind es drei Frauen und drei Männer. Sie kommen aus Erbach, Geisenheim, Oestrich-Winkel und Aulhausen. In den vergangenen Wochen wurden sie vorgeschlagen und von der Redaktion als Kandidatinnen und Kandidaten ausgewählt. Selbstverständlich haben sie zugestimmt und sich in persönlichen Gesprächen vorgestellt. Die sechs Nominierten tun viel dafür, den Rheingau lebens- und liebenswerter zu machen, und vertreten die Region nach innen und außen mit ihrem persönlichen Beitrag. Sie engagieren sich für eine gute Lebensqualität für Menschen und Tiere, für Natur, Sport, Kultur und internationale Kontakte vom Rheingau in die Welt. Sie setzen ihre Zeit und ihre Fähigkeiten ein, um Gemeinschaft zu fördern und der Spaltung der Gesellschaft etwas Positives entgegenzusetzen.

Ziel der Rheingauer Weinbühne von Wolfgang Junglas und des Rheingau Echos ist es, diese Vorbilder in den Mittelpunkt zu stellen, da sie für ein gelingendes gesellschaftliches Miteinander und ein funktionierendes Gemeinwesen im Rheingau und darüber hinaus von großer Bedeutung sind. Alle sechs Nominierten haben den Titel verdient, doch wie bei der Oscar-Verleihung ist bereits die Nominierung eine große Ehre: Sie rückt die Akteurinnen und Akteure und ihre Anliegen in den Vordergrund und macht auf ihre besonderen Talente und Verdienste aufmerksam. Am Sonntag, dem 4. Oktober, werden somit drei Gewinnerinnen und drei Gewinner auf der Rheingauer Weinbühne in der Brentanoscheune stehen, auch wenn nur eine Person die Trophäe mit nach Hause nehmen kann. Wer das sein wird, entscheiden die Leserinnen und Leser mit ihrer Stimme. Die sechs Nominierten, die sich bereit erklärt haben, sich der Abstimmung zu stellen, werden auf den folgenden zwei Seiten vorgestellt.

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Bis zum 27. September kann jeder seine Stimme abgeben und sich an der Wahl zum Rheingauer und zur Rheingauerin des Jahres 2026 beteiligen. Dies ist per Postkarte oder Brief an die Rheingau Echo-Redaktion, Stichwort „RdJ 2026“, Industriestraße 22, 65366 Geisenheim, per Fax (06722/9966-10), per E-Mail (echoredaktion[at]rheingau-echo[dot]de) oder über das Online-Voting auf www.rheingau-echo.de möglich. Jede Leserin und jeder Leser hat nur eine Stimme. Es ist nicht zulässig, mehrere Stimmen abzugeben. Den Titel erhält, wer die meisten Stimmen bekommt. Für die Online-Abstimmung muss man sich zunächst als Benutzer registrieren, um Zugriff auf das Abstimmungsformular zu erhalten. Die Rheingauerin oder der Rheingauer des Jahres wird am Sonntag, dem 4. Oktober, bei der um 19 Uhr beginnenden öffentlichen Veranstaltung „Rheingau Live“ in der Brentanoscheune bekannt gegeben und mit der Trophäe ausgezeichnet..

Die Leserinnen und Leser des Rheingau Echos entscheiden mit ihrer Stimme, wer die Trophäe am 4. Oktober mit nach Hause nehmen darf.

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Direkt zur Abstimmung


 

Wertvorstellungen und Ziele überdenken
Norwin Terfoort aus Winkel ist Initiator des Vereins Rheingauer Jugend für Afrika

Norwin Terfoort

chk_35_2025_rh_rdj_arz_andreas-b.jpg(chk) – Norwin Terfoort (57) ist der Initiator des Vereins Rheingauer Jugend für Afrika, den er 2014 gemeinsam mit seiner Frau Andrea und weiteren Mitstreitern gegründet hat. Als Student traf er sich mit einem englischen Freund in Kenia, der mit einer Jugendgruppe gekommen war. Seitdem arbeitet er an der Idee, ein Hilfsprojekt in Kenia zu gründen und mit Jugendlichen zu begleiten. Bereits seit dem Jahr 2000 hatte die Familie Terfoort privat eine Klasse für körperlich und geistig behinderte Kinder der Riandira Primary School in Sagana unterstützt. Die Schule liegt etwa 120 Kilometer nördlich von Nairobi.

