Musikalisches Feuerwerk in der Silvesternacht

Triangelis-Gemeinde hatte zum Orgelkonzert in die Johanneskirche eingeladen / Anstoßen aufs neue Jahr

Organist Andreas Karthäuser widmete die letzte Stunde des Jahres 2022 dem Orgelkonzert in der Johanneskirche, assistiert von Elisabeth Maranca.

„Ganz kurz vor dem Ende des alten Jahres beginnen wir noch etwas Neues. Wir begrüßen das neue Jahr mit einem Orgelfeuerwerk, mit einigen Gedanken und einem Segen und – und nachher mit einem Glas Sekt auf dem Hof“, begrüßte Pfarrerin Bianca Schamp zu Beginn des Konzerts das Publikum in der Johanneskirche. „Ich freue mich, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind und wir nun gemeinsam diese letzte Stunde im alten Jahr und den Jahreswechsel gemeinsam verbringen.“ An Organist Andreas Karthäuser gewandt, sagte sie: „Ich freue mich sehr, dass du, lieber Andreas, so aufgeschlossen für diese Idee warst und uns heute Abend mit deiner Zeit und deinen Tönen beschenkst.“

Ausgewählt hatte der Organist zunächst das Präludium und Fuge in D-Dur, BWV 532, von Johann Sebastian Bach. Sehr einfühlsam spielte er das glanzvolle Werk, das als Spitzenleistung des jungen Bach gilt. Küsterin Michaela Schubbach hatte zuvor die Kerzen auf beiden Seiten der Bankreihen angezündet, was die Kirche in gedämpftes Licht tauchte und eine feierliche Atmosphäre schuf.

Das zweite Stück, die 5. Orgelsinfonie von Charles-Marie Widor, ist eine längere Komposition, aus der Karthäuser die Sätze Nr. 1, 2 und 5 vortrug. Sie sind betitelt mit „Allegro vivace“, „Allegro cantabile“ und „Toccata“, die zu den berühmtesten Werken des französischen Organisten und Komponisten gehört und zu den bekanntesten Orgelwerken überhaupt – sozusagen ein „Hit“ in der Musikgeschichte. Widor, der 1937 im Alter von 93 Jahren in Paris starb, gilt als „Vater der Orgelsinfonie“ und als Begründer der „französischen Orgelschule“; einer seiner Schüler war beispielsweise Albert Schweitzer. Die gut gewählten Stücke, die Andreas Karthäuser brillant interpretierte, honorierte das Publikum mit begeistertem, langanhaltendem Beifall.

Zwischen Bach und Widor und nach Widor hatte Pfarrerin Bianca Schamp zwei meditative Texte eingefügt. In ihrer Meditation „Dazwischen“ beschäftigte sie sich mit der Zeit „zwischen gestern und heute, heute und morgen, zwischen den Jahren, in einem Atemzug, dem Bruchteil eines Wimpernschlags – in dem alles möglich ist.“ Der letzte Text kurz vor Mitternacht war ein „Segen“ von Jan Richardson, der davon handelt, dass die Sonne immer irgendwo untergeht und es völlig dunkel wird. „Dieser Segen wird sich einfach an deine Seite setzen, mitten in die Scherben und ganz sanft dein Gesicht in die Richtung drehen, aus der das Licht kommen wird, sich versammelnd über dir, wenn die Welt wieder neu beginnt.“

Bevor Andreas Karthäuser noch eine Zugabe spielen konnte, ergriff der frühere Kirchenvorstands-Vorsitzende Joachim-Christof Schulze „als normales Gemeindemitglied“ das Wort, um Pfarrerin Bianca Schamp zu danken. Sie habe während der langen und nun zu Ende gegangenen Vakanz der zweiten Pfarrstelle – mit Teilzeit-Unterstützung durch Pfarrerin Bettina Friehmelt – die Gemeinde so geführt und sogar neue Ideen umgesetzt, dass die Vakanz für die Gemeindemitglieder nicht zu spüren gewesen sei. Für seine Worte gab es tosenden Beifall, und die letzten Klänge der Orgel im alten Jahr durften danach noch knapp vor Mitternacht ertönen. Der Organist spielte die „Pink-Panther-Fuge“ und zum Abschluss das Stück „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, bevor nach gebührendem Beifall alle nach draußen strömten, von Küsterin Michaela Schubbach und ihrem Mann Remo ein Glas Sekt entgegennahmen, um vor der Kirche auf das neue Jahr anzustoßen, gerade noch rechtzeitig zum stimmungsvollen Glockengeläut der Johanneskirche und dem einsetzenden Feuerwerk, das in der Umgebung in den Himmel stieg. Als „eine schöne Idee“ bezeichneten die vor der Kirche Versammelten das Orgelkonzert und das gemeinsame Begrüßen des neuen Jahres.

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