Am Reich Gottes mitgebaut

Pfarrer i.R. Winfried Debus wurde in der Kiedricher Pfarrkirche feierlich verabschiedet

Pfarrer i. R. Winfried Debus wurde in Kiedrich feierlich verabschiedet.

Winfried Debus wurde am 13. August 1936 in Wiesbaden geboren, wo er auch seine Jugend verbrachte. Bestärkt durch seine Mutter hatte er sich für den Beruf eines Seelsorgers entschieden. Nach den Studienjahren in Frankfurt und München wurde er 1961 von Bischof Wilhelm Kempf 1961 im Limburger Dom zum Priester geweiht.

Nachdem er nach einem zweimonatigen Praktikum in Oestrich-Winkel zunächst als Kaplan in Nastätten, Höhr-Grenzhausen und Bad Ems tätig war, wurde er im Jahr 1972 Pfarrer in Katzenelnbogen und wechselte im Dezember 1978 nach Taunusstein-Wehen und Hahn. Als er 1987 Pfarrer in Niedernhausen wurde, hatte er diese Stelle 25 Jahre und damit bis zum Eintritt in den Ruhestand am 16. September 2011 inne.

Dennoch war Winfried Debus anschließend weitere zehn Jahre als Seelsorger im Bereich der Pfarrei St. Peter und Paul Rheingau tätig und wohnte im Pfarrhaus in Kiedrich. Über seine Einsätze habe er sich, gerät er ein wenig ins Schwärmen, „sehr gefreut, denn ich hatte schon immer eine große Vorliebe für den Rheingau“. Viele ihrer Bewohner wüssten nicht, beruft er sich auf Johann Wolfgang von Goethe, „wie schön es hier ist“.

Nach der Verabschiedung wird Pfarrer i.R. Winfried Debus das gotische Weindorf verlassen und nach Taunusstein ziehen.

„Am Anfang war das Wort“. Diese Sentenz aus dem Johannisevangelium nahm Pfarrer Ralph Senft in seiner Verabschiedung zum Anlass, um Pfarrer Debus für seinen priesterlichen Dienst in Kiedrich und in der Pfarrei St. Peter und Paul zu danken. Sowohl in seinen theologisch fundierten Predigten im Dienst der Verkündung wie auch im persönlichen Gespräch habe er den Menschen viele gute Worte vermittelt, „denn ein gutes Wort trägt uns durch die Zeiten“.

Auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand habe Winfried, wie Pfarrer Senft in freundschaftlicher Verbundenheit betonte, „nicht aufgehört, am Reich Gottes mitzubauen. Er sei von Niedernhausen in den Rheingau gekommen, um weiterhin als Seelsorger tätig zu sein „und uns durch die Spende der Sakramente in unserem Christsein zu stärken. Winfried Debus war", fügte er hinzu, „ ein großes Geschenk für unsere Pfarrei und besonders für unseren Kirchort Kiedrich, in dem Du als ‚Pfarrer vor Ort‘ für die Menschen da warst".

In seinem priesterlichen Dienst habe er sich stets an Jesus Christus, „das gute Wort Gottes für uns“ orientiert „und Jesus Christus, das Fleisch gewordene Wort, uns in der Feier der Eucharistie immer wieder geschenkt“. Dafür danke er Winfried Debus von Herzen.

Dankesworte übermittelte auch Ursula Immesberger, schloss sich den Ausführungen von Pfarrer Senft an und dankte Pfarrer Debus im Namen des Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrates der Pfarrei St. Peter und Paul Rheingau sowie des Kiedricher Ortsausschusses und vieler Gemeindemitglieder für seine segensreiche Arbeit im Ruhestand.

Dabei hob sie hervor, dass sich Pfarrer Debus in einem Alter, in dem andere sich im wohlverdienten Ruhestand befinden, sich in den Rheingau aufgemacht hat, um sich einer neuen Aufgabe zu widmen. Hier habe er gelebt und sei immer präsent gewesen, „wenn Not am Mann war“. Auch sie habe es als „schön“ gefunden, „dass Sie für uns da waren“.

Persönlich, im Namen der Gemeindekörperschaften der Gemeinde Kiedrich und im Namen der Mitbürger übermittelte Bürgermeister Winfried Steinmacher Pfarrer Debus zu dessen Verabschiedung und seinem 60-jährigem Priesterjubiläum die herzlichsten Glück- und Segenswünsche.

In einer Zeit, in der all das, was mit Religion zusammenhängt, nicht gerade Hochkonjunktur hat, alles nur an finanziellen Erfolgen gemessen wird und „geistiges Brot“ zum vermeintlich unerschwinglichen Luxusgut geworden ist, so Steinmacher, die hauptberuflichen Mitarbeiter im Weinberg des Herrn von Erfolgserlebnissen nicht gerade verwöhnt. Dennoch habe Pfarrer Debus diese Herausforderungen seit 60 Jahren bravourös bewältigt.

Dabei habe dieser als ein Mann des Wortes den Menschen die nicht immer leicht verständliche Botschaft der Heiligen Schrift erschlossen. Durch das Wort habe er dazu beigetragen, miteinander zu kommunizieren, neue Brücken zu bauen und Vertrauen zu schenken. Dabei sei Pfarrer Debus nicht nur seiner Berufung immer treu geblieben, sondern habe auch den Respekt und die Sympathien der Menschen vor Ort erworben.

Den Gottesdienst bereicherten Sopranistin Elisabeth Scholl und Gabriel Heun gesanglich. Die Orgel spielte Willibald Bibo.



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