„Die Idee bei der Vereinsgründung war, kenianische Schulen zu unterstützen und zugleich Jugendlichen aus dem Rheingau Anregungen für ihre persönliche Entwicklung zu geben sowie Schubladendenken und Vorurteile zu überwinden“, erklärt Norwin Terfoort. „Durch die Eindrücke und Erfahrungen in Kenia können sie ihre eigenen Wertvorstellungen und Ziele überdenken.“ Er erwähnt das Beispiel eines Rheingauer Schülers, der so große Freude an den Holzarbeiten hatte, die er in einer kenianischen Schule erbrachte, dass er sich nach dem Abitur für eine Schreinerausbildung entschied; ein anderer arbeitet heute in der Entwicklungshilfe.

Alle zwei Jahre reist der Verein mit einer Gruppe Jugendlicher ab 16 Jahren nach Kenia. Kürzlich ist Norwin Terfoort, der an der Rheingauschule Physik und Sport unterrichtet, mit seiner Frau und einer Gruppe von 16 Rheingauer Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Kenia zurückgekehrt. Die Jugendlichen lernen bei Safaris und Wanderungen die Natur und die kulturelle Vielfalt Kenias kennen, bevor sie in einem einwöchigen Einsatz in den Partnerschulen gemeinsam mit den kenianischen Schülern arbeiten. Regale bauen, Schulbänke reparieren und Wände streichen gehört bei fast jeder Reise dazu. Ein Projekt des Vereins war ein Medical Camp an allen Partnerschulen. Aus einem Screening ging hervor, dass an einer Schule viele Kinder einen starken Wurmbefall haben, da sie das Flusswasser direkt trinken. Mit Hilfe einer schon existierenden Solaranlage wurde eine Pumpe angeschlossen, die nun einen Wasserfilter befüllt und zudem die Bewässerung der Mango-Plantage möglich macht.

Schon eineinhalb Jahre vor den jeweiligen Reisen müssen sich die Jugendlichen anmelden und an Vorbereitungstreffen und einem Workshop teilnehmen. „Außerdem sollen sie in dieser Zeit durch Ferienjobs das Geld für die Reise zumindest teilweise selbst verdienen, um die Wertigkeit schätzen zu können“, erläutert Terfoort. Der Verein hat zudem bereits über 50 Patenschaften für Schüler in Kenia vermittelt und wirbt um weitere Paten.

Licht und Farbe sind ihr wichtig
Andrea Nusser aus Geisenheim ist Kulturnetzwerkerin und Licht-Designerin

 

Andrea Nusser

chk_35_2025_rh_rdj_hoffmann_juergen-b.jpg(chk) –  Andrea Nusser (71) hat sich im Rheingau einen Namen als Kulturnetzwerkerin und Licht-Designerin gemacht. Insbesondere durch die Wiederbelebung der historischen WAAS.schen-FABRIK hat sie einen besonderen Ort geschaffen, an dem Industriegeschichte, Kunst, Kultur und Unternehmertum miteinander verbunden werden. Darüber hinaus hat sie sich in der Flüchtlingshilfe engagiert und pflegt die Freundschaft zu Geflüchteten, die sich inzwischen beruflich gut integriert haben. Außerdem engagiert sie sich bei der „Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn“ für effektiven Lärmschutz und leisere Güterzüge, um eine Minderung der starken Lärmbelastung für die Anwohner der viel befahrenen Strecke zu erreichen.

