Eltviller Gästeführer können auch „ver-führen“

Eltviller Gästeführer können auch „ver-führen“
... nämlich mit einer leckeren Kuchentafel / Drucktag und Galli-Märchentheater

Gut gelaunte Gästeführerinnen, Gästeführer und Besucher kamen am reich gedeckten Kuchentisch des Vereins ins Gespräch.

Eltville. (chk) – Unter dem Motto „Burgsonntag“ will die Stadt Eltville Vereinen die Chance bieten, sich im Burghof zu präsentieren und dabei den Gästen Kaffee und Kuchen anzubieten. Außerdem wird der Burgsonntag durch Druckvorführungen des Burg-Vereins und durch Märchenaufführungen mit dem Galli-Theater bereichert. Bei gutem Wetter ist eigentlich jeder Sonntag ein „Burgsonntag“, denn das historische Gemäuer der Kurfürstlichen Burg und die Rosenanlagen ziehen viele Gäste aus nah und fern an.

Wenn jedoch, wie am vergangenen Sonntag, der Verein Eltviller Gästeführer sein Kuchenbüfett auftischt, sitzen die Gäste doppelt so gerne bei einem Stück Kuchen oder eine Tasse Kaffee an schattigen Plätzen im Burghof.

Schon einmal hatten die Gästeführer im vergangenen Jahr den Burgsonntag gestaltet. Diesmal boten sie zwei Burgführungen mit Gunilla Remy und Helmi Raab an, denen sich interessierte Gruppen anschlossen. Auch ein Vortrag über ausgewählte Eltviller Villen von Helga Simon fand großen Anklang, so dass im Burgsaal noch einige Stühle hinzugeholt werden mussten.

Zahlreiche Gästeführerinnen und Gästeführer hatten nicht nur ihre Backkünste eingesetzt, sondern standen auch am Sonntag am Kuchenbüfett und in der Küche bereit, um für das Wohl der Gäste zu sorgen. Ein Gast brachte es beim Blick auf das Kuchenangebot auf den Punkt: „Die Eltviller Gästeführer können nicht nur führen, sondern auch ver-führen“. Darüber hinaus standen die Gästeführer auch für Gespräche zur Verfügung. Vorsitzende Astrid Henkel ist stolz darauf, dass gerade wieder fünf neue Gästeführer ihre Prüfungen abgelegt haben. „Jetzt sind wir 39 aktive Gästeführerinnen und Gästeführer“, erklärte sie. Weit mehr als 3.000 Führungen im Jahr müssen sie bewältigen. „75 Prozent der Führungen entfallen auf das Kloster Eberbach.“ Stolz ist die Vorsitzende auch auf die Mehrsprachigkeit in ihren Reihen. „Wir machen Führungen in Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Holländisch, Finnisch und Schwedisch. Durch die neuen Gästeführer sind jetzt noch Polnisch, Türkisch und Arabisch dazugekommen.“

In der Gutenberg-Ausstellung im Burgturm bot der Burg-Verein wieder Druckvorführungen an, um das Gedenken an Gutenberg, aber auch an die Zeit davor, lebendig zu halten. Dort stellte Frank Dieter Messer vom Burg-Verein die historische Florentiner Druckerpresse vor, die der Verein 1938 in der Lombardei in Italien erworben hat. Er erklärte den Besuchern, wie die aus Eichenholz gefertigte Presse mittels Karren und Pressbengel funktioniert und wie dabei eine Druckgrafik entsteht. Interessierte Gäste durften mit seiner Unterstützung auch selbst die Presse bedienen. Mit vielen alten Materialien, zum Beispiel den Druckerballen, die in früheren Jahrhunderten aus Hundeleder gefertigt wurden, konnte Messer den Gästen wirklichkeitsnah erklären, wie aufwändig die Arbeit der Drucker früher war.

Gutenberg hat diese Art der Druckkunst damals auch beherrscht, seine geniale Erfindung war jedoch das Drucken mit beweglichen Lettern. Auch darüber konnten sich die Besucher in der Ausstellung und im Gespräch mit Frank Dieter Messer informieren. Gedruckt wurde diesmal eine Grafik von Oskar Wiffler mit einem Motiv vom Platz am Breitenstein, besser bekannt unter dem Namen Entenplatz.

Damit auch die Kinder draußen auf ihre Kosten kamen, bot das Galli-Theater eine Märchenvorführung an, die diesmal wegen Bauarbeiten nicht im Zwinger der Burg stattfinden konnte, sondern in den an den Burghof angrenzenden Bereich verlegt wurde. „Schneewittchen“ brachte fast alle Kinder aus dem Publikum auf die Bühne, um das Stück lebendig mitzugestalten.

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