Drei Gottesdienste am Heiligabend

Evangelische Kirchengemeinde Oestrich-Winkel feierte Heiligabend mit Open-air-Gottesdienst und illuminierter Kirche

Pfarrerin Elke Stern-Tischleder, Tassilo Schlenther (Orgel), Pfarrerin Dr. Juliane Schüz (v.l.n.r.).

Die evangelische Kirchengemeinde Oestrich-Winkel hatte im zweiten Jahr der Pandemie zu drei Gottesdiensten am Heiligabend eingeladen. Gefeiert wurden ein Familiengottesdienst mit Krippenspiel und Orgelmusik im Kirchraum, ein Open-air-Weihnachtsgottesdienst vor der Kirche am Brunnen mit Orgel- und Trompetenmusik und stimmungsvoll illuminierter Kirche sowie eine feierliche Christvesper, wiederum in der Kirche mit Orgel- und Flötenmusik. Gehalten wurden die Gottesdienste von den Pfarrerinnen der Gemeinde, Dr. Juliane Schüz und Elke Stern-Tischleder, entweder allein oder gemeinsam. Die beiden Gottesdienste aus dem Kirchraum wurden von den Kirchenvorstehern Cengiz Akman und Christian Kurth sowie von Alexander Thurau mit der kurz zuvor neu installierten Videoanlage aufgenommen und konnten dadurch im Livestream auch von zu Hause mitgefeiert werden. Da es sich um eine Premiere mit der neuen Anlage handelte, wurde das Team im Hintergrund von Stephan Weber gecoacht.

Rhoda Mulz und Kathrin Thurau hatten mit einigen Konfirmandinnen und Konfirmanden in der Adventszeit ein Krippenspiel mit 16 Kindern einstudiert. Das Krippenspiel wurde aus Sicht der Tiere erzählt. Pfarrerin Dr. Juliane Schüz schlug den Bogen von den Tieren des Krippenspiels über die Hektik an Weihnachten in den Familien zu einer veränderten Stimmung im „Jauchzet und frohlocket“. Diese frohe Botschaft verändere Tier und Mensch: „Die Tiere rücken zusammen und machen Platz, Essen und Geschenke werden geteilt, Fremde singen gemeinsam und beten. Anbetend sehen sie dieses Neugeborene. Spüren die unsichtbare Verheißung, die auf diesem Kindlein ruht. Immanuel: Gott mit uns.“ Für alle Gläubigen war das ein schönes Gefühl des Miteinander zum Heiligen Abend mit der Verkündigung der Geburt Jesu als Gottes Sohn als Zeichen der Hoffnung.

Zu dem Open-air-Weihnachtsgottesdienst luden die Pfarrerinnen gemeinsam ein. Die Botschaft der Menschwerdung Gottes wurde schon im Votum spürbar und greifbar: „Und so feiern wir diesen Gottesdienst im Namen Gottes, der uns nahekommt, im Namen Jesu, in dem die Liebe Gottes ein Mensch geworden ist, und im Namen des Heiligen Geistes, der es hell in uns macht.“ Es folgten die vertrauten Worte des Lukasevangeliums zur Geburt Jesu mit ganz persönlichen Eindrücken. Die Worte aus der Bibel wurden eingerahmt von festlichen Orgel- (Tassilo Schlenther) und Trompetenklängen (Volker Bender) aus der Kirche und von der Gemeinde gesungenen Weihnachtsliedern. Berührend waren die Worte der Verheißung Jesajas aus Kap. 9 in einer Adaption „Das Volk, das noch im Finstern wandelt – es sieht ein Licht, ein großes Licht“. Diese Worte waren die Einleitung für das Entzünden der Kerzen, die zu Beginn des Gottesdienstes an alle Teilnehmenden verteilt worden waren.

Die Christvesper wurde musikalisch gestaltet von Tassilo Schlenther an der Orgel und von Felicitas Frick an der Flöte. Pfarrerin Stern-Tischleder fragte sich in der Predigt, wie wohl eine Welt ohne Religionen aussähe und kam zu dem Schluss, dass mit der Geburt Jesu die Welt gar nicht ohne Religion sein kann. Um das zu illustrieren, entwickelte sie eine „Fünffingerregel“ nach dem Bibelvers aus 1. Petrus 3.8.

Insgesamt ist es der evangelischen Kirchengemeinde Oestrich-Winkel gelungen, im zweiten Jahr der Pandemie auf vielfältige Art und Weise die Botschaft des Evangeliums an die Gemeinde zu verkünden. Groß war die Freude darüber, dass die Gemeinde sich in diesem Jahr am Heiligen Abend bei den Gottesdiensten auch wieder persönlich hat sehen und treffen können.

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