Andrea Nusser stammt aus der Pfalz, hat auf der Mathildenhöhe studiert und ihr Studium als Diplom-Designerin im Fach Innenarchitektur abgeschlossen. Das Geld für ihr Studium hat sie sich unter anderem als Model verdient. Ihre speziellen Kenntnisse im Licht-Design hat sie sich durch freie Mitarbeit in einem Elektro-Ingenieurbüro erarbeitet. Mit der Zeit war sie als Licht-Designerin international gefragt, unter anderem in Paris, Moskau, Sofia, Tunis und Las Vegas. Sie war am historischen Grünen Gewölbe in Dresden beteiligt und hat im Rheingau prominente Bauwerke wie den Niederwaldtempel, den Oestricher Kran und den Eltviller Stadtturm beleuchtet. „Licht und Farbe sind mir wichtig“, betont sie. Als anerkannte Expertin arbeitet sie mit in der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau, die den Fachbericht „Licht im Freiraum“ herausgegeben hat, zu dem eine Neuauflage in Arbeit ist.

Nach zahlreichen berufsbedingten Umzügen ist Andrea Nusser im Jahr 1989 im Rheingau sesshaft geworden. Seit 1995 lebt sie in der Villa der WAAS.schen-FABRIK. 2003 kaufte sie die Fabrik und sanierte sie 2011/12. „Nach der Eröffnung habe ich bis 2019 rund 100 Veranstaltungen im Jahr durchgeführt“, berichtet sie. Das wurde ihr neben ihrem Beruf zu viel. Inzwischen veranstaltet sie neben Ausstellungen nur einmal im Monat die Afterwork Jamsession sowie das „Blind Date“ für Singles. Auch das „Schön-hier-Festival“, das sie mit initiiert hat, soll demnächst wieder in einer Rheingauer Kommune stattfinden. „Ich freue mich, wenn ich andere anstecken kann, die meine Ideen mittragen“, betont sie. Das ist ihr als Mitgründerin des Rheingauer Kulturnetzwerks gelungen, in dem sie sich bis heute engagiert. In dem Netzwerk sind 68 Musiker und 130 Bildende Künstler vereint. „Ich habe selbst gerne gemalt und habe deshalb eine Beziehung zu allem, was mit Kunst und Kultur zu tun hat“, erzählt sie.

Fußball war das A und O in seinem Leben
Thomas Osterberg war 45 Jahre im SV Erbach aktiv und ist heute noch gefragt

Thomas Osterberg

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(chk) – Bei Thomas Osterberg (68) drehte sich schon in jungen Jahren alles um Fußball. Er war 45 Jahre lang im Vorstand des SV Erbach aktiv. Auch wenn er in diesem Sommer als Abteilungsleiter Fußball ausgeschieden ist, berät er noch den Spielausschuss, kümmert sich um administrative Aufgaben und pflegt gemeinsam mit einem Kollegen den Fußballplatz. „In den letzten zehn Jahren stand ich oft alleine da, ohne Mitstreiter“, erzählt er. „Im Sommer habe ich die praktische Arbeit als Abteilungsleiter abgegeben, mich aber bereit erklärt, die theoretischen Dinge auch zukünftig mit dem Hessischen Fußball-Verband zu klären.“

„Über Jahrzehnte war der Fußball das A und O in meinem Leben. Bei Festen für die Fußballabteilung, wie Weihnachtsfeiern für die Senioren, Oktoberfesten und Fußballturnieren, gab es immer viel zu organisieren. Es war manchmal mühsam, wenn immer nur dieselben Leute bereit waren, zu helfen“, berichtet er. Von den aktiven Vereinsmitgliedern wird er aufgrund seiner Hilfsbereitschaft und jahrelangen Erfahrung sehr geschätzt, und er wird kurz „Oster“ genannt. Auch heute noch, wenn er auf dem Fußballplatz anwesend ist, hört er: „Oster, wo ist dies und wo ist jenes?“ Er gibt zu, dass ihm das auch viel Freude gemacht hat. Für seine Frau, die beiden inzwischen erwachsenen Söhne und nun auch schon drei Enkelkinder hatte er jedoch manchmal zu wenig Zeit. Besonders sein großer Garten hat in den Fußballjahren unter seinem ehrenamtlichen Engagement gelitten. „In den letzten Monaten habe ich sehr viel im Garten gearbeitet, um ihn wieder auf Vordermann zu bringen“, verrät er.

Trotzdem sind die Fußballjahre voller guter Erinnerungen. Allerdings drängt sich auch ein schmerzhaftes Ereignis hinein: eine schwere Verletzung. „1986 hatte ich mir bei einem Spiel das Bein gebrochen. Der Bruch war problematisch, ich musste mich einer Operation mit vielen Komplikationen unterziehen und ein ganzes Jahr pausieren“, schildert er die unerfreuliche Phase. Das hielt ihn jedoch nicht davon ab, anschließend wieder Fußball zu spielen. Später, als auch seine Söhne mit Fußball anfingen, spielte er weiter Fußball und arbeitete zusätzlich als Trainer. „Ich war acht Jahre Jugendtrainer – von den Bambini bis zur C-Jugend“, erzählt er. Auch seine Söhne hat er trainiert, und einer von ihnen ist als Fußballer in seine Fußstapfen getreten. Der andere Sohn hat nach einer Verletzung das Fußballspielen aufgegeben.

Beruflich war Thomas Osterberg als Finanzbuchhalter tätig. Zuletzt war er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand bei EVIM beschäftigt, einem großen diakonischen Unternehmen mit Hauptsitz in Wiesbaden.

Sie sieht, was getan werden kann
Anja Hoffmann aus Aulhausen packt überall an und bringt Menschen zusammen

Anja Hoffmann

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(chk) – Anja Hoffmann (55) ist spätestens seit ihrer Zeit als Elternbeiratsmitglied im Kindergarten vom Ehrenamt infiziert. Sie ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder, und arbeitet im Pfarrbüro Heilig Kreuz Rheingau in Geisenheim. Über die Jahre hat sie ein sehr breites, umfassendes Engagement entwickelt, von dem nicht nur Aulhausen profitiert. Als erfolgreiche Tischtennisspielerin des TTC Lorchhausen hat sie lange erfolgreich dafür gekämpft, dass die strikte Geschlechtertrennung in ihrem Sportverband für nachfolgende Spielerinnen-Generationen aufgelöst wurde.

Im Vorfeld der Aulhauser 900-Jahr-Feier im Jahr 2008 wurde der Heimatverein Töpferdorf Aulhausen gegründet. Sie war sofort dabei und ist bis heute im Vorstand. „Ich schaue, was ich für Aulhausen machen kann, was wir gemeinsam aufhübschen können“, erklärt sie. Sie ist gut vernetzt und wird von vielen Menschen angesprochen. „Anja gehört nicht zu den Menschen, die laut sind, im Mittelpunkt stehen müssen oder für ihr Engagement Aufmerksamkeit benötigen. Sie sucht nicht die große Bühne. Sie sieht, was getan werden könnte, bringt Menschen zusammen und kümmert sich darum, dass es tatsächlich passiert“, heißt es in der Nominierung. Zu den Beispielen gehören Infotafeln an historischen Gebäuden, Senioren-Café, Bücherei, der jährliche Höfeflohmarkt und der Aulhauser Sternenweg, den sie in diesem Jahr zum fünften Mal organisieren und koordinieren wird. „In der Adventszeit hängen die Aulhauser einen Herrnhuter Stern an ihre Türen und viele öffnen an verschiedenen Tagen ihre Höfe und Gärten für einen Glühwein-Umtrunk, gemeinsames Grillen, Bastelaktionen oder Vorlesen einer Weihnachtsgeschichte“, erzählt sie.

Das Schmücken des Weihnachtsbaums in der Ortsmitte ist seit nahezu 20 Jahren ein gemeinschaftliches Erlebnis, das auf ihre Initiative zurückgeht. Etwas Besonderes ist das „Aulhauser Weihnachtskonzert“ mit internationalen und traditionellen Weihnachtsliedern in der Kirche. Es findet in diesem Jahr zum dritten Mal statt und wird von ihr mitorganisiert. „Das ist sehr viel Aufwand – und das können wir nicht jedes Jahr auf die Beine stellen“, räumt sie ein.

Für ein schöneres Ortsbild organisierte sie die Bemalung der Schaltkästen durch einen professionellen Künstler mit passenden, liebevoll ausgewählten Motiven. „Ich hatte die Initiative dafür ergriffen und war im Hintergrund zwei Jahre lang mit den Vorbereitungen und Genehmigungen beschäftigt“, erläutert sie. Der Aulhauser Waldlehrpfad in Zusammenarbeit mit dem Förster ist das jüngste Ergebnis ihres breit gefächerten Engagements. Er erfreut sich seit seiner Eröffnung im März 2026 einer großen Beliebtheit.

Leidenschaft für Bewegung und Natur
Marcus Blenke aus Oestrich organisiert Wanderungen für Kinder und Erwachsene

Marcus Blenke

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(chk) – Seit 2025 ist Marcus Blenke (50) Partner für den Naturpark Rhein-Taunus und Botschafter für die Region. „Meine Leidenschaft für Bewegung in der freien Natur prägt meinen Alltag. Nahezu täglich erkunde ich neue Wege – zu Fuß oder mit dem Fahrrad“, erzählt er. In den vergangenen zwei Jahren hat er sein Angebot um Führungen für Kinder erweitert und auf Anfrage des St. Vincenzstifts und des Kinderschutzbunds Rheingau Kräuter- und Pilzwanderungen durchgeführt. „Die schönste Form von Naturschutz ist, Kinder für die Natur zu begeistern“, hat er festgestellt. Sein Projekt als Partner des Naturparks Rhein-Taunus ist ein Kindertrail-Running-Parcours in Oestrich entlang des Pfingstbaches.

Er war viele Jahre Profisportler im Radsport und Duathlon, bevor er zum Ultra-Trailrunning wechselte. Nach seiner aktiven Karriere erzielte er als Trainer zahlreiche Erfolge in den Disziplinen Triathlon, Radsport und Laufen. „Darüber hinaus war ich über sieben Jahre als sportwissenschaftlicher Leiter für Orthopädie und Sportdiagnostik tätig und an verschiedenen Forschungsprojekten in der Laufschuhentwicklung und Einlagenforschung beteiligt. Vier Jahre lang arbeitete ich als Sporttherapeut im Wiesbadener Zentrum für Fußchirurgie“, erzählt er.

Danach erfüllte er sich mit dem Sportgeschäft „Rheingausport“ in Oestrich einen Traum. Er bietet dort eine sportwissenschaftlich fundierte Beratung zu Lauf- und Wanderschuhen und Zubehör und lockt damit Kunden aus einem Umkreis von 200 Kilometern in den Rheingau. Unter diesem Namen wirbt er auch für seine Laufevents und Wandertouren. „Wir haben mit dem Oestrich-Winkeler Hinterlandswald das größte zusammenhängende Waldgebiet in Hessen“, erläutert er. Zu seinen Bemühungen, den Rheingau für sportliche Touristen attraktiv zu gestalten, gehört das Ausschildern von Panoramawegen unterschiedlicher Länge und Schwierigkeitsgrade. Anstatt den Massentourismus zu fördern, möchte er Naturliebhaber anlocken, die auf die Umwelt achten. Neben den längeren Runden, zu denen er ein- bis zweimal im Monat einlädt, gibt es den regelmäßigen wöchentlichen „Piffchenlauf“ über gut sieben Kilometer. In diesem und im vergangenen Jahr hat er zudem einen Spendenlauf zugunsten der CACANA1A Foundation initiiert, die sich der Forschung zu einem seltenen Gendefekt widmet, an dem auch der kleine Felix Laufer aus Winkel erkrankt ist.

Marcus Blenke ist in Schweden geboren, in Wiesbaden aufgewachsen und lebt seit seinem 16. Lebensjahr im Rheingau, zunächst in Walluf, wo er auch seine Frau kennengelernt hat. Mit ihr lebt er seit 22 Jahren in Oestrich. Zur Familie gehört auch der Hund Seppi, der ihn bei seinen Touren begleitet.

Aufklärungsarbeit im Tierschutz
Maren Altpeter aus Winkel engagiert sich im Verein „Katzenherzen e.V“

Maren Altpeter

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(chk) – Maren Altpeter (52) aus Winkel hat schon immer ein Herz für Katzen und engagiert sich im Katzenhilfeverein „Katzenherzen e.V.“ mit Sitz in Geisenheim. Der Verein wurde im vergangenen Jahr mit dem Hessischen Tierschutzpreis ausgezeichnet.

„Wir setzen uns sehr für die Katzenschutzverordnung ein, um die Population einzudämmen und unter Kontrolle zu bringen – das heißt, Freigänger müssen kastriert, gechippt und registriert sein. In Deutschland gibt es laut Statistik rund 16 Millionen Katzen, hinzu kommen über zwei Millionen unkastrierte Streuner, die häufig viele Krankheiten verbreiten, Tendenz steigend“, erklärt sie. Durch die Vereinsarbeit haben einige Rheingauer Kommunen die Katzenschutzverordnung bereits beschlossen.

„Der Sommer ist eine schwierige Zeit für Wildvögel. Es sind oft kleine Mauersegler oder Schwalben, denen es in ihren Nestern unterm Dach zu heiß wird. Sie springen aus dem Nest, können aber noch gar nicht fliegen“, erklärt sie. Neben Singvögeln brauchen auch immer wieder Wasservögel Hilfe.

„Wir bekommen viel Zuspruch aus der Bevölkerung, zum Beispiel mit Sichtungshinweisen auf streunende Katzen, wilde Kittenwürfe oder auf verlassene Katzen in Wohnungen, in denen jemand verstorben ist. Wir unterstützen auch Suchaktionen nach vermissten Katzen“, berichtet Maren Altpeter, die einen großen Teil ihrer Freizeit für die ehrenamtliche Katzenhilfe aufwendet und selbst ein- bis zweimal wöchentlich nachts oder in den frühen Morgenstunden hierfür im Einsatz ist. „Ich habe immer Chiplesegeräte, eine Wärmebildkamera, Transportboxen und auch Bergungsequipment für tote Katzen im Auto. Katzen einfach tot am Straßenrand liegen zu lassen, ist nicht im Sinn unseres Vereins. Jedes Tier hat das Recht, in Würde gehen zu dürfen“, betont sie. Maßgeblich beteiligt war Maren Altpeter am Aufbau von zehn Pflegestellen zwischen Walluf und Lorch.

Es gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Vereins, Aufklärungsarbeit zu leisten und darüber zu informieren, wie nachhaltig bedeutend Kastration ist. Maren Altpeter hat dazu bereits zahlreiche Vorträge gehalten und Artikel veröffentlicht, denn Kommunikation ist ihre Stärke. Dazu gehört auch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit – sowohl beruflich als auch ehrenamtlich. Nach dem Abitur und einer kaufmännischen Ausbildung war sie stets überwiegend selbstständig tätig. So auch heute: Neben einer Teilzeittätigkeit für die Winzer von Erbach vermarktet sie ihre eigene Marke „Made im Rheingau“ und trägt so zum Bekanntwerden des Namens auch außerhalb der Region bei.

Sie ist eine rheinische Frohnatur, hat Köln vor einigen Jahren verlassen und ist nach einer Zwischenstation in Frankfurt am Main vor sechs Jahren mit ihrem Mann in den Rheingau gekommen, wo sie zusammen mit zwei Hunden, drei Katern und zwei Schildkröten leben. Natürlich alle aus dem Tierschutz. „Frankfurt war mir zu anonym, ich brauche den Rhein“, sagt sie. „Und hier im Rheingau fühle ich mich sehr zu Hause.“